Wien/Gland (OTS) – Der WWF warnt eindringlich vor einem möglichen
Kollaps der
Kaiserpinguin-Population und fordert rasche Maßnahmen zum Schutz
dieser ikonischen Art. Anlass ist die aktuelle Neubewertung durch die
Weltnaturschutzunion (IUCN), die den Kaiserpinguin von „gering
gefährdet“ auf „stark gefährdet“ hochgestuft hat. Grundlage dafür
sind unter anderem vom WWF unterstützte Forschungsergebnisse, die
einen dramatischen Rückgang der Population prognostizieren „ Das
Schicksal dieser faszinierenden Tiere liegt in unseren Händen. Die
rasanten Veränderungen in der Antarktis zeigen deutlich, wie
verletzlich Kaiserpinguine gegenüber dem Klimawandel sind. Ohne
sofortiges Handeln steuern sie auf ein mögliches Aussterben bis zum
Ende dieses Jahrhunderts zu “, warnt Georg Scattolin,
Artenschutzexperte beim WWF Österreich.
Der WWF fordert daher entschlossene Maßnahmen auf globaler und
regionaler Ebene. Zentral ist die rasche Reduktion von
Treibhausgasemissionen, um die Erderwärmung möglichst auf 1,5 °C zu
begrenzen. Gleichzeitig ruft der WWF dazu auf, Kaiserpinguine im
Rahmen des kommenden Treffens des Antarktisvertrags im Mai in Japan
als „Besonders geschützte Art“ auszuweisen. Dies würde zusätzlichen
Schutz vor menschlichen Einflüssen wie Schifffahrt und Tourismus
bieten. „Nur durch entschlossenen Klimaschutz und gezielte
Schutzmaßnahmen vor Ort können wir das Überleben der Kaiserpinguine
sichern“, sagt Scattolin.
Besorgniserregende Entwicklungen in der Antarktis: Pinguine unter
Druck
Kaiserpinguine, die ausschließlich in der Antarktis vorkommen, sind
stark vom sogenannten „Packeis“ abhängig – Meereis, das mit dem Land
oder Eisschelfen verbunden ist. Dieses dient ihnen über neun Monate
im Jahr als lebenswichtige Plattform zum Brüten, Aufziehen der
Jungtiere sowie für die Mauser. Doch genau dieses Eis verschwindet
zunehmend durch die Folgen der Klimakrise. Seit 2016 ist ein
deutlicher Rückgang der antarktischen Meereisausdehnung zu beobachten
– sowohl hinsichtlich Fläche als auch Dauer. Die Folge sind massive
Brutverluste: So brachen 2022 vier von fünf bekannten Brutkolonien in
der Bellingshausen-See zusammen, wobei tausende Jungtiere starben, da
sie noch nicht über wasserabweisende Federn verfügten.
Aktuell wird die Population auf etwa 595.000 erwachsene Tiere
geschätzt. Bereits zwischen 2009 und 2018 wurde ein Rückgang von
nahezu 10 Prozent festgestellt. Neuere Studien zeigen eine noch
besorgniserregendere Entwicklung: In Teilen der Westantarktis ging
die Zahl der Kaiserpinguine zwischen 2018 und 2023 um rund 22 Prozent
zurück.
Auch erwachsene Tiere geraten zunehmend unter Druck . Während der
jährlichen Mauser, in der sie ihre wasserabweisenden Federn erneuern,
sind sie besonders anfällig. Bricht das Packeis zu früh auf, droht
ihnen der Tod im eiskalten Wasser. Neue Forschungsergebnisse belegen,
dass sich die Tiere aufgrund schwindender Eisflächen auf engem Raum
konzentrieren müssen, was das Risiko zusätzlich erhöht.
Bilder hier .
Videos hier .