Wien (OTS) – Mit 30. Juni endet die kostenlose Nachholaktion der
HPV-Impfung für
alle 21- bis 30-Jährigen. Für viele bedeutet das: Wer die Impfserie
noch nicht abgeschlossen hat, muss künftig wieder mehrere hundert
Euro für den empfohlenen Schutz bezahlen. Denn im neuen Doppelbudget
der Bundesregierung ist keine Verlängerung der Gratis-Impfung bis 30
vorgesehen.
Die Bundesjugendvertretung (BJV), der Verein HPV-Impfung jetzt!
und die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) kritisieren
diese Entscheidung und fordern die dauerhafte Kostenübernahme der HPV
-Impfung bis zum 30. Lebensjahr. Denn: „Die HPV-Impfung ist die
einzige Impfung, die nachweislich vor verschiedenen Krebsarten
schützen kann. Gerade deshalb ist es unverständlich, dass
ausgerechnet bei einer der wirksamsten Maßnahmen der Krebsprävention
gespart wird“, erklären die BJV-Vorsitzenden Lejla Visnjic und Ahmed
Naief. Auch das Nationale Impfgremium empfiehlt die HPV-Impfung bis
zum 30. Lebensjahr nachzuholen, sofern sie nicht bereits vor dem 12.
Lebensjahr verabreicht wurde.
Bedarf weiterhin hoch
Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung kommen im Laufe ihres Lebens
mit HPV in Kontakt, die Impfung kann vor krebsverursachenden
Virustypen schützen. Gleichzeitig liegt die Durchimpfungsrate in
Österreich jedoch deutlich unter den internationalen Zielen: „Ende
Mai hatten nur 41 Prozent der 21- bis 30-Jährigen die erste und 30
Prozent die zweite Impfdosis erhalten. Das zeigt, dass es weiterhin
einen kostenlosen Zugang zu dieser wichtigen Vorsorgemaßnahme – und
dafür auch zielgerichtete Informationskampagnen – braucht“, so Lili
Pick, Vorstandsmitglied des Vereins HPV-Impfung jetzt!.
Kosten werden wieder zur Hürde
Mit dem Wegfall der Kostenübernahme für die HPV-Impfung werden
junge Menschen zusätzlich finanziell belastet – und das in einer
Zeit, in der sie bereits mit der Teuerung und steigenden Wohnkosten
konfrontiert sind. „Die vergangenen Jahre haben deutlich gezeigt,
dass ein kostenloses Impfangebot stark nachgefragt wird. Mit dem
Auslaufen der Aktion ist für uns klar: Gerade die Gesundheitsvorsorge
sollte nicht vom Einkommen abhängig sein“, so Viktoria Kudrna, Selina
Wienerroither und Umut Ovat vom ÖH-Vorsitzteam.
Die BJV, der Verein HPV-Impfung jetzt! und die ÖH appellieren
deshalb an die Bundesregierung, im Budget noch Mittel für eine
Verlängerung der kostenlosen HPV-Impfung für alle 21- bis 30-Jährigen
bereitzustellen. Denn Investitionen in wirksame Prävention sparen
langfristig Kosten.