Wien (OTS) – Beinahe 1.000 Teilnehmer*innen in der Beteiligungsphase:
Die zweite
Projektphase ist erfolgreich abgeschlossen. In der Woche ab 9.
November erhalten alle Hernalser*innen die Einladung, sich für den
Zukunftsrat Hernals zu registrieren.
Die zweite Phase des Pilotprojekts „Bezirk mit Wirkung“ , einer
Zusammenarbeit des Büros für Mitwirkung der Stadt Wien und der
Bezirksvorstehung Hernals, ist abgeschlossen: Von Mai bis September
2026 konnten Hernalser*innen vor Ort im Bezirk und online ihre
Erfahrungen und Perspektiven einbringen. 825 Menschen haben an der
Online-Beteiligung auf der Beteiligungsplattform der Stadt Wien
teilgenommen, die Antworten konnten in den fünf meistgesprochenen
Sprachen des Bezirks gegeben werden. Zusätzlich wurden bei 13
aufsuchenden Formaten im Bezirk, von der Gemeindebau-Sprechstunde
über Grätzlfeste bis zum Wiener Demokratietag am Dornerplatz, 164
analoge Themenkarten ausgefüllt.
Jetzt folgt der nächste Schritt: In der Woche ab 9. November
erhalten alle Hernalser*innen per amtlicher Mitteilung die Einladung,
sich für den Zukunftsrat Hernals zu registrieren.
„Die Beteiligung in Hernals zeigt: Wenn wir Mitwirkung einfach
machen und dorthin gehen, wo die Menschen sind, bringen sich viele
ein. Mit dem Zukunftsrat Hernals gehen wir den nächsten Schritt und
stellen durch ein Losverfahren sicher, dass auch die leisen Stimmen
gehört werden“, so Demokratiestadtrat Jürgen Czernohorszky.
Zwtl.: Was Hernals bewegt
Die Ergebnisse der Online-Beteiligung und der Themenkarten
zeichnen ein klares Bild: Hernals wird als „ruhiges Dorf in der
Stadt“ geschätzt, mit seiner Lage zwischen Stadt und Natur und der
Vielfalt an Grätzln und Menschen. Online-Teilnehmer*innen nannten
außerdem Parks und Natur, den öffentlichen Raum, einen kühlen Sommer
und das Unterwegssein im Bezirk als wichtige Themen.
Die Teilnehmenden sind zudem eng mit dem Bezirk verbunden: 53
Prozent der Online-Teilnehmer*innen leben seit über zehn Jahren in
Hernals und zwei Drittel sagen, dass sie im Alltag alles vor Ort
finden – gearbeitet wird allerdings von 74 Prozent außerhalb des
Bezirks.
Die Auswertung zeigt auch: Die Online-Befragung erreicht nicht
alle gleich gut. Menschen mit höherem Bildungsabschluss,
Wahlberechtigte und die Altersgruppe zwischen 30 und 64 sind
überrepräsentiert. Die aufsuchenden Formate und Themenkarten haben
dagegen häufiger jüngere Menschen und Menschen mit
Migrationsbiografie erreicht und ergänzen das Bild damit wesentlich.
„Dieses Ergebnis zeigt, wie wichtig die Arbeit vor Ort ist, um allen
Menschen die Möglichkeit zur Mitwirkung zu geben“, sagt Wencke
Hertzsch, Leiterin des Büros für Mitwirkung.
Zwtl.: Einladung zum Zukunftsrat Hernals: Mitmachen per Losung
Genau hier setzt der Zukunftsrat Hernals an: Er ist ein
Instrument der partizipativen und deliberativen Demokratie und soll
Menschen zu Wort kommen lassen, die bei klassischen
Beteiligungsformaten oft nicht gehört werden, darunter die 37 Prozent
der Hernalser*innen ohne volles Wahlrecht. 16 zufällig ausgeloste
Hernalser*innen ab 16 Jahren (plus 4 Ersatzmitglieder) entwickeln
auch auf Basis der Umfrageergebnisse ein Zukunftsbild zum Thema
„Zusammenleben in Hernals“, das als Orientierung für künftige
Vorhaben dient.
So funktioniert die Teilnahme:
– Ab 9. November: Alle Hernalser*innen erhalten ein Anschreiben als
amtliche Mitteilung. Bei Interesse können sie sich bis 25. November
für die Teilnahme registrieren.
– Bis 18. Dezember: Aus allen Registrierungen werden die Mitglieder
per Zufallslosung ermittelt. Dabei wird auf Diversitätskriterien wie
Gender, Altersgruppe, Bildungsabschluss, Einkommensgruppe und
Erwerbsstatus geachtet, damit der Zukunftsrat ein möglichst
vielfältiges Abbild des Bezirks ist.
– Der Zukunftsrat tagt an drei Terminen:
Am Auftaktwochenende findet am 22. Jänner 2027 ein Kennenlernen
statt, sowie am 23. Jänner 2027 der erste Sitzungstag, gefolgt vom
zweiten Sitzungstag am 13. Februar 2027 . Die Ergebnisse des ersten
Zukunftsrats Hernals werden beim öffentlichen Zukunftscafé am 25.
Februar 2027 vorgestellt und besprochen und den politisch
verantwortlichen Personen übergeben und dem Mitmachnetzwerk Hernals
vorgestellt. Die künftigen Zukunftsratsmitglieder erhalten für ihre
Mitwirkung eine Aufwandsentschädigung.
„Die Ergebnisse geben uns ein konkretes Bild davon, was den
Hernalser*innen beim Zusammenleben wichtig ist. Ich lade alle ein,
die Einladung zu nutzen und sich für den Zukunftsrat Hernals zu
registrieren. Je vielfältiger der Zukunftsrat ist, desto vielfältiger
wird auch das Zukunftsbild für ein gutes Zusammenleben in Hernals“,
betont Bezirksvorsteher Peter Jagsch.
Das Pilotprojekt „Bezirk mit Wirkung“ ist ein
Umsetzungsinstrument der Wiener Demokratie-Strategie auf
Bezirksebene. Es wird vom Büro für Mitwirkung, angesiedelt in der
Abteilung Energieplanung der Stadt Wien (MA 20), gemeinsam mit der
Bezirksvorstehung Hernals umgesetzt. Die gewonnenen Erfahrungen
sollen dazu beitragen, Beteiligungsstrukturen in Wien
weiterzuentwickeln und demokratische Mitgestaltung langfristig zu
stärken.
Mehr Informationen zum Projekt:
https://mitwirkung.wien.gv.at/bezirk-mit-wirkung