Wien/Salzburg (OTS) – Die Zahl der bei Stopline gemeldeten illegalen
Inhalte hat 2025 einen
neuen Höchststand erreicht. Erstmals betraf mehr als jede zweite
Meldung tatsächlich illegale Inhalte. Insgesamt prüften die
Mitarbeitenden der österreichischen Meldestelle im vergangenen Jahr
über 75.000 Hinweise und musste dreimal so viele Fälle wie im Jahr
zuvor als illegal einstufen.
Insgesamt 75.089 Meldungen erreichten Stopline, die
österreichische Meldestelle gegen sexuelle Missbrauchsdarstellungen
Minderjähriger und nationalsozialistische Wiederbetätigung im
Internet, im Jahr 2025. Das ist die zweithöchste Anzahl im Lauf des
27-jährigen Bestehens der unabhängigen Plattform. 38.264 dieser
Meldungen wurden als illegal eingestuft. Das entspricht 50,9 Prozent
und markiert damit einen neuen Negativrekord. Der überwiegende Teil
der Fälle betraf Darstellungen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger (
38.223 Fälle). Inhalte im Zusammenhang mit nationalsozialistischer
Wiederbetätigung gingen hingegen deutlich zurück und wurden in 41
Fällen festgestellt (2024: 93).
Damit setzt sich ein besorgniserregender Trend fort: Während 2023
noch rund ein Drittel der Meldungen zutreffend war, lag der Anteil
2024 bereits bei etwa 47 Prozent. Die aktuelle Entwicklung (51
Prozent in 2025) bedeutet nicht nur einen massiven Anstieg illegaler
Inhalte, sondern auch eine deutlich höhere Belastung für die
Meldestelle.
„Dass nahezu jede zweite Meldung zutreffend ist, hat unser
kleines Team sowohl organisatorisch als auch emotional an seine
Grenzen gebracht“, erklärt Barbara Schloßbauer, Projektleiterin der
Stopline.
Zwtl.: Positives Signal aus Österreich
Im Bereich Hosting gibt es eine positive Entwicklung: 2025 wurde
kein einziger gemeldeter illegaler Inhalt bei einem österreichischen
Provider gehostet. Im Jahr zuvor hatte es zum ersten Mal einen Fall
gegeben, der ausreichte, um Österreich statistisch an die Spitze der
Ursprungsländer zu bringen.
„Löschen statt Sperren hat sich bewährt. Die enge und gute
Zusammenarbeit zwischen Meldestelle, Providern und Behörden sorgt
dafür, dass illegale Inhalte rasch entfernt werden und Österreich
somit ein unattraktiver Hosting-Standort für derartige Inhalte ist“,
betont ISPA-Generalsekretär Stefan Ebenberger.
Zwtl.: Internationale Zusammenarbeit entscheidend
Als Teil des internationalen INHOPE Netzwerks arbeitet Stopline
mit 57 Partner-Hotlines in 53 Ländern zusammen, um illegale Inhalte
weltweit so schnell wie möglich zu entfernen. Trotz ihrer
vergleichsweisen kleinen Struktur zählt Stopline zu den aktivsten
Meldestellen im gesamten Netzwerk.
Zwtl.: Mehr Sichtbarkeit für mehr Schutz
Neben der operativen Arbeit setzt Stopline seit vielen Jahren
verstärkt auf Aufklärung und Vernetzung. Durch Informationsarbeit in
den sozialen Medien, den regelmäßigen Austausch mit Stakeholdern und
die Mitarbeit in nationalen sowie internationalen Gremien soll das
Bewusstsein für illegale Inhalte im Internet weiter geschärft werden.
Zwtl.: Herausforderungen in der Strafverfolgung
Aufgrund der engen Zusammenarbeit mit den
Strafverfolgungsbehörden in Österreich erlebt Stopline hautnah neue
Herausforderungen bei der Aufdeckung von Straftaten mit. Die
Zulässigkeit von Beweismitteln nach § 115 f. ff StPO (österr.
Strafprozessordnung) sieht vor, dass Anordnungen zur Beschlagnahme
von Beweisen durch das Gericht auf einen engen Zeitraum beschränkt
sein müssen. Oftmals ergeben sich aber erst im Rahmen einer
Hausdurchsuchung oder Beschlagnahme von Geräten neue Beweise. Liegt
die Straftat außerhalb des bewilligten Zeitfensters, besteht die
Gefahr, dass sie unentdeckt bleibt oder zumindest neuerliche
aufwendige Anordnungen durch das Gericht zu treffen sind, damit die
weiteren strafrechtlich relevante Handlungen ebenfalls verfolgt
werden können.
Weitere Informationen finden Sie im Stopline Jahresbericht 2025
unter: www.stopline.at
Zwtl.: Über Stopline – 28 Jahre Meldestelle
Stopline wurde 1998 von der ISPA gegründet und ist eine von den
Behörden anerkannte Meldestelle gegen sexuelle
Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger und nationalsozialistische
Wieder-betätigung im Internet. Stopline ist eingebunden in INHOPE,
ein weltweites Netzwerk an Meldestellen. Finanziell unterstützt wird
Stopline von Mitteln des Safer-Internet-Programms der EU sowie der
österreichischen Domain-Registry nic.at.
Zwtl.: Über ISPA
Die ISPA – Internet Service Providers Austria – ist der
Dachverband der österreichischen Internetwirtschaft. Sie wurde 1997
als eingetragener Verein gegründet und vertritt rund 220 Mitglieder
aus den Bereichen Access, Content und Services u. a. gegenüber
Politik, Verwaltung und anderen Gremien. Ziel der ISPA ist die
Förderung des Internets sowie die Kommunikation der Marktteilnehmer
untereinander.