Wien (OTS) – Am 17. April 2026 eröffnete Innenminister Gerhard Karner
mit Oskar
Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG), die
Ausstellung, die die jüngere Geschichte antijüdischer Gewaltakte
aufzeigt. Die Botschafter von Israel und den USA in Österreich, David
Roet und Arthur Graham Fisher, waren mit Redebeiträgen beteiligt. Die
Ausstellung befindet sich im Amtsgebäude Hintere Zollamtsstraße in
Wien und kann unter Voranmeldung besucht werden.
In seinen Eröffnungsworten ging Innenminister Karner auf die
laufende Arbeit der Polizei zum Schutz des jüdischen Lebens in
Österreich ein und unterstrich die Bedeutung der Prävention von
Antisemitismus und Extremismus als gesamtgesellschaftliche Aufgabe:
„Antisemitismus zu bekämpfen heißt, das Geschehene zu verstehen, um
für die Zukunft zu lernen. Wir setzen alles daran, Jüdinnen und Juden
in Österreich ein Leben in Sicherheit zu gewährleisten.“
Im Rahmen der von Abteilungsleiter Stephan Mlczoch (Historische
Angelegenheiten, Innenministerium) moderierten Ausstellungseröffnung
wurden darüber hinaus verschiedene Perspektiven auf die Geschichte
und Gegenwart des Antisemitismus diskutiert.
Nationalratspräsident a.D. Wolfgang Sobotka erörterte die
dominierenden politischen und religiösen Motive des Antisemitismus im
Laufe der Zeit, während IKG-Präsident Deutsch den Bogen zur Gegenwart
spannte und die Situation der Jüdinnen und Juden im Jahr 2026 in
Österreich beschrieb. Die für das „UK National Holocaust Museum“
tätige Universitätsprofessorin Maiken Umbach gab als Mitgestalterin
der Ausstellung einen Einblick in die Entstehung und bisherige Bilanz
von „The Vicious Circle“.
Bei einer zweiten Gesprächsrunde standen internationale
Sichtweisen im Fokus. Botschafter Roet schilderte den anhaltenden
Effekt des von der Terrororganisation Hamas verübten Angriffs am 7.
Oktober 2023 auf Israel und seine Bevölkerung. Eine globale
Perspektive auf den gegenwärtigen Antisemitismus und dessen
Auswirkungen eröffnete der Beitrag von Botschafter Fisher.
Im Anschluss an die offizielle Eröffnung der Ausstellung
erhielten Polizeischülerinnen und Polizeischüler des Bildungszentrums
Wien die erste Führung durch die Ausstellung.
Die Ausstellung zeigt fünf Geschichten in einer eindrucksvollen
runden Installation mit Originalobjekten, Texten und auf
Videobildschirmen. Sie erzählen vom harmonischen Zusammenleben
jüdischer Gemeinden aus Berlin 1938, Bagdad 1941, Kielce (Polen)
1946, Aden (Jemen) 1947 und Israel 2023, die dasselbe Schicksal
erfuhren: Pogrome und ethnische Säuberung. Von den Novemberpogromen
1938, die auch in Wien unermessliches Leid verursachten und den
Auftakt für die Shoah bildeten, bis hin zum Angriff der
Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023, dem größten
gezielten Massaker an Jüdinnen und Juden seit dem Holocaust.
„The Vicious Circle“ wurde vom UK National Holocaust Museum
konzipiert und zum 80. Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2025 in
London eröffnet. Die Ausstellung erforscht den „Teufelskreis“ und
will dazu beitragen, den Antisemitismus des 21. Jahrhunderts zu
durchbrechen.
Weitere Stationen der Ausstellung waren das Europäische Parlament
und im deutschsprachigen Raum das Berliner Abgeordnetenhaus, das
Rathaus Neukölln, die Gedenkstätte Haus der Wannseekonferenz sowie
die Universität Münster. Nun wird die Ausstellung auf Initiative des
Bundesministeriums für Inneres das erste Mal in Österreich gezeigt.
Die Ausstellung ist vom 17. April bis zum 8. Mai 2026 im
Amtsgebäude Hintere Zollamtsstraße 1 (1030 Wien) zu Gast und kann
unter Voranmeldung zu bestimmten Terminen besucht werden. Eine
Anmeldung kann über diesen Link erfolgen:
https://bmi.liland.cloud/app/registration/form/event/6083132/client/-
bmi .
Darüber hinaus können interessierte Gruppen unter
[email protected] eine Anfrage unter Angabe eines
gewünschten Datums und Personenanzahl schicken.