Wien (OTS) – Während selbst Bundeskanzler Christian Stocker
Konsequenzen für den
Wiener Wirtschaftskammerpräsidenten Walter Ruck fordert, stellt sich
Wiens Bürgermeister Michael Ludwig weiterhin demonstrativ hinter ihn.
Für die Frauensprecherin der Grünen, Meri Disoski, ist das ein
fatales Signal:
„Dass SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig Walter Ruck trotz seiner
sexistischen Aussagen öffentlich verteidigt, macht fassungslos.
Gerade in einer Partei, die Gleichstellung für sich reklamiert,
sollte klar sein: Wer Frauen herabwürdigt, darf nicht auf politische
Rückendeckung zählen. Wenn sogar aus den Reihen der ÖVP Konsequenzen
gefordert werden, der Wiener Bürgermeister aber Walter Ruck weiterhin
den Rücken stärkt, dann läuft etwas gewaltig schief. Wien nennt sich
selbst ,Stadt der Frauen’ – gerade der Bürgermeister müsste
entsprechend handeln und klarstellen, dass Sexismus Konsequenzen
hat“, sagt Disoski.
„Es geht hier längst nicht mehr nur um Walter Ruck. Es geht
darum, welche Botschaft Frauen bekommen. Wenn mächtige Männer
einander trotz sexistischen Verhaltens öffentlich den Rücken stärken,
schützen sie damit auch bestehende Machtstrukturen. Dass ausgerechnet
Wiens Bürgermeister dieses Signal aussendet, ist ein politisches
Armutszeugnis“, sagt Disoski.
Die Grünen fordern weiterhin den Rücktritt von Walter Ruck als
Präsident der Wirtschaftskammer: „Sexismus darf kein Kavaliersdelikt
sein. Wer Frauen herabwürdigt, ist für ein Spitzenamt nicht tragbar.
Walter Ruck muss zurücktreten. Politik muss klar zeigen, dass
Sexismus Konsequenzen hat – unabhängig von Funktion, Parteibuch oder
Netzwerk“, so Disoski abschließend.