30 Jahre Jugendtreff MIHO – mehr als ein Container

Wien (OTS) – Der Jugendtreff Mitterhofergasse, besser bekannt als
MIHO, wird 30
Jahre alt. Seit den 90er-Jahern ist diese Einrichtung des Vereins
Wiener Jugendzentren an die Gemeindebausiedlung Dr.-Franz-Koch-Hof
angedockt und wird jährlich von circa 1000 verschiedenen Jugendlichen
frequentiert. Die gemeinsame Zeit wurde am 11. September auf der
sogenannten „MIHO-Wiese“ direkt vor dem Jugendtreff gefeiert.

Die MIHO ist, wie alle Einrichtungen des Vereins Wiener
Jugendzentren, ein Raum für Kinder und Jugendliche, in dem sie sich
ohne Konsumzwang aufhalten können, Freizeitangebote nutzen,
mitgestalten und Begleitung erfahren. Eine junge Besucherin fasst es
so zusammen: „Das Schönste hier ist, dass man sich nicht alleine
fühlt. Es gibt immer Menschen, die zuhören und helfen. Und
gleichzeitig kann man hier auch einfach Spaß haben und eine gute Zeit
verbringen“. Kürzlich hat sich auch ein ehemaliger Besucher beim MIHO
-Team gemeldet: „Ich habe meine halbe Kindheit bei euch und den
lieben Betreuer:innen verbracht. Obwohl das Ganze schon über 20 Jahre
her ist, habe ich nach wie vor so viele Erinnerungen in meinem
Herzen. […] Ich denke, eure Arbeit ist heute wichtiger denn je“.
Mittlerweile passiert es immer öfter, dass auch die Kinder von
ehemaligen Besucher:innen die Angebote der MIHO nutzen.

„MIHOtisch“ gefeiert

Die „MIHO-Wiese“ hat schon viele Feste gesehen, Kenner:innen
wissen vom MIHOtischen Freitag oder den Siedlungsfesten, aber einen
runden Geburtstag gibt’s nicht alle Tage. Die zuständige Jugend-
Stadträtin und Vize-Bürgermeisterin Bettina Emmerling betonte bei
ihren Glückwünschen: „Rasante Entwicklungen, ständige Erreichbarkeit,
Sorgen um die eigene Zukunft. Junge Menschen tragen heute viel mit
sich herum. Umso wichtiger sind Orte wie die MIHO, an denen sie Gehör
finden und offen reden können. Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank
an alle, die diesen Ort seit dreißig Jahren prägen“.

Auch Floridsdorfs Bezirksvorsteher Georg Papai und Jugendzentren
Geschäftsführerin Manuela Smertnik gratulierten: „Die MIHO ist ein
wichtiger Baustein in der gut vernetzten Jugendarbeit in Floridsdorf.
Ich freue mich, dass heute so viele aktuelle und ehemalige
Besucher:innen zusammenkommen und gemeinsam feiern“, sagt BV Georg
Papai. GF Manuela Smertnik ergänzt: „Die heutige Zeit verlangt viel
von Jugendlichen ab, oft fühlen sie sich allein gelassen. Unsere
Jugendarbeiter:innen stehen ihnen zur Seite und helfen bei den
unterschiedlichsten Belangen. Sie stehen auch als Mitspieler:innen
und Moderator:innen zur Verfügung und garantieren einen geschützten
Raum und ein wertschätzendes Miteinander.“

Neuer Schwerpunkt in der Jugendarbeit

Die Einrichtung war Ende der 90er ein wichtiger Schritt, um in
der dicht besiedelten jungen Region kostenlose Freizeitangebote für
Kinder und Jugendliche und positive Akzente im Gemeinwesen zu setzen.
Von Beginn an wurde ein Schwerpunkt auf die – sich damals gerade
entwickelnde – herausreichende Arbeit gesetzt. Diese ist heute
Standard in allen Jugendeinrichtungen und wurde damals in der MIHO
fix verankert.

Die mit einer großen Fensterscheibe, nach außen offene Gestaltung
war ein Paradigmenwechsel – weg von häufig im Souterrain befindlichen
Jugendeinrichtungen hin zu transparenten, einsichtigen Einrichtungen,
in dem sich die Zielgruppen nicht „verstecken“. Auf einer Fläche von
insgesamt 272 m² gibt es Gruppenräume und Rückzugsräume, die sowohl
zu gemeinsamen Aktionen einladen als auch individuelle Beratung und
Begleitung von Jugendlichen in ihren Lebenswelten ermöglichen. Die
einzigartige Containerbauweise, im Grünraum verortet, ermöglicht
zudem eine multiple Nutzung der Freibereiche rund um die Einrichtung.
Der Zielgruppe steht auch die sogenannte „Mini-MIHO“ zur Verfügung,
ein weiterer Container, der auch liebevoll „Grünes Kistl“ genannt
wird.

Freude an gemeinsamer Gestaltung

Das Team des Jugendtreff verfolgt den Schwerpunkt der
Partizipation und Mitbestimmung: Das bedeutet, dass die Zielgruppe
aktiv in die Planungs- und Umsetzungsprozesse der Programmangebote
einbezogen wird. So wurden auch viele Aktivitäten der Jubiläumsfeier
gemeinsam entschieden und mithilfe von Partner:innen im Sozialraum
umgesetzt. So wie es in einem gut funktionierenden Grätzl sein soll!