Wien (OTS) – Am Montag, dem 7. September, beginnt für die ersten
Bundesländer das
neue Schuljahr. Doch auch während der Sommerferien gab es keine Pause
von bildungspolitischen Entscheidungen. Seit 1. September ist das
Kopftuchverbot für Schülerinnen unter 14 Jahren in Kraft. Zum
Schulbeginn versammelte sich die Aktion kritischer Schüler_innen (AKS
) deshalb heute vor dem Bundeskanzleramt, um ein klares Zeichen gegen
das Verbot zu setzen.
Für die AKS ist klar: Verbote schaffen keine Lösungen. Statt
Schülerinnen vorzuschreiben, was sie tragen dürfen und was nicht,
braucht es eine Bildungspolitik, die junge Menschen ernst nimmt, ihre
Selbstbestimmung stärkt und ihre Stimmen hört.
„Es ist wichtig, dass Schüler_innen selbstbestimmt über sich und
ihren Körper entscheiden können und aktiv mitreden, wenn es um ihr
Bildungssystem geht. Wir wollen die Mündigkeit junger Mädchen stärken
und sie nicht dem Zwang ausliefern!“ erklärt die Bundesvorsitzende
der AKS, Julia Greiner.
Auch das Antirassismusteam der AKS kritisiert das seit 1.
September geltende Verbot. „Das Verbot greift direkt in die
Selbstbestimmung junger Menschen ein und schafft neue Ausgrenzungen
an unseren Schulen. Schule muss ein Ort der Akzeptanz und freien
Entfaltung sein, kein Ort der Bevormundung. Wir fordern die sofortige
Rücknahme dieser Regelung!“ erklärt Mayas Jahjah, Salzburg, Mitglied
des Antirassismusteams der AKS.
„Freiheit entsteht nicht durch Verbote. Wer Integration fordert,
darf Ausgrenzung nicht zum Gesetz machen. Ein Kopftuchverbot sagt
muslimischen Mädchen: Ihr gehört nur dazu, wenn ihr einen Teil eurer
Identität ablegt.“ ergänzt Yara Alnahhas, Wien, Mitglied des
Antirassismusteams der AKS.
„Religionsfreiheit und individuelle Entscheidungsfreiheit sind
Grundvoraussetzungen unserer Demokratie. Ein Verbot schränkt junge
Frauen zusätzlich ein und reduziert sie auf ihr Äußeres. Wir müssen
mit ihnen sprechen, nicht über sie.“ so Estelya Öz, Niederösterreich,
Mitglied des Antirassismusteams der AKS.
„Eine demokratische Bildungspolitik darf nicht entscheiden, wer
aufgrund seiner Religion dazugehört und wer nicht. Sie muss dafür
sorgen, dass jedes Kind und jede_r Schüler_in unabhängig von
Herkunft, Religion oder Aussehen die gleichen Rechte, Chancen und die
gleiche Stimme hat. Antirassismus bedeutet für uns nicht nur gegen
Ausgrenzung zu sein – sondern gemeinsam für eine Schule und eine
Gesellschaft zu kämpfen, in der wirklich alle dazugehören.“ sagt
Maisaa Bakor, Oberösterreich, Mitglied des Antirassismusteams der
AKS.
Mit Bannern und Masken machte die AKS vor dem Bundeskanzleramt
auf ihre Kritik aufmerksam. Die Organisation fordert eine
Bildungspolitik, die nicht über die Köpfe von Schüler_innen hinweg
entscheidet, sondern ihnen zuhört und echte Mitbestimmung ermöglicht.
„Wir wollen keine Politik, die über unsere Köpfe hinweg
entscheidet. Wir wollen eine Schule, in der Schüler_innen selbst
mitreden und mitentscheiden können. Denn wer über die Zukunft junger
Menschen spricht, muss auch ihre Stimmen hören“ , so Julia Greiner
abschließend.
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