Wien (OTS) – Der heute veröffentlichte EU-SILC-Bericht 2025 zeigt:
Die Zahl der
von Armut betroffenen Kinder und Jugendlichen in Österreich ist auf
411.000 gestiegen. Das sind 81.000 mehr als zuvor – und damit eine
Entwicklung, die dem Ziel der Bundesregierung, die Kinderarmut zu
halbieren, widerspricht. Anlässlich dessen ruft die
Bundesjugendvertretung (BJV) die Regierung auf, bei der aktuellen
Erstellung des Doppelbudgets 2027/2028 umgehend auch Mittel für die
dringend notwendige Bekämpfung von Kinderarmut bereitzustellen.
„Mittlerweile ist jedes vierte Kind von Armut oder Ausgrenzung
betroffen. Das hat nicht nur massive Auswirkungen auf ihr derzeitiges
Leben, sondern auch weitreichende Folgen für ihre Zukunft. Die
Kindergrundsicherung muss daher jetzt budgetär abgesichert werden,
damit Kinderarmut wirksam bekämpft werden kann“, betont BJV-
Vorsitzende Lejla Visnjic.
Sozialkürzungen verschärfen Kinderarmut
Außerdem fordert die BJV die Regierung auf, eine weitere
Verschärfung der Kinderarmut zu verhindern. Die bisher bekannt
gewordenen Kürzungen im Sozialbereich auf Bundesebene sowie in den
Bundesländern treffen vor allem jene Familien besonders hart, die
ohnehin schon stark belastet sind. Deshalb muss auch von Maßnahmen
wie einer weiteren Aussetzung der Valorisierung der Familienbeihilfe
Abstand genommen werden. „Kinder wirksam vor Armut zu schützen,
bedeutet mehr als die Sicherung des täglichen Lebensbedarfs. Es geht
auch um gerechte Chancen in der Bildung, einen guten Zugang zur
Gesundheitsversorgung und die Möglichkeit, als Familie gemeinsame
Erholung zu erleben. Deshalb ist es wichtig, nicht bei
Familienleistungen einzusparen, sondern eine Kindergrundsicherung
umzusetzen, die sowohl ausreichende finanzielle Unterstützung als
auch Sachleistungen umfasst“, sagt BJV-Vorsitzender Ahmed Naief.
Hohe gesellschaftliche Folgekosten
Kinderarmut bedeutet nicht nur erhebliche Einschränkungen für die
betroffenen Kinder und Familien, sondern verursacht auch hohe
gesellschaftliche Folgekosten, etwa durch steigende Ausgaben im
Gesundheitsbereich. Aus BJV-Sicht ist eine konsequente Bekämpfung von
Kinderarmut daher auch eine Investition in die Zukunft. „Kinder vor
Armut zu schützen, trägt nicht nur dazu bei, langfristige Kosten für
die Gesellschaft zu reduzieren, sondern stärkt auch die Einhaltung
der Kinderrechte. Denn kein Kind sollte in Österreich in Armut
leben“, so die BJV-Vorsitzenden abschließend.