Sankt Pölten (OTS) – Weiterhin schwere Mängel an der PH Baden:
Ausgerechnet in einer
Lehrveranstaltung mit dem Titel „Kinder wollen fachlich begleitet
werden. Wissenschaftliche Vertiefung fachdidaktischer Inhalte
Mathematik“ wird Studenten genau das vorenthalten, was ihnen
versprochen wird: Mathe. Konkret wurden laut vorliegenden Infos zwei
Lehrveranstaltungstermine nicht gehalten. Dem nicht genug, ist der
eingesetzte Lehrbeauftragte fachfremd und bat die Studenten um
Übermittlung von Unterlagen, um sich selbst in die Inhalte
einarbeiten zu können.
Besonders brisant: Der eingesetzte Lehrbeauftragte ist kein
Mathematikdidaktiker, sondern Psychologe mit Forschungsschwerpunkten
in Motivation und Gender. In der Lehrveranstaltung selbst räumte er
offen ein: „Ich wurde in diese Lehrveranstaltung reingestoßen, bin
eigentlich Psychologe und an der PH Wien für Hochbegabtenforschung
tätig.“
Bildungssprecher LAbg. Helmut Fiedler zeigt sich empört: „Hier
geht es nicht um einen Einzelfall, sondern um ein strukturelles
Problem. Wenn angehende Volksschullehrer in einem zentralen Fach wie
Mathematik von fachfremdem Personal unterrichtet werden, dann ist das
ein bildungspolitischer Offenbarungseid. Wer die Qualität der
Lehrerausbildung derart verwässert, gefährdet die Bildungszukunft
unserer Kinder.“
Die FPÖ Niederösterreich fordert daher: lückenlose Aufklärung der
Vorgänge an der Pädagogischen Hochschule Baden; Sicherstellung, dass
fachdidaktische Lehrveranstaltungen, ausschließlich von
qualifiziertem Fachpersonal abgehalten werden; Konsequenzen für
Verantwortliche, die solche Zustände zulassen.
„Unsere Kinder haben ein Recht auf gut ausgebildete Lehrer und
unsere Studenten haben ein Recht auf eine seriöse Ausbildung. Beides
wird hier mit Füßen getreten“, stellt Fiedler abschließend klar.