Wien (OTS) – Seit April 2023 zeigt sich jeden Monat ein ähnliches
Bild: Die
Arbeitslosigkeit in Österreich steigt kontinuierlich an. Auch im
Dezember 2025 gibt es einen erneuten Zuwachs von 2 Prozent an
Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer:innen gegenüber Dezember 2024.
Bei Frauen stieg diese Zahl sogar um 5,3 Prozent. Diese Entwicklung
hinterlässt deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt.
Besonders Frauen sind aktuell stärker vom Anstieg der
Arbeitslosigkeit betroffen. Dies hängt unter anderem mit dem
steigenden Frauenpensionsalter und der schlechten Lage im Handel
zusammen. Viele Frauen stehen vor einer schwierigen Situation für
ihre Existenzsicherung, da sie im Durchschnitt ein geringeres
Einkommen und damit auch eine niedrigere Arbeitslosenleistung
erhalten.
„Frauen sind besonders stark von der steigenden Arbeitslosigkeit
betroffen. Wir müssen dringend Maßnahmen ergreifen, um ihre
Existenzsicherung zu gewährleisten“, betont AK Präsidentin Renate
Anderl.
Eine weitere besorgniserregende Entwicklung ist der deutliche
Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit. In Bereichen wie der Pflege
oder vielen handwerklichen Berufen wird nach Fachkräften gesucht. Oft
passen die vorgewiesenen Qualifikationen nicht für die angebotene
Stellen. Eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer zeigt aber auch,
dass es sich um Diskriminierung aufgrund von Alter oder Herkunft,
handelt. „Die Diskriminierung von älteren und zugewanderten Menschen
auf dem Arbeitsmarkt ist inakzeptabel. Wir müssen sicherstellen, dass
jede und jeder eine faire Chance bekommt“, fordert Anderl.
Die Wirtschaftsprognosen für das kommende Jahr sind vorsichtig
positiv. Das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) prognostiziert für
2026 ein Beschäftigungswachstum von +0,7% und einen leichten Rückgang
der Arbeitslosigkeit um -1,3%. Neben wirtschaftlichen Impulsen, wie
dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs, Investitionen in erneuerbare
Energien und dem Schaffen von Wohnraum, sind verstärkte Investitionen
in die Arbeitsmarktpolitik notwendig:
–
Bessere Chancen für Frauen: Um Frauen auf dem Weg in
Beschäftigung gezielt zu begleiten, braucht es mehr Kapazitäten in
frauenspezifischen Beratungseinrichtungen und mehr Qualifizierungen,
denn ein stabiler Einstieg und Verbleib im Erwerbsleben gelingt durch
Ausbildung.
–
Bessere Existenzsicherung: Arbeitsuchende müssen im Rahmen der
Arbeitslosenversicherung finanziell besser abgesichert werden, das
bedeutet eine Erhöhung der Nettoersatzrate und der Familienzuschläge,
davon würden Frauen verstärkt profitieren.
–
Mehr Qualifizierungen: Arbeitskräfte müssen in den Bereichen
ausgebildet werden, wo sie benötigt werden, das erfordert
entsprechende Investitionen. Besonders junge und zugewanderte
Menschen ohne Ausbildung müssen nachhaltig unterstützt werden.
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Nachhaltigere Beschäftigungsintegration: Es braucht mehr Mittel
für Beratungs- und Beschäftigungsprojekte, die eine stabile
Arbeitsmarktintegration länger arbeitsuchender Personen zum Ziel
haben.
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Mehr Personal im AMS: Um die Menschen passgenauer und
nachhaltiger zu vermitteln, ist mehr Personal im Arbeitsmarktservice
(AMS) erforderlich. Eine zukunftsweisende Arbeitsmarktpolitik muss
Vermittlung und Qualifizierung gleichrangig behandeln und eine gute
Existenzsicherung während längerer Qualifizierungsphasen
gewährleisten.
Trotz Spardruck sind gerade im Bereich der Arbeitsmarktpolitik
jetzt Investitionen notwendig. Jeder Euro, der in die
Arbeitsmarktpolitik investiert wird, spart Folgekosten im Bereich der
Arbeitslosenversicherung und bringt mehr Einnahmen für den Staat
durch höhere Steuereinnahmen und Sozialversicherungsbeiträge. Wenn
die Bundesregierung hier weiter spart, wird dies die Arbeitslosigkeit
zusätzlich erhöhen und mittelfristig fehlen qualifizierte Fachkräfte.
„Investitionen in die Arbeitsmarktpolitik sind Investitionen in die
Zukunft unseres Landes. Wir dürfen hier nicht sparen, sondern müssen
aktiv handeln“, so die AK Präsidentin.