St. Pölten (OTS) – Die Marktgemeinde Wieselburg wurde am 8. Mai 1976
zur Stadt erhoben.
Dieses 50-jährige Jubiläum wurde gestern, Freitag, mit einer
Festlichen Gemeinderatssitzung und einem Festakt im Rathaus sowie
daran anschließend mit dem Musical „The Journey – eine unverhoffte
Reise“ der Musikschule Wieselburg in der Erlauftal-Halle am
Messegelände in Wieselburg gefeiert. Als Ehrengäste konnte
Bürgermeister Josef Leitner unter anderen Landeshauptfrau Johanna
Mikl-Leitner, LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Bürgermeister a.D.
Günther Leichtfried und Bürgermeister a.D. Karl Gerstl begrüßen.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sprach von „einem ganz
besonderen Jubiläum“: 50 Jahre Stadterhebung Wieselburg seien „ein
schöner Anlass zum Feiern, aber auch ein guter Moment, um in die
Vergangenheit zu schauen und Bilanz zu ziehen und auch nach vorne zu
schauen auf alles, was noch vor uns liegt“. Wieselburg habe sich in
den letzten fünf Jahrzehnten zu einer „schönen und stolzen Stadt“
entwickelt, gratulierte Mikl-Leitner „zu dieser dynamischen
Entwicklung“.
Wieselburg sei „eine Stadt mit vielen starken Seiten“, hob die
Landeshauptfrau die Bedeutung der Stadt zunächst „als Messestadt“
hervor – so sei Wieselburg als solche „weit über den Bezirk hinaus
bekannt“, etwa mit der „Ab Hof“-Messe, „Land, Forst & Jagd“,
„Bau.Energie.Wohnen.“ und „Schule und Beruf“. Mikl-Leitner
gratulierte zu dieser Erfolgsgeschichte und dankte allen, die dazu
beigetragen haben, stellvertretend Präsident Hannes Heindl und
Geschäftsführer Andreas Koch. Als Braustadt verbinde Wieselburg
Tradition und Innovation, nannte die Landeshauptfrau das Wieselburger
Bier und auch die Hölzl Brauerei. Weiters betonte Mikl-Leitner
Wieselburgs Bekanntheit durch „das Volksfest, wo das Miteinander
gelebt wird“.
Die Landeshauptfrau bezeichnete Wieselburg als „Ort zum Leben“
und „Ort mit großer Zukunft“: „Wieselburg ist eine lebens- und
liebenswerte Stadt. Eine Stadt, die wächst – und besonders für junge
Menschen attraktiv ist.“ Als wesentlichen Grund führte Mikl-Leitner
„die beeindruckende Bildungslandschaft“ an: „Was Wieselburg hier
bietet, ist bemerkenswert: Hier gibt es ein durchgängiges
Bildungsangebot von der frühen Kindheit bis zur akademischen
Ausbildung.“ Als weitere Einrichtungen neben Kindergärten, Schulen,
der Fachhochschule und dem Francisco Josephinum als „besonderes
Aushängeschild“ nannte die Landeshauptfrau die Musikschule, die
Volkshochschule, das KinderUNIversum, Projekte für junge
Forscherinnen und Forscher und die WerkStadt Wieselburg. All das
zeige: „Bildung wird hier gelebt.“
Wieselburg übernehme aber auch Verantwortung für die ältere
Generation, hob die Landeshauptfrau das breite Angebot mit
Tagesstätte, betreutem Wohnen, die Wohnvilla und die Community Nurse
hervor. Außerdem nannte sie auch den Preis „Vorbild Barrierefreiheit“
des BhW Niederösterreich für den Niederflurelektrobus „Stadtwiesel“.
Mikl-Leitner sprach das „großartige Vereinsleben“ an und bedankte
sich für das Ehrenamt in den vielen Vereinen wie Sportverein,
Musikverein, Freiwillige Feuerwehr, Rettungsorganisationen und
Kulturinitiativen, „wo man Gemeinschaft spürt“. Im Bereich Tourismus
und Freizeit nannte Mikl-Leitner die „weitläufigen Radwege, von denen
die gesamte Region profitiert und wo die Stadt Bewegung, Natur und
Lebensqualität verbindet“. „Wieselburg hat sehr viele namhafte
Unternehmen, die auf der Höhe der Zeit sind und sich auch dynamisch
entwickeln“, betonte die Landeshauptfrau die Bedeutung von Wieselburg
als starken Wirtschafts- und Innovationsstandort. Weiters nannte sie
Investitionen in den Hochwasserschutz und führte im Bereich der
Infrastruktur die Umfahrung Wieselburg als „ein ganz wichtiges
Projekt“ an – dieses habe jahrzehntelang gedauert, bedankte sich die
Landeshauptfrau bei Bürgermeister a.D. Günther Leichtfried für sein
besonderes Engagement in dieser Hinsicht; mit der Umfahrung habe man
nicht nur die Orts- und Stadtkerne entlastet, sondern auch für eine
gute Anbindung der Region gesorgt.
Wenn man heute 50 Jahre zurückschaue, dann sei das eine Zeit der
Krisen gewesen, erinnerte Mikl-Leitner an den Militärputsch und die
brutale Militärdiktatur in Argentinien, die Eskalation eines
Bürgerkriegs im Libanon und den Kampf der westlichen Staaten mit den
Folgen der Ölkrise der 70er Jahre. „Und auch wenn wir all diese
Krisen und Herausforderungen gemeistert haben, stehen wir heute, im
Jahr 2026 auch wieder vor all diesen Herausforderungen“, nannte die
Landeshauptfrau die Kriege in der Ukraine und im Iran,
wirtschaftliche Unsicherheit und die Folgen dieser globalen Situation
wie Ölpreissteigerungen und höhere Kosten für Wirtschaft, Industrie
und Konsumenten. Man werde an der globalen Situation nichts verändern
können, appellierte Mikl-Leitner auf das zu setzen, „was uns in der
Vergangenheit so stark gemacht hat, nämlich der Zusammenhalt, das
Zusammenstehen und das Miteinander.“ Damit werde man auch zukünftige
Herausforderungen bewältigen. „Dieses Miteinander ist der Treibstoff
am Weg nach vorne.“
„50 Jahre Stadterhebung bedeutet 50 Jahre Engagement für diese
Stadt und in dieser Stadt“, bedankte sich die Landeshauptfrau bei
allen, die Verantwortung übernommen haben und diese Stadt in den
verschiedensten Funktionen und Positionen gemeinsam gestaltet haben.
Bürgermeister Josef Leitner sprach zu 50 Jahre Stadtgeschichte,
„die mit dem ersten Siedlungskern vor über tausend Jahren am
Kirchenberg beginnt und viele Besonderheiten dokumentiert wie
beispielsweise das Oktogon, die ‚Steinerne Urkunde Österreichs‘, die
frühe Etablierung Wieselburgs als Brauereistandort oder die
Vorreiterrolle im Bildungswesen“. Wieselburg habe sich dynamisch
entwickelt, hob der Bürgermeister etwa die vielen Betriebe, das
Bildungswesen, die Radwege und auch die Zertifizierung als e5-
Gemeinde hervor. Grundlage dafür seien engagierte Menschen, bedankte
sich Leitner bei allen, „die sich gemeinsam für Stadt und Land
einbringen, Herausforderungen annehmen, das Gemeinsame vor das
Trennende stellen und Perspektiven zur Realität machen“. Bei vielen
Vorhaben und Projekten sei man vom Land unterstützt worden, nannte
der Bürgermeister etwa Schul- und Kindergartenbauten, die
Weiterentwicklung der Musikschule, das neue Feuerwehrhaus, das „Haus
des Sports“, den Hallenbau der Messe Wieselburg oder den
Hochwasserschutz als Beispiele. „Der Blick zurück auf das Erreichte
gibt Zuversicht für die Zukunft“, so Leitner.
Unter den weiteren Ehrengästen waren Nationalrat Alois Schroll,
die Landtagsabgeordneten Anton Erber und Alexander Schnabel,
Bezirkshauptmann Johann Seper, Bürgermeisterin Sabine Michalek von
der Partnerstadt Einbeck in Niedersachsen sowie Vizebürgermeisterin
Sabine Rottenschlager. Die Segnung nahmen Pfarrer Mario Kietzer und
Pfarrer David Zezula vor. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von
einem Trio der Musikschule Wieselburg.
Nähere Informationen: www.wieselburg.gv.at