Caritas: „Doppelbudget jetzt nutzen! Absicherung und Unterstützung für arbeitslose Menschen zentral.“

Wien (OTS) – Am internationalen Tag der Arbeitslosen – einen Tag vor
dem 1. Mai –
machte die Caritas auf die Situation langzeitarbeitsloser Menschen in
Österreich aufmerksam. Gemeinsam mit Bundesministerin Korinna
Schumann, AMS-Wien Geschäftsführer Winfried Göschl und zwei von
Arbeitslosigkeit betroffenen Personen eröffnete Caritasdirektor Klaus
Schwertner die 15. Jobmeile in Wien. Gleich zu Beginn verwies
Schwertner auf aktuelle Arbeitsmarktdaten und internationale Krisen,
die ein beunruhigendes Bild zeichnen würden: „Trotz aller Bemühungen
ist die Trendwende am Arbeitsmarkt vorerst abgesagt. Die
Arbeitslosigkeit steigt. Und der aktuelle Sparzwang hinterlässt erste
Spuren in der aktiven Arbeitsmarktpolitik: Die zur Verfügung
stehenden Mittel wurden bei steigendem Bedarf teilweise gekürzt und
seit zwei Jahren nicht valorisiert“, so Schwertner. Die Caritas
formulierte deshalb vier konkrete Wünsche an die Bundesregierung:
„Wir haben großes Verständnis dafür, dass die öffentliche Hand sparen
muss: Sie sollte das möglichst nicht bei arbeitslosen Menschen tun.
Im Gegenteil benötigen wir gerade jetzt ausreichend Mittel für aktive
Arbeitsmarktpolitik, einen dauerhaft erweiterten Arbeitsmarkt für
langzeitarbeitslose Menschen, Ausnahmen beim Zuverdienst und eine
Reform des Arbeitslosengeldes. Das Arbeitslosengeld liegt in
Österreich nach wie vor deutlich niedriger als im internationalen
Vergleich, viele Betroffene fallen damit unter die
Armutsgefährdungsschwelle. Wir sind überzeugt: Es sollte um
Förderung, um Existenzsicherung und um Befähigung gehen. Mit dem
anstehenden Doppelbudget kann und soll die Bundesregierung
arbeitslosen Menschen wieder den Rücken stärken!“

Bundesministerin Korinna Schumann ergänzt: „Gerade in
herausfordernden Zeiten eines sich wandelnden Arbeitsmarktes und
trotz der budgetär schwierigen Situation bleibt unser
Arbeitsmarktbudget stabil. Wenn der Druck steigt, darf sich der Staat
nicht zurückziehen. Arbeit ist ein Menschenrecht und weit mehr als
ein Einkommen: Sie bedeutet Würde, Teilhabe, Anerkennung und die
Gewissheit, gebraucht zu werden. Deshalb setzen wir gezielt auf
Unterstützung für jene Menschen, die es besonders schwer haben –
Langzeitarbeitslose, ältere Arbeitssuchende und junge Menschen am
Beginn ihres Weges. Mit konkreten Maßnahmen, Qualifizierung und neuen
Chancen schaffen wir Perspektiven und öffnen Türen zurück in den
Arbeitsmarkt. Veranstaltungen wie diese zeigen, was möglich ist, wenn
engagierte Organisationen gemeinsam die Extrameile gehen. Mein
besonderer Dank gilt der Caritas und allen beteiligten Partnern, die
mit ihrem Einsatz konkrete Perspektiven für langzeitarbeitslose,
ältere und junge Menschen schaffen. Unser Ziel ist klar: Niemand soll
zurückgelassen werden – jede und jeder soll die faire Chance
erhalten, seinen Platz in unserer Gesellschaft zu finden und mit
Zuversicht in die Zukunft zu gehen.“

„Noch wichtiger als die Bekämpfung der
Langzeitbeschäftigungslosigkeit ist das Bestreben, sie bereits im
Vorhinein zu verhindern. Das AMS Wien macht da mit kreativen Lösungen
bereits einen guten Job, etwa mit häufigen und effektiven Jobbörsen
und mit guten Beihilfen für Betriebe, die auch ältere Arbeitslose
aufnehmen. Derzeit sind 130 Unternehmens-Profis des AMS Wien in der
ganzen Stadt unterwegs zu mehr als 2.200 Wiener Betrieben, um über
Fördermöglichkeiten für diese Zielgruppe zu informieren. In allen
Fällen lässt sich Langzeitarbeitslosigkeit aber nicht verhindern – da
brauchen wir gute Partnerorganisationen wie die Caritas und die
Unterstützung der Politik“, betont AMS Wien Geschäftsführer Winfried
Göschl .

Zwtl.: //Caritas im Einsatz für arbeitslose Menschen//

Bei der 15. Jobmeile treffen knapp 2.000 Arbeitssuchende auf
konkrete Job- und Beratungsangebote der Caritas und rund 25 weiteren
Trägerorganisationen und Partner treffen. Die Caritas betreibt
darüber hinaus alleine in Wien 19 Beratungs- und
Beschäftigungsprojekte. Im vergangenen Jahr wurden hier 1.793
Menschen beschäftigt und darüber hinaus 4.238 Menschen mit Beratung
unterstützt. Schwertner: „In vielen Fällen gelingt es uns, Menschen
wieder auf den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln.“