Wien (OTS) – Geopolitische Unsicherheit, steigende Cyberrisiken und
der rasante
Ausbau Künstlicher Intelligenz verändern die Anforderungen an die
digitale Infrastruktur grundlegend. Gleichzeitig ist Europa bei
zentralen digitalen Technologien weiterhin stark von Anbietern
außerhalb der EU abhängig.
Vor diesem Hintergrund präsentieren der Fachverband
Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT)
mit seiner Berufsgruppe Informationstechnologie und der Verband
Österreichischer Software Innovationen (VÖSI) den neuen Austrian
Cloud Atlas. Die interaktive Karte schafft erstmals einen
strukturierten Überblick über Cloud-Anbieter, Rechenzentren, Managed
Service Provider, Integratoren und weitere Anbieter digitaler
Infrastruktur in Österreich. „Unternehmen müssen wissen, wo ihre
Daten liegen, von welchen Technologien sie abhängig sind und welche
Alternativen ihnen zur Verfügung stehen. Genau hier schafft der
Austrian Cloud Atlas Transparenz“, sagt Wilfried Drexler, Obmann des
Fachverbands UBIT.
Sichtbarkeit schafft Wahlfreiheit
Mit der zunehmenden Digitalisierung und dem Einsatz von KI wächst
die Abhängigkeit von leistungsfähigen Cloud- und Rechenkapazitäten.
Gleichzeitig werden Fragen nach Datenhoheit, Sicherheit, Resilienz
und der Kontrolle kritischer Infrastruktur immer wichtiger. Auch die
europäische Cloud-and-AI-Strategie setzt deshalb ausdrücklich auf den
Ausbau eigener Kapazitäten und einen gemeinsamen Rahmen zur Bewertung
von Cloud- und KI-Souveränität.
„Digitale Souveränität bedeutet österreichische Lösungen fördern.
Österreich verfügt über leistungsfähige IT-Unternehmen, Rechenzentren
und Cloud-Anbieter. Was bisher gefehlt hat, ist ein transparenter
Gesamtüberblick. Der Austrian Cloud Atlas macht diese Kompetenzen
sichtbar und gibt Unternehmen eine zusätzliche Grundlage für bewusste
Infrastrukturentscheidungen“, erklärt Martin Puaschitz, Sprecher der
Berufsgruppe Informationstechnologie im Fachverband UBIT.
Von Cloud bis KI: Europas digitale Handlungsfähigkeit stärken
Der Austrian Cloud Atlas ergänzt bestehende Initiativen wie die
Österreichische KI-Landkarte und das DigSOV-Modell des VÖSI. So
werden Infrastruktur, Cloud, Künstliche Intelligenz und
technologische Abhängigkeiten gemeinsam betrachtet. „Digitale
Souveränität bedeutet, selbst entscheiden zu können, welche
Technologien wir einsetzen, und auch wechseln zu können, wenn sich
die Rahmenbedingungen ändern. Dafür müssen Infrastruktur, Software
und KI gemeinsam betrachtet werden. Der Austrian Cloud Atlas macht
die österreichische Anbieterlandschaft sichtbar. Gemeinsam mit der KI
-Landkarte und dem DigSOV-Modell des VÖSI schaffen wir Orientierung:
Welche Möglichkeiten gibt es, welche Abhängigkeiten entstehen und wie
erhalten Unternehmen ihre Handlungsfähigkeit? Für den Standort
Österreich geht es dabei um die Fähigkeit, digitale Wertschöpfung
selbst zu gestalten“, sagt Peter Lieber, Vize-Präsident des VÖSI.
Praxisbeispiel: Mehrwert für Unternehmen
Wie der Austrian Cloud Atlas in der Praxis einen konkreten
Mehrwert schaffen kann, zeigt das Beispiel von next layer. Der
österreichische Internet-Service-Provider und Betreiber digitaler
Infrastruktur ist bereits in der Landkarte vertreten. „Für
Unternehmen ist es heute entscheidend zu wissen, welche Infrastruktur
und welche Leistungen in Österreich verfügbar sind. Der Austrian
Cloud Atlas schafft hier einen einfachen Zugang zu dieser
Information. Gerade im B2B-Bereich geht es nicht nur darum, einen
einzelnen Anbieter zu finden, sondern unterschiedliche Möglichkeiten
vergleichen und die für den jeweiligen Anwendungsfall passende
Infrastruktur auswählen zu können“, sagt Georg Chytil,
Geschäftsführer von next layer. Als Betreiber digitaler Infrastruktur
übernimmt next layer dabei eine zentrale Schnittstellenfunktion
zwischen Technologie und den Unternehmen, die darauf aufbauen.
Rechenzentren brauchen eine gemeinsame Strategie
Neben der Sichtbarkeit bestehender Angebote braucht es aus Sicht
der Branche auch einen gemeinsamen strategischen Rahmen für den
weiteren Ausbau der digitalen Infrastruktur. „Während zahlreiche
europäische Länder bereits nationale Rechenzentrumsstrategien
vorgelegt haben und die Europäische Union mit dem Cloud and AI
Development Act (CADA) an einem gemeinsamen europäischen Rahmen
arbeitet, entstehen in Österreich zunehmend länderspezifische
Einzelregelungen und Beschränkungen.
Was fehlt, ist ein abgestimmtes nationales Zielbild“, sagt Martin
Madlo, Präsident der Austrian Datacenter Association (ADCA).
Best-Practice-Beispiele aus anderen Ländern könnten dabei
Orientierung geben.
Mit Blick auf den auf EU-Ebene diskutierten Cloud and AI
Development Act stelle sich zudem die Frage, wo künftig zusätzliche
Cloud- und KI-Kapazitäten entstehen sollen. „Die Branche und die
Energieversorger müssen in diese Diskussion stärker eingebunden
werden. Rechenzentren, Energieversorgung, Netzausbau und digitale
Infrastruktur müssen gemeinsam gedacht werden, wenn Österreich seine
Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern will“, so WKÖ-Fachverband
UBIT-Obmann Martin Puaschitz abschließend.
Mehr zum Austrian Cloud Atlas unter https://www.austrian-cloud-
atlas.at (PWK534/JHR)