Wien (OTS) – Großer Erfolg für das AIT Austrian Institute of
Technology: Das
Forschungsprojekt „Voltera“ gewann beim renommierten Houskapreis 2026
in der Kategorie „Außeruniversitäre Forschung“. Die am AIT
entwickelte Technologie zeigt, wie künstliche Intelligenz und
physikalische Modellierung zusammenwirken können, um Stromnetze fit
für die Energiewende zu machen. Die Preisverleihung fand gestern
Abend im MuseumsQuartier in Wien statt.
Zwtl.: Intelligente Netze für eine erneuerbare Zukunft
Mit dem rasanten Ausbau von Photovoltaik, Wärmepumpen,
Batteriespeichern und Elektrofahrzeugen stehen insbesondere
Niederspannungsnetze zunehmend unter Druck. Voltera setzt genau hier
an: Das System analysiert in Echtzeit den Zustand von Stromnetzen und
berechnet dynamisch, wie viel Energie sicher aufgenommen oder
abgegeben werden kann. Dadurch können erneuerbare Energien effizient
integriert werden, ohne die Stabilität der Netze zu gefährden.
Kern der Technologie ist die Kombination aus deterministischer
Netzberechnung und künstlicher Intelligenz. Auch in Bereichen ohne
direkte Messinfrastruktur kann Voltera den Netzzustand präzise
rekonstruieren und optimale Betriebsgrenzen für Anlagen wie
Photovoltaik-Systeme oder Batteriespeicher ableiten. In realen
Anwendungen konnte so unter anderem die Spannungsstabilität deutlich
verbessert und Netzungleichgewichte reduziert werden.
„Mit Voltera zeigen wir, wie datengetriebene Methoden und
physikalisches Systemverständnis zusammenwirken können, um die
Energiewende aktiv zu ermöglichen. Unser Ziel ist es, Netzbetreibern
ein Werkzeug an die Hand zu geben, das nicht nur präzise Analysen
liefert, sondern auch unmittelbar in den Betrieb integriert werden
kann. Damit schaffen wir die Grundlage für ein sicheres, flexibles
und nachhaltiges Energiesystem“, sagt Projektleiter Bharath Varsh
Rao.
Zwtl.: IT stärkt Europas Energieinfrastruktur durch angewandte
Forschung
Das AIT Austrian Institute of Technology war als
Projektkoordinator maßgeblich an der Entwicklung von Voltera
beteiligt und verantwortete die Konzeption sowie Umsetzung zentraler
Analyse-, Optimierungs- und KI-Methoden. Das System wurde in mehreren
nationalen und europäischen Forschungsprojekten entwickelt und
erfolgreich in realen Verteilnetzen getestet.
„Projekte wie Voltera zeigen, wie wir Forschung gezielt in
konkrete Anwendungen für die Energieinfrastruktur überführen. Damit
leisten wir einen wichtigen Beitrag für ein leistungsfähiges,
resilienteres Energiesystem in Europa – und schaffen gleichzeitig ein
Umfeld, in dem Spitzenforschung und attraktive Arbeitsplätze Hand in
Hand gehen“, betont Brigitte Bach, Geschäftsführerin und Sprecherin
der Geschäftsführung des AIT.
Zwtl.: Zweite Auszeichnung für AIT: Green Manikin unter den
Preisträgern
Neben Voltera wurde ein weiteres AIT-Projekt beim Houskapreis
2026 ausgezeichnet: Green Manikin, eine innovative Mixed-Reality-
Trainingslösung für die Erste-Hilfe- und Notfallausbildung. Die
Technologie verbindet reale medizinische Handgriffe mit immersiven
digitalen Einsatzszenarien und ermöglicht dadurch besonders
realitätsnahe Trainings.
Mithilfe von Greenscreen-Technologie sehen Lernende ihre eigenen
Hände und reale Geräte nahtlos in virtuelle Umgebungen eingebettet.
Ergänzt wird das System durch KI-gestützte Sprachinteraktion, die
eine realistische Kommunikation im Einsatz simuliert. Studien zeigen,
dass Green Manikin zentrale Belastungs- und Verhaltensparameter
nahezu auf dem Niveau realer Übungen abbildet und klassische Virtual-
Reality-Trainings übertrifft. Die Lösung wird derzeit im Rahmen einer
Ausgründung als Spin-off des AIT weiterentwickelt und adressiert
einen internationalen Markt.
Zwtl.: Über den Houskapreis
Der Houskapreis wurde 2005 von der B&C Privatstiftung ins Leben
gerufen und gilt als größter privater Preis für anwendungsnahe
Forschung in Österreich. Ausgezeichnet werden Projekte mit hoher
Innovationskraft und klar erkennbarem wirtschaftlichem Nutzen. Ziel
ist es, exzellente Forschung sichtbar zu machen und den
Innovationsstandort Österreich nachhaltig zu stärken.
Über das AIT