Eurovision Song Contest 2026 erhält drei Zertifizierungen für Nachhaltigkeit

Wien (OTS) – Der Eurovision Song Contest 2026 erhielt am Samstag, dem
9. Mai,
offiziell zwei staatliche Auszeichnungen im Bereich Nachhaltigkeit:
das Umweltzeichen für „Green Producing“ in Film und Fernsehen (UZ 76)
sowie für „Green Event“ (UZ 62). Zusätzlich wurde die Silber-
Zertifizierung von BIO AUSTRIA für den konsequenten Einsatz von Bio-
Lebensmitteln beim Catering vergeben.

Systematischer Zugang zu Nachhaltigkeit

Die Doppelzertifizierung ist Ausdruck eines umfassenden
Nachhaltigkeitskonzepts, das sich durch alle Bereiche der
Veranstaltung zieht: Energieversorgung, Mobilität, Beschaffung und
Kreislaufwirtschaft sind systematisch durchdacht und standardisiert.

Beim Umweltzeichen „green producing“ geht der Eurovision Song
Contest neue Wege. Erstmals in der ESC-Geschichte kommt auf der Bühne
eine vollständig LED- und lasergestützte Beleuchtung zum Einsatz –
eine technologische Innovation, die große Mengen an Energie und
Abwärme einspart. Es werden Batterien statt ständig laufende Diesel-
Generatoren als Notfallsbackup verwendet. Die Materiallogistik ist
optimiert, um unnötige Fahrten zu eliminieren.

Vorbildwirkung für die Eventbranche

Der ORF setzt beim Eurovision Song Contest auf ein umfassendes
Green-Event-Konzept. Konkret bedeutet das: Kein Einweggeschirr und
ausschließlich Mehrwegbecher, ein Großteil davon aus 100 Prozent
recyceltem Material. Die Müllreduktion wird konsequent umgesetzt –
vollständiger Verzicht auf Flyer, Werbeartikel und Gratiszeitungen,
stattdessen digitale Lösungen, wo immer möglich. Beim Catering setzt
der ORF auf eine hohe Bio-Quote und damit regional und ökologisch
hergestellte Produkte aus Österreich. Nicht vermeidbare Emissionen
werden kompensiert.

„Als Umweltminister ist es mir eine besondere Freude, dem ORF für
die Ausrichtung des Eurovision Song Contest 2026 die Umweltzeichen
für Green Meetings und Events sowie für Green TV Producing verleihen
zu dürfen, und gratuliere zu diesem Erfolg. Damit ist Nachhaltigkeit
beim diesjährigen Song Contest kein Schlagwort, sondern konkrete
Verantwortung und konsequentes Handeln: Die Veranstalter leisten
nicht nur einen wichtigen Beitrag für Umwelt- und Klimaschutz,
sondern stärken auch die regionale Wertschöpfung – etwa, indem
regionale Beschaffung und die Beauftragung lokaler Betriebe Standard
und nicht Ausnahme sind. Mit der Zertifizierung des Song Contest 2026
setzen wir also ein starkes Zeichen – weit über die Grenzen
Österreichs hinaus“, sagt Bundesminister Norbert Totschnig.

Geforderte Bio-Quote übertroffen

Der Bio-Anteil in den Catering-Bereichen Crew, Medien,
Delegationen und VIP erreichte 64,3 Prozent – die angestrebte Quote
von 60 Prozent wurde damit übertroffen. Insgesamt versorgt der ESC
damit mehr als 100.000 Personen mit zertifiziertem Bio-Angebot aus
österreichischer Landwirtschaft.

Die hohe Bio-Quote wurde von Beginn an mitgeplant: Bei der
Ausschreibung der Catering-Leistungen wurde der hohe Bio-Anteil zur
Bedingung gemacht. Die konsequente Umsetzung dieses Kriteriums
spiegelt den grundsätzlichen Zugang des ORF beim ESC 2026 wider –
Nachhaltigkeit gilt nicht als Schlagwort, sondern als messbarer
Standard in allen Bereichen der Veranstaltung.

„Wenn Bio-Verpflegung in dieser Größenordnung bei einer
internationalen Großveranstaltung wie dem ESC gelingt, hat das eine
große Vorbildwirkung. Es ist zu hoffen, dass sich viele daran ein
Beispiel nehmen und dieser Erfolg dazu beiträgt, Bio als neuen
Standard in der Veranstaltungsverpflegung zu etablieren“, betonte BIO
AUSTRIA Obfrau Barbara Riegler.

Nachhaltigkeitsbericht stellt Weichen für die Zukunft

Ein besonderes Merkmal des ESC 2026 ist die erstmalige umfassende
CO₂-Bilanzierung. Gemeinsam mit der Stadt Wien erarbeitet der ORF
einen wissenschaftlich fundierten Nachhaltigkeitsbericht, der alle
Emissionen erfasst – von Veranstaltungsbetrieb über TV-Übertragung
bis hin zu Streaming. Die Berechnung des Carbon Footprints erfolgt
mit der Unterstützung von Stakeholdern, wie ASFINAG, ÖBB oder dem
Flughafen Wien. Außerdem werden auch Freiwillige vor Ort bei der
Datenerhebung unterstützen – etwa bei der Befragung von Gästen zur
Anreise. Der Bericht wird nach dem Sommer veröffentlicht.

„Wir wollen nicht nur Nachhaltigkeitsmaßnahmen setzen, sondern
auch daraus lernen und Wissen weitergeben. Diese vielen Initiativen
und der Nachhaltigkeitsbericht nach dem Eurovision Song Contest
sollen transparent machen, wie ein TV-Großevent im 21. Jahrhundert
funktioniert und wie man Nachhaltigkeit leben kann. Dieser Song
Contest hinterlässt eine ‚Sustainability Legacy‘ – als
internationales Best-Practice-Beispiel für die gesamte EBU-Familie.
Künftigen Eurovision-Gastgebern sollen unsere Erkenntnisse als
Orientierung dienen“, so Ingrid Thurnher, Generaldirektorin des ORF.

Der ESC 2026 setzt einen neuen Standard: Weltklasse-Unterhaltung
und konsequente Nachhaltigkeit gehören zusammen. Was Wien zeigt, ist
keine Symbolik – es ist gelebte Praxis mit messbarer Wirkung, die
künftige Veranstaltungen weltweit inspirieren soll.