Bankomatsprenger-Netzwerke im Visier der Strafverfolgungsbehörden

Wien (OTS) – Bei der Pressekonferenz am 31. Juli 2025 in Wien
präsentierten
Andreas Holzer, Direktor des Bundeskriminalamtes, Nina Bussek,
Leiterin der Medienstelle und Erste Staatsanwältin der
Staatsanwaltschaft Wien, sowie Gerhard Winkler, Leiter der
Ermittlungsdienste im Landeskriminalamt, gemeinsame
Ermittlungserfolge im Kampf gegen Bankomatsprengungen. Im Zentrum
stand ein klarer Erfolg polizeilicher Ermittlungsarbeit: 14
Festnahmen, zahlreiche Sicherstellungen und eine enge internationale
Kooperation zur Bekämpfung hochprofessionell agierender Tätergruppen.

„Die ausgezeichnete Kooperation mit den niederländischen
Sicherheitsbehörden ist für die AG Bankomat von entscheidender
Bedeutung. Dieses wichtige Thema stand im Fokus der Gespräche mit dem
niederländischen Innenminister“, sagte Innenminister Gerhard Karner.

„Die koordinierten Ermittlungen der AG Bankomat haben in kurzer
Zeit zu beachtlichen Erfolgen geführt – doch das war erst der Anfang.
Wir werden weiterhin mit voller Konsequenz diese gefährliche Form der
Kriminalität bekämpfen. Der Schulterschluss im Rahmen des
Bankengipfels zeigt ebenfalls Wirkung. Ich bedanke mich bei allen
Beteiligten für ihre ausgezeichnete Kooperation und bei meinen
Kriminalistinnen und Kriminalisten für ihre ausgezeichnete Arbeit“,
betonte der Direktor des Bundeskriminalamts Andreas Holzer.

Gezielte Ermittlungen – erfolgreiche Bilanz

Seit Jahresbeginn 2025 wurden in Österreich 26
Einbruchsdiebstähle durch Sprengung von Geldausgabeautomaten verübt.
In zwölf Fällen blieb es beim Versuch, doch der Sachschaden und das
Gefährdungspotenzial für Unbeteiligte sind enorm. Die Täterinnen und
Täter agieren arbeitsteilig und hochgradig organisiert, oft mit
klarer Rollenzuweisung – etwa als Sprenger, Logistiker oder
Verbindungspersonen.

Dank intensiver Ermittlungen konnten bis dato:

24 Beschuldigte und neun Verdächtige identifiziert,

14 Personen festgenommen und

12 Hausdurchsuchungen durchgeführt werden (davon sechs in den
Niederlanden).

Zudem wurden bedeutende Sachbeweise sichergestellt:

16 Roller

Über 50 Mobiltelefone sowie über 30 weitere Datenträger

400 bis 500 Gramm Sprengstoff

Suchtmittel: 100 Gramm Kokain, 98 Gramm Cannabiskraut

Bekleidung mit mutmaßlichem Tatbezug

39.000 Euro Bargeld

Zu den Tätigkeiten der Staatsanwaltschaft Wien erklärte die
Leiterin der Medienstelle und Erste Staatsanwältin Nina Bussek: „Die
Staatsanwaltschaft Wien hat seit Oktober 2024 in diesem
Ermittlungsverfahren über 100 Anordnungen erlassen, darunter etwa 40
Telefonüberwachungen, mehrere Sicherstellungen und Festnahmen.
Darüber hinaus wurde eine Vielzahl an DNA-Spuren sichergestellt und
ausgewertet.“

Spezialermittlungsgruppe und Sicherheitspakt mit Banken

Als Reaktion auf die zunehmenden Vorfälle wurde im März 2025 die
Arbeitsgruppe Bankomat (AG Bankomat) im Bundeskriminalamt
eingerichtet. Diese unterstützt gezielt die Landeskriminalämter bei
operativen Maßnahmen, erstellt Analysen und fungiert als Drehscheibe
zu den internalen Sicherheitsbehörden. Besonders hervorzuheben ist
der Sicherheitspakt zwischen dem BMI und der Bankenbranche, der im
April 2025 unterzeichnet wurde. Ziel ist hier, nicht nur
strafrechtlich konsequent zu handeln, sondern durch Prävention
künftige Taten zu verhindern.

„Der Schlüssel zum bisherigen Erfolg war aus meiner Sicht die
Kombination aus altmodischer, akribischer und hartnäckiger
Ermittlungsarbeit, dem guten Vernetzen von österreichischen und
internationalen Ermittlerinnen und Ermittlern durch die AG Bankomat
und die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft
Wien“, bedankte sich auch der Leiter des Ermittlungsdienstes des LKA
Wien, Gerhard Winkler.

Internationales Phänomen – nationale Entschlossenheit

Die Tätergruppierungen, zumeist mit Wurzeln in den Niederlanden
und nordafrikanischem Hintergrund, agieren über Ländergrenzen hinweg
– doch auch die Sicherheitsbehörden arbeiten grenzüberschreitend
zusammen. Die bisherigen Erfolge belegen, dass internationale
Kooperation, strategische Planung und akribische Ermittlungen einen
wesentlichen Schlüssel zur Bekämpfung dieses Phänomens darstellen.

Datenschutzinfo