EU-Autopolitik darf nicht noch mehr Arbeitsplätze in Europa zerstören

Wien (OTS) – Eine Hiobsbotschaft jagt die andere. Während europäische
Arbeitsplätze verloren gehen, drängen chinesische Exporteure bei PKW,
LKW, Bussen und Komponenten auf den europäischen Markt. Weitere
Verluste drohen, umgekehrt wird es für europäische Autobauer immer
schwieriger, auf dem chinesischen Automarkt zu bestehen. Zuletzt
warnte der deutsche LKW-Hersteller Daimler Truck eindringlich vor dem
überhasteten, erzwungenen Umstieg auf E-LKW. Europäische, deutsche
und österreichische Branchenverbände haben schon zuvor mit Nachdruck
gefordert, den europäischen Alleingang zu beenden.

„Vor diesem Hintergrund muss die Europäische Union ihre
Autopolitik, die zum Niedergang ihrer Automobilindustrie beigetragen
hat, neu ausrichten. Dringlichkeit ist gegeben, verlorene
Arbeitsplätze kommen nicht wieder zurück, ganze Strukturen bis hin zu
Raffinerien drohen wegzubrechen. Bei alternativen Kraftstoffen soll
sich nicht wiederholen, dass die EU den Anschluss an die
Technologieentwicklung verpasst“, kritisiert Jürgen Roth, Präsident
der österreichischen eFuel Alliance. „Europa steht wegen seiner
überbordenden, investitions- und innovationsfeindlichen
Rahmenbedingungen als Standort unter starkem Druck der USA und
Chinas, die uns längst überholt haben.“

Auf dem Verhandlungstisch liegen nun zwar endlich
Reformvorschläge der Europäischen Kommission vom Dezember 2025, deren
Inhalte verschärfen jedoch entgegen ihrer erklärten Intention den
falschen Kurs noch weiter. Im Parlament drängen Reformkräfte darauf,
alle technischen Optionen zu nutzen und damit Herstellern mehr
Möglichkeiten an die Hand zu geben, Klimaschutz wirtschaftlich
sinnvoll voranzutreiben.

Genau diese Technologieoffenheit verlangten die europäischen
Autohersteller und Zulieferer bei jedem der zahlreichen
Automobilgipfel, die den Reformprozess auslösten. Das bedeutet keine
Absage der E-Mobilität, sondern eine zeitliche Anpassung entsprechend
den realen Möglichkeiten, die den Herstellern mehr Luft zum Atmen
gibt, um nicht von ihren asiatischen Konkurrenten überrollt zu
werden.

Österreich muss im Parlament wie im Rat Farbe bekennen, fordert
der Chef des österreichischen Branchenverbands: „Wir erwarten, dass
die österreichische Regierung wie die deutsche und italienische ihrer
Verantwortung für gut bezahlte Arbeitsplätze gerecht wird und die
Reformkräfte unterstützt. Elektroautos bleiben ein wichtiger Teil des
Klimaschutzes im Verkehr, sie können aber nicht die einzige Lösung
sein.“

„Viele Menschen ziehen aus nachvollziehbaren Gründen in den
kommenden Jahren nicht den Kauf eines E-PKW in Erwägung, und für
diese klare Mehrheit in der Bevölkerung muss die EU klimaneutrale
Treibstoffe als gleichberechtigte Lösung zulassen“, so Jürgen Roth
weiter.

Zwtl.: Alternative Treibstoffe sind nicht nur bei Flugzeugen
unverzichtbar, sie helfen auch beim Individualverkehr

Alternative Treibstoffe im Straßenverkehr bringen mehr Tempo bei
der Erreichung der Klimaziele 2035 und 2040. Außerdem fallen sie bei
der Produktion von nachhaltigem Flugtreibstoff als Kuppelprodukt an.
Weitere Bereiche, die Elektrofuels benötigen, sind Baumaschinen,
Landmaschinen, kritische Infrastrukturen, Schiffe und Diesel-
Lokomotiven.

„Wer jetzt wegen der Hitzewelle nach zusätzlichen Maßnahmen und
mehr Tempo beim Klimaschutz ruft, kommt am Ersatz fossiler durch
klimaneutrale Treibstoffe nicht vorbei, das ist eine der wirksamsten
Maßnahmen“, betont Jürgen Roth.

Je mehr Technologien und Energieträger genutzt werden, je breiter
die Herkunftsländer diversifiziert sind, desto besser für die
Versorgungssicherheit. „Die Lehre aus den Versorgungsengpässen bei
Erdöl ist, alle Formen erneuerbarer Energie, insbesondere in
chemischer Form („grüne Moleküle“), in die Energieversorgung
einzubinden. Bei der Verbrennung alternativer Fuels wird nur jenes
Kohlendioxid freigesetzt, das zuvor bei der Herstellung gebunden
wurde, argumentiert Präsident Roth.

„Wir fordern die österreichische Bundesregierung und die
österreichischen Abgeordneten auf, sich für die Erweiterung der
Handwerkskastens im Sinne des Wirtschaftsstandorts und des Abbaus der
Abhängigkeit von wenigen Erdöllieferländern und Handelsrouten
einzusetzen“, so sein Appell. Das bedeute nicht, sich von der E-
Mobilität abzuwenden, sondern mehrgleisig und mit größeren Schritten
auf die Klimaziele zuzugehen.

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