Wien (OTS) – Die Arbeitswelt verändert sich. Digitalisierung,
Klimawandel und
demografische Entwicklungen bringen neue Belastungen für die
Beschäftigten mit sich – körperliche wie psychische. Gleichzeitig
bleiben schwere körperliche Arbeit und der Kontakt mit
krebserzeugenden Arbeitsstoffen ein ernst zu nehmendes Risiko. Die
neue Ausgabe 2/2026 des Magazins Gesunde Arbeit zeigt: Ohne rasche
Modernisierung des Arbeitnehmer:innenschutzes drohen wachsende
Gesundheitsrisiken und neue Schutzlücken.
Digitale Technologien geben zunehmend das Tempo vor: Fast die
Hälfte der Beschäftigten berichtet, dass Systeme ihre Arbeit
maßgeblich steuern, rund ein Drittel nennt steigende Belastung oder
isoliertes Arbeiten als Folge. Gleichzeitig verschärft die Klimakrise
die Situation am Arbeitsplatz – mit mehr Hitzetagen, steigender UV-
Belastung und neuen Gesundheitsrisiken. Während neue Risiken
entstehen, bleiben altbekannte Gefahren bestehen und werden in der
Praxis viel zu oft unterschätzt: In der EU ist nahezu jede zweite
beschäftigte Person potenziell krebserzeugenden Arbeitsstoffen
ausgesetzt, in Österreich sterben jährlich rund 1.800 Menschen an
arbeitsbedingtem Krebs. Muskel-Skelett-Erkrankungen verursachen fast
jeden fünften Krankenstandstag, psychische Erkrankungen nehmen seit
Jahren drastisch zu.
Schutzstandards müssen angepasst werden
In der Praxis zeigt sich erheblicher Nachholbedarf: So verfügen
62 % der Betriebe etwa über keinen Maßnahmenplan zur Vermeidung von
arbeitsbedingtem Stress. Das zieht schwere Folgen nach sich:
psychische Erkrankungen machen bereits heute 11 % aller
Krankenstandstage aus und haben sich seit 1994 (2,6 %) vervielfacht.
Gleichzeitig halten rund 30 % der Beschäftigten es für nicht möglich,
ihre Arbeit bis zur Pension gesund auszuüben. Der
Arbeitnehmer:innenschutz muss daher weiter gedacht und effizienter
werden: Neben physischen Risiken müssen psychische Belastungen mehr
Beachtung finden und in den Fokus rücken. Daher gilt es, Arbeits- und
Organisationpsycholog:innen endlich als Präventivfachkräfte –
gleichberechtigt zu Arbeitsmediziner:innen und Sicherheitsfachkräften
– im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz zu verankern. Auch bieten die
bestehenden Grenzwerte für gesundheitsschädigende Arbeitsstoffe
keinen ausreichenden Schutz vor arbeitsbedingtem Krebs und müssen
dringend aktualisiert werden.
Ein moderner Arbeitnehmer:innenschutz braucht klare, verbindliche
Regeln und eine konsequente Umsetzung im Betrieb. Dazu zählen etwa
wirksame Hitzeschutzmaßnahmen, zeitgemäße Grenzwerte für
gesundheitsschädigende Arbeitsstoffe sowie die Sicherstellung
psychischer Gesundheit am Arbeitsplatz.
Die aktuelle Ausgabe des Magazins Gesunde Arbeit zeigt, welche
konkreten Maßnahmen notwendig sind, damit Beschäftigte auch unter
veränderten Bedingungen langfristig sicher und gesund arbeiten
können.
Magazin Gesunde Arbeit, Ausgabe 2/2026: „Arbeit im Wandel – Zeit
für nächste Schritte im Arbeitnehmer:innenschutz“ – ausgewählte
Themen im neuen Heft:
– Interview mit Martin Gruber-Risak, Sektionschef Arbeitsrecht und
Zentral-Arbeitsinspektorat im Sozialministerium: „Der Arbeitsschutz
muss sich am Menschen orientieren, nicht umgekehrt“
– Tätigkeitsbericht der Arbeitsinspektion, Entwicklungen seit 2009:
Zu wenige Arbeitsinspektor:innen, immer mehr Übertretungen
– Arbeit im Wandel – auch der Schutz für Beschäftigte braucht ein
Update
– Digitalisierung: Die Technologie gibt den Takt vor, KI als
Gestaltungsaufgabe. Plus: Faktencheck zur digitalen Unterweisung
– Reportage MST Muhr Sanierungstechnik: Wo Roboter die Menschen
entlasten
– Neue physische und psychische Belastungen durch die Klimakrise
– Die 8 wichtigsten Fragen um den Hitzeschutzplan. Plus Selbsttest:
Ist Ihr Arbeitsplatz klimafit?
– Strengere Vorgaben für Asbest & Co – AK fordert Umstieg auf
risikobasierte Grenzwerte
– Berufskrankheiten: Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychische
Erkrankungen noch immer nicht anerkannt
– „Gute Bürokratie” als wirksamer Schutzschirm für Beschäftigte
– Neue Serie „Präventionsexpert:innen”: Ergonom:innen in der Praxis
Das Magazin Gesunde Arbeit erscheint viermal jährlich. Es kann
unter www.gesundearbeit.at/magazin kostenlos heruntergeladen oder
bestellt werden.