FCG-ÖAAB-AK-Fraktion: Mehr arbeiten ist kein Zukunftsprogramm

Wien (OTS) – Die Forderung der Industriellenvereinigung
Niederösterreich nach
einer 41-Stunden-Woche und der Streichung gesetzlicher Feiertage ist
entschieden abzulehnen. Österreichs Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer brauchen keine weitere Ausdehnung der Arbeitszeit. Sie
brauchen faire Arbeitsbedingungen, sichere Arbeitsplätze und eine
Wirtschaftspolitik, die auf Innovation, Investitionen und
Produktivität setzt. Fritz Pöltl, FCG-ÖAAB-Fraktionsführer in der
Arbeiterkammer Wien, betont: „Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
haben ihren Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg Österreichs längst
geleistet. Jetzt pauschal eine 41-Stunden-Woche und die Streichung
von Feiertagen zu verlangen, ist der falsche Weg. Angesichts dieser
Forderung könnte man meinen, die anhaltende Hitze habe auch bei der
IV Spuren hinterlassen.“ Eine generelle Verlängerung der Arbeitszeit
würde vor allem jene treffen, die bereits heute hohe Belastungen
tragen. Für Eltern, pflegende Angehörige, Pendlerinnen und Pendler
sowie Beschäftigte in körperlich und psychisch belastenden Berufen
bedeutet jede zusätzliche Arbeitsstunde eine weitere Einschränkung
ihrer Lebensqualität. Auch die Forderung nach der Streichung von
Feiertagen ist abzulehnen. „Freizeit und Erholung sind keine
Geschenke der Wirtschaft, sondern wichtige Voraussetzungen dafür,
dass Menschen dauerhaft gesund und leistungsfähig bleiben“, stellt
Pöltl klar.

Zwtl.: Beschäftigte dürfen nicht für Versäumnisse der Wirtschaft
bezahlen

„Wir dürfen nicht zulassen, dass die Beschäftigten zum
Lückenbüßer für wirtschaftspolitische Versäumnisse gemacht werden.
Mehr Arbeitsstunden auf dem Papier schaffen noch keine höhere
Wettbewerbsfähigkeit. Wir brauchen Investitionen in die Menschen, in
Ausbildung und Qualifikation sowie in moderne Arbeitsplätze“,
bekräftigt Peter Gattinger, FCG/GPA Wien-Vorsitzender, die Position
der FCG-ÖAAB-AK Fraktion. Gerade der technische Fortschritt eröffnet
die Möglichkeit, Arbeit produktiver zu gestalten. Digitalisierung und
Automatisierung sollten dazu beitragen, die Menschen zu entlasten –
und nicht dazu führen, dass die gewonnene Produktivität dann in noch
längere Arbeitszeiten umgewandelt wird. „Eine 41-Stunden-Woche ist
kein Zukunftsmodell. Österreich braucht keine Rückkehr zur Logik >
mehr Stunden = mehr Wohlstand<, so Pöltl und Gattinger.

„Daher gilt für uns klar: keine 41-Stunden-Woche. Keine
Streichung von Feiertagen. Kein Sozialabbau durch die Hintertür“, so
die beiden Christgewerkschafter abschließend.