Wien (OTS) – Mit scharfer Kritik reagiert der Wirtschaftssprecher der
Wiener FPÖ,
LAbg. Udo Guggenbichler, auf die jüngsten Berichte über
Immobiliengeschäfte und Vermögensverschiebungen innerhalb der
Wirtschaftskammer Wien unter Präsident Walter Ruck. „Was mit dem
Vermögen der Wirtschaftskammer Wien geschieht, fragen sich derzeit
viele Mitglieder, Unternehmer, Funktionäre und Mandatare nach den
jüngsten Enthüllungen in den Medien. Seit Anfang des Jahres sorgen
die Immobilientransaktionen der Wirtschaftskammer Wien für immer
größere Fragezeichen.“
Bereits der Verkauf des Gewerbehauses im Jahr 2019 habe laut
Medienberichten einen potenziellen Schaden von beinahe 14 Millionen
Euro verursacht. Hinzu kämen die millionenschweren Verluste rund um
Schloss Hernstein sowie nun die Auslagerung von Immobilien im Wert
von mehr als 100 Millionen Euro in eine eigens geschaffene
Holdingstruktur.
„Der Vergleich mit Signa hinkt eigentlich nur deshalb, weil Signa
zumindest einen Aufsichtsrat hatte, um den Anschein einer Kontrolle
zu wahren“, kritisiert Guggenbichler.
Besonders schwer wiege der Umstand, dass offenbar nahezu die
Hälfte des Vermögens der Wirtschaftskammer Wien und damit Vermögen
der Wiener Unternehmer in eine Holdingstruktur ausgelagert worden
sei, in der Präsident Ruck ohne weitere Beschlüsse des Präsidiums
weitreichende Entscheidungen treffen könne. „Es ist unfassbar, dass
einer derart weitreichenden Vermögensverschiebung offenbar vom
gesamten Präsidium zugestimmt wurde. Kritik an Präsident Ruck allein
greift hier zu kurz. Auch jene Fraktionen, die dieser Konstruktion
ohne ausreichende Kontrollmechanismen zugestimmt haben, müssen ihr
Handeln dringend hinterfragen“, betont Guggenbichler.
Der FPÖ-Wirtschaftssprecher fordert eine umfassende Prüfung
sämtlicher Vorgänge durch den Kontrollausschuss der
Wirtschaftskammer. Darüber hinaus sei ein Misstrauensantrag gegen
Präsident Ruck durch alle Fraktionen das Mindeste, um verloren
gegangenes Vertrauen wiederherzustellen. „Ich erwarte mir von
Wirtschaftskammer-Präsidentin Martha Schultz endlich ein Machtwort.
Präsident Walter Ruck muss die politische Verantwortung für diese
Vorgänge übernehmen und zurücktreten“, fordert Guggenbichler.
Abschließend verweist der FPÖ-Wirtschaftssprecher auf die
zunehmende Entfremdung vieler Unternehmer von ihrer gesetzlichen
Interessenvertretung: „Wenn schon viele Mitglieder mit den Leistungen
der Wirtschaftskammer Wien unzufrieden sind, dann muss zumindest mit
ihrem Vermögen sorgsam umgegangen werden. Das Vertrauen der
Unternehmen in die Wirtschaftskammer Wien ist bereits schwer
erschüttert.“