Haarentfernung

Abschlusskonferenz „Wege aus der Gewalt“: Arbeitswelt muss Teil der Lösung sein

Wien (OTS) – „Handeln statt resignieren. Helfen statt ignorieren.
Gewaltschutz
braucht uns 365 Tage im Jahr. Arbeitgeber haben eine Fürsorgepflicht.
Gemeinsam mit Betriebsrät:innen können sie eine Kultur schaffen, in
der hingeschaut und unterstützt wird. Wer von Gewalt betroffen ist,
braucht Unterstützung, Sicherheit und Perspektiven, auch im
Berufsleben“, betont Sandra Steiner, gf. ÖGB Bundesfrauenvorsitzende,
anlässlich der heutigen Abschlusskonferenz des Projekts „Wege aus der
Gewalt – Aktiv gegen häusliche Gewalt mit Betriebsratsarbeit“.

Jede dritte Frau in Österreich ist im Laufe ihres Lebens von
körperlicher oder sexualisierter Gewalt betroffen. Die Folgen reichen
weit über das private Umfeld hinaus und wirken sich auch auf die
Arbeitswelt aus. Umso wichtiger ist es, dass Betriebe hinschauen,
Betroffene unterstützen und den Zugang zu professionellen
Hilfsangeboten erleichtern.

Konkrete Unterstützung: von der Sensibilisierung zum Handeln

Im Rahmen des vom Sozialministerium geförderten Projekts haben
die ÖGB-Gewerkschaftsfrauen gemeinsam mit Expert:innen und
Partnerorganisationen in den vergangenen zwei Jahren konkrete
betriebliche Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit häuslicher Gewalt
gesammelt, bewertet und verbreitet. Im Fokus standen praxisnahe
Maßnahmen für Betriebsrät:innen und Arbeitgeber sowie die Umsetzung
der Ziele der ILO-Konvention 190 gegen Gewalt und Belästigung in der
Arbeitswelt.

Die Ergebnisse zeigen: Betriebe verfügen über zahlreiche
Möglichkeiten, Betroffene zu unterstützen, etwa durch klare
Ansprechstrukturen, Sensibilisierung, flexible Arbeitsregelungen oder
die Vermittlung an professionelle Beratungs- und Hilfseinrichtungen.

„Das Projekt zeigt deutlich: Die Arbeitswelt kann einen wichtigen
Beitrag leisten, damit Betroffene nicht allein gelassen werden“, sagt
Elisabeth Kerndl, Projektverantwortliche im ÖGB.

Für eine Kultur des Hinschauens

Für den ÖGB steht fest: Gewalt darf weder tabuisiert noch als
Privatsache abgetan werden. Die Arbeitswelt erreicht täglich
Millionen Menschen und kann dazu beitragen, Gewalt vorzubeugen,
schädliche Rollenbilder abzubauen und Betroffene zu stärken.

„Schutz vor Gewalt beginnt nicht erst im Krisenfall. Betriebe
können sichere Orte sein, an denen Betroffene Unterstützung finden
und bei sexistischen oder gewaltverharmlosenden Aussagen klare
Grenzen gezogen werden. Genau dieses Hinschauen und Handeln wollen
wir stärken“, so Steiner.

Weitere Informationen zum Projekt: www.oegb.at/wege-aus-der-
gewalt

Projektpartner:innen:

– Dachverband für Frauen- und Mädchenberatung – DFMB

– Dachverband für Burschen-, Männer- und Väterarbeit – DMÖ

– Institut für empirische Sozialforschung – IFES

– Österreichische Gewerkschaftsjugend – ÖGJ

– Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung – VÖGB

Über uns:

Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2
Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen
sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche
Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und
Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
www.oegb.at