BDO Immo Investment Barometer: Hoher Eigentumswunsch trifft auf strukturelle Leistbarkeitsgrenzen

Wien (OTS) – Wohneigentum ist für die österreichische Bevölkerung ein
zentrales
Element der privaten Vermögensbildung. Gleichzeitig verschärfen sich
die strukturellen Rahmenbedingungen für den Erwerb von Immobilien
zunehmend. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle Immo Investment
Barometer von BDO Austria.

Die Key Findings:

– Ein Haus im Eigentum stellt für 58% der Befragten die attraktivste
Wohnform dar.

– 78% empfinden Immobilien allerdings als kaum noch finanzierbar.

– 60% rechnen (eher) nicht damit, in nächster Zeit eine Immobilie zu
erwerben.

Zwtl.: Eigentum als stabiler Pfeiler der Vermögensvorsorge

Grundsätzlich ist die Präferenz zu Wohneigentum sehr hoch: 79%
der Befragten würden sich – bei freier Wahl – für eine Immobilie im
Eigentum entscheiden. Tatsächlich leben aktuell jedoch nur rund 45%
in den eigenen vier Wänden. Die Attraktivität von Eigentum
unterstreicht dessen Bedeutung als langfristiger Stabilitäts- und
Vorsorgefaktor.
„Wohneigentum wird von der Bevölkerung nach wie vor als wesentlicher
Baustein der privaten Vermögensbildung und Absicherung wahrgenommen.
Diese Grundhaltung ist meiner Erfahrung nach bemerkenswert stabil und
unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen“, erläutert Bernd
Winter, Head of Real Estate bei BDO Austria .

Zwtl.: Marktrealität begrenzt Umsetzung des Eigentumswunschs

Dem hohen Stellenwert von Eigentum steht jedoch eine zunehmend
herausfordernde Marktrealität gegenüber. 78% der Befragten sind der
Ansicht, dass Immobilien heute kaum noch leistbar sind. Als zentrale
Hemmnisse beim Erwerb von Wohneigentum werden insbesondere das hohe
Preisniveau , restriktive Finanzierungsvoraussetzungen sowie
wirtschaftliche Unsicherheiten genannt. Zusätzlich belasten Gebühren
die Investitionsentscheidung.
Mehr als die Hälfte der Befragten beurteilt die aktuelle
Verfügbarkeit geeigneter Immobilien als (eher) schwierig bzw. ist
zwiegespalten ob der Verfügbarkeit. Entsprechend zurückhaltend ist
die kurzfristige Investitionsbereitschaft: Lediglich knapp ein
Fünftel der Befragten hält den Erwerb von Wohneigentum innerhalb der
nächsten zwei Jahre für wahrscheinlich.
„Die Diskrepanz zwischen Eigentumswunsch und tatsächlicher
Umsetzbarkeit nimmt zu. Aus ökonomischer Sicht deutet vieles auf ein
strukturelles Problem hin, das sich nicht allein über
Zinsentwicklungen oder Konjunkturzyklen lösen lässt“, so Bernd
Winter.

Zwtl.: Anpassungsstrategien an knappes Angebot

Angesichts der angespannten Rahmenbedingungen zeigen sich
potenzielle Käufer:innen zunehmend kompromissbereit. Abstriche werden
vor allem beim Baujahr, bei der Größe oder beim Zustand der Immobilie
gemacht. Weniger verhandelbar bleiben hingegen Kriterien wie die
Nachhaltigkeit des Eigentums, das Vorhandensein eines Gartens bzw.
einer Freifläche sowie die Lichtverhältnisse in der Immobilie.
Diese Verschiebung verdeutlicht eine zunehmende Rationalisierung der
Kaufentscheidungen, ohne jedoch die grundsätzlichen
Qualitätsanforderungen an Wohnimmobilien infrage zu stellen.

Zwtl.: Preis- und Mietentwicklung weiterhin unter Aufwärtsdruck

Die Erwartungen an die weitere Marktentwicklung sind eindeutig:
Rund 80% der Befragten rechnen in den kommenden fünf Jahren mit
steigenden Preisen für Wohneigentum. Bei Mietwohnungen ist die
Einschätzung noch klarer – mehr als 85% erwarten steigende Mieten.
Diese Erwartungen verstärken den wahrgenommenen Handlungsdruck sowohl
auf Nachfrageseite als auch auf regulatorischer Ebene.
Gleichzeitig fällt die Einschätzung der langfristigen ökonomischen
Bewertung eindeutig aus: Rund zwei Drittel der Befragten halten
Wohneigentum über einen längeren Zeitraum für kostengünstiger als
Miete. Auch aus individueller Perspektive überwiegt die Präferenz für
Eigentum deutlich.

Zwtl.: Einordnung und Ausblick

„Das BDO Immo Investment Barometer zeigt, dass der
österreichische Immobilienmarkt vor einer nachhaltigen Balanceaufgabe
steht. Der hohe gesellschaftliche Stellenwert von Wohneigentum trifft
auf steigende Preise, eingeschränkte Leistbarkeit und zunehmende
regulatorische Komplexität. Daraus ergibt sich ein klarer
Handlungsbedarf für Politik, Finanzwirtschaft und Immobilienbranche –
insbesondere im Hinblick auf Finanzierungsmodelle, Angebotsstrukturen
und langfristige Standortpolitik“, erklärt Bernd Winter.

Das BDO Immo Investment Barometer beruht auf einer repräsentativen
Konsumentenbefragung unter 1.704 Personen ab 18 Jahren, die im
zweiten Halbjahr 2025 von marketagent durchgeführt wurde. Der Bericht
wird halbjährlich veröffentlicht und analysiert Einstellungen,
Erwartungen und Entscheidungsfaktoren rund um Wohnen, Eigentum und
Immobilienmärkte in Österreich.