Wien (OTS) – Angesichts der alarmierenden Untersuchungsergebnisse von
Greenpeace
zu Asbestbelastungen im Burgenland appelliert die
Umweltschutzorganisation an Landesregierung und Gemeinden,
Sofortmaßnahmen zu ergreifen. Greenpeace fordert auch die
angrenzenden Bundesländer Niederösterreich und Steiermark dringend
auf, entsprechende Schritte zu setzen. Als wichtigste Maßnahmen nennt
Greenpeace in einem 10 Punkte umfassenden “Aktionsplan gegen
Asbestgefahren” unter anderem das Entfernen von freiliegenden
Asbeststeinen an sensiblen Orten wie Kinderspielplätzen, Parks oder
Einkaufszentren sowie das Entfernen von asbesthaltigem Streusplitt.
Greenpeace fordert einen sofortigen Stopp der weiteren Asbest-
Verbreitung sowie vollständige Transparenz darüber, welche Standorte
von dem belasteten Material betroffen sind. Darüber hinaus müssen
auch andere Risikobereiche wie Schotterstraßen in Wohngebieten und
stark genutzte Asphaltflächen, etwa bei Skateparks, rasch untersucht
werden. Betroffene Privatpersonen müssen bei der Problemlösung
unterstützt werden.
Herwig Schuster, Umweltchemiker bei Greenpeace Österreich: “Der
Schutz der Bevölkerung, insbesondere von Kindern, muss oberste
Priorität haben. Landesregierung und Gemeinden müssen dringend
sicherstellen, dass die Menschen in den betroffenen Regionen
keinerlei vermeidbaren Risiken ausgesetzt sind. Administrative Hürden
oder das Abwarten von Messergebnissen dürfen dabei nicht im Weg
stehen. Es heißt jetzt sofort handeln, im Sinne des
Vorsorgeprinzips.”
Der von Greenpeace vorgelegte Aktionsplan empfiehlt, in
Anbetracht der großen Dimension des Problems Prioritäten entlang von
objektiven Risikobewertungen zu setzen. Besonders von freiliegenden
Steinen mit einem Asbestgehalt von über 50 Prozent, wie Greenpeace
sie an mehreren Orten festgestellt hat, gehen größere Risiken aus,
vor allem wenn sie Reibung ausgesetzt sind oder in Bewegung gebracht
werden. Diese sind daher sofort zu entfernen oder die entsprechenden
Bereiche abzusperren. Privatpersonen, die solche Steine auf ihrem
Grundstück haben, muss von öffentlicher Seite der fachgerechte
Abtransport angeboten werden. Asbesthaltiges Material – unabhängig
von der Wahrscheinlichkeit der Freisetzung von gefährlichen Fasern –
mit einer Konzentration über 0,1 % gilt als gefährlicher Abfall und
ist auch so zu entsorgen.
Greenpeace begrüßt die ersten Schritte, die das Land Burgenland
eingeleitet hat, bewertet sie aber als nicht ausreichend. Schuster:
“Es dauert sehr lange, bis Luftmessungen aussagekräftige Ergebnisse
liefern. Das wirkliche Ausmaß der Belastung, etwa bei einem
Kinderspielplatz, lässt sich überhaupt erst an einem trockenen,
sonnigen Tag, an dem viele Kinder den Spielplatz nutzen,
feststellen.” Die Gesundheit der Bevölkerung muss Vorrang haben, so
die Umweltschutzorganisation. Schuster: “Wir rufen die
Verantwortlichen auf Landes- und Gemeindeebene nachdrücklich dazu
auf, jetzt für Sicherheit in den betroffenen Orten und Regionen zu
sorgen. Sie müssen den vorgelegten Aktionsplan rasch und lückenlos
umsetzen.”
Asbest- Aktionsplan: https://act.gp/3O6CnYf
Bildmaterial: https://act.gp/Asbest-Fotos
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