Haarentfernung

Grüne/Disoski zu Equal Pay Day: „Frauen sind keine Arbeitnehmerinnen zweiter Klasse“

Wien (OTS) – „400.000 Euro brutto weniger verdienen Frauen
durchschnittlich im
Vergleich zu Männern – auf ein 40-jähriges Erwerbsleben
hochgerechnet. Das ist Geld für ein Zuhause, für finanzielle
Unabhängigkeit, für eine abgesicherte Pension. Und was macht die
Bundesregierung? Sie streitet über Lohntransparenz, während Frauen
weiter auf ihr Recht warten. Damit muss endlich Schluss sein. Frauen
sind keine Arbeitnehmerinnen zweiter Klasse!“, kritisiert die
Frauensprecherin der Grünen, Meri Disoski, anlässlich des Equal Pay
Days am 5. November.

Ab diesem Tag arbeiten Frauen in Österreich statistisch gesehen
bis Jahresende gratis. Bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung
verdienen sie durchschnittlich rund 10.500 Euro brutto weniger pro
Jahr als Männer. Über 40 Erwerbsjahre ergibt das bei gleichbleibendem
Unterschied rechnerisch mehr als 400.000 Euro brutto. Österreich
zählt beim Gender Pay Gap zu den drei EU-Ländern mit den größten
geschlechtsspezifischen Bruttostundenlohnunterschieden.

„Österreich besingt sich als Heimat großer Töchter. Bei der
Bezahlung gehört es zu den Schlusslichtern Europas. Das ist
beschämend für ein Land, das sich bei der Gleichstellung so gerne als
Vorreiter präsentiert. Und noch beschämender ist, dass diese
Bundesregierung nicht einmal jene Maßnahmen zustande bringt, die
längst europäisches Recht sein sollten“, sagt Disoski.

Die EU-Lohntransparenzrichtlinie soll Frauen ermöglichen,
ungerechtfertigte Gehaltsunterschiede aufzudecken und dagegen
vorzugehen. Österreich hätte sie bis zum 7. Juni umsetzen müssen.
Doch fast fünf Monate später fehlt weiterhin die politische Einigung
der Bundesregierung.

„Schluss mit den Ausreden, Schluss mit den Blockaden! Wer seine
Beschäftigten fair bezahlt, hat keinen Grund, sich vor
Lohntransparenz zu fürchten. Dass ausgerechnet bei den Rechten von
Frauen plötzlich Bürokratie als Argument herhalten muss, ist absurd.
Nicht die Offenlegung ungerechter Gehaltsunterschiede ist das
Problem, sondern dass diese Unterschiede überhaupt bestehen. Die
Bundesregierung muss die Richtlinie endlich umsetzen“, fordert
Disoski.

Für Disoski steht die Verzögerung exemplarisch für die Frauen-
und Gleichstellungspolitik der Bundesregierung: „Bei der
Budgetkonsolidierung werden Frauen zur Kasse gebeten, bei ihren
Rechten werden sie vertröstet. Frauen haben sich eine Politik
verdient, die ihre Lebensrealität verbessert. Stattdessen bekommen
sie eine Politik, die sie zusätzlich belastet. Dass ausgerechnet eine
Bundesregierung mit SPÖ-Beteiligung diese Bilanz zu verantworten hat,
ist besonders enttäuschend.“