St. Pölten (OTS) – Rund 300.000 Menschen in Österreich leiden an
einer chronischen
Herzschwäche (sogenannte Herzinsuffizienz) und allein in
Niederösterreich kommt es dadurch jedes Jahr zu etwa 25.000
Klinikaufenthalten. Herzinsuffizienz gehört zu den häufigsten
internistischen Erkrankungen. Dabei kann das Herz den Körper nicht
mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgen – die Folge sind
Atemnot, eingeschränkte Belastbarkeit, Wassereinlagerungen und
wiederholte Klinikaufenthalte. Mit HerzMobil NÖ wurde vor einem Jahr
in der Thermenregion ein telemedizinisches Betreuungsprogramm für
Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz gestartet. Seit
August werden auch Patientinnen und Patienten im Weinviertel betreut.
„Ich freue mich, dass wir das Projekt HerzMobil NÖ nun auch im
Weinviertel gestartet haben, denn es hat Vorteile für alle: Für die
Patientinnen und Patienten bedeutet es mehr Sicherheit und
Lebensqualität. Für die Angehörigen bringt es Entlastung und
Unterstützung im Alltag. Und für unser Gesundheitssystem heißt es,
dass Ressourcen effizienter eingesetzt werden, weil
Spitalswiederaufnahmen vermieden werden können. Damit setzen wir ein
starkes Signal für eine moderne und innovative Gesundheitsversorgung
in Niederösterreich“, betont der für die Kliniken zuständige
Landesrat Anton Kasser.
„Mit HerzMobil NÖ investieren wir in etwas, das ganz unmittelbar
wirkt: Jeder Euro fließt direkt in spürbare Fürsorge und
Lebensqualität für unsere Patientinnen und Patienten. Wir zeigen
damit, dass verantwortungsvolle Politik nicht aus großen Versprechen
besteht, sondern aus konkreten Verbesserungen, die im Alltag spürbar
sind. HerzMobil NÖ ist ein Beispiel dafür, wie moderne Medizin,
digitale Technik und die Unterstützung des Landes Hand in Hand gehen
– zum Nutzen aller“, so Landesrat und NÖGUS-Vorsitzender Martin
Antauer.
Im Weinviertel betreut das Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf
das Projekt. In der Startphase werden 2026 fünf bis zehn Patientinnen
und Patienten betreut, 2027 soll die Zahl dann auf 20 gesteigert
werden. Langfristig könnte HerzMobil NÖ jährlich bis zu 2.000
Patientinnen und Patienten in ganz Niederösterreich begleiten. Die
Ziele sind klar: Stabilisierung der Erkrankung, bessere Therapie,
Vermeidung von Spitalswiederaufnahmen und ein spürbarer Gewinn an
Lebensqualität.
Das Projekt wird gemeinsam von den Partnern Land
Niederösterreich, NÖ Landesgesundheitsagentur, NÖ Gesundheits- und
Sozialfonds (NÖGUS), Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) und
Ärztinnen- und Ärztekammer für NÖ durchgeführt. Finanziert wird das
Projekt durch den NÖ Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS) sowie die
Sozialversicherungsträger.Die Teilnahme am Programm dauert zunächst
drei Monate und kann bei Bedarf auf sechs Monate verlängert werden.
Ausgestattet mit Smartphone, Waage und Blutdruckmessgerät erfassen
die Patientinnen und Patienten täglich ihre Werte, die automatisch an
das Betreuungsteam übermittelt werden. „HerzMobil NÖ zeigt, wie
Telemedizin die persönliche Betreuung sinnvoll ergänzen kann. Wir
erweitern die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten um eine
digitale, vernetzte Begleitung, die direkt in ihrem Alltag ansetzt.
So verbinden wir die Möglichkeiten moderner Technik mit der
medizinischen und pflegerischen Betreuung – auch über den
Krankenhausaufenthalt hinaus“, erklärt Elisabeth Bräutigam,
Vorständin der NÖ Landesgesundheitsagentur.
Ein besonderes Merkmal des Projekts ist die enge Zusammenarbeit
zwischen dem Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf und sogenannten
Netzwerk-Ärzten – den niedergelassenen Fachärztinnen und Fachärzten
für Innere Medizin sowie Allgemein- und Familienmedizinerinnen und –
medizinern. „Während der Spitalsaufenthalt den Startpunkt bildet,
wird die Betreuung nach der Entlassung durch die telemedizinische
Begleitung ergänzt und durch regelmäßige Kontrolltermine im
niedergelassenen Bereich abgesichert. Dieses Zusammenspiel stärkt die
Versorgungsqualität und sorgt dafür, dass Patientinnen und Patienten
durchgehend begleitet werden – von der Klinik bis in den Alltag
zuhause, wo insbesondere Angehörige des gehobenen Dienstes für
Gesundheits- und Krankenpflege mit einer spezifischen Weiterbildung
Herzinsuffizienzberatung die Versorgungskontinuität gemeinsam mit den
niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sicherstellt“, erklärt Assoz.-
Prof. OA Priv.-Doz. DDr. Martin Grübler, Ärztlicher Leiter HerzMobil
Niederösterreich.
„Wir sind stolz auf die Umsetzung unseres gemeinsamen Projektes
HerzMobil in Niederösterreich und stellen als NÖGUS die Finanzierung
– gemeinsam mit der Sozialversicherung – in den nächsten Jahren
sicher. Diese telemedizinisch-basierte Versorgung von Patienten mit
Herzinsuffizienz nach stationärem Aufenthalt im häuslichen Setting
soll die Versorgung beziehungsweise Nachsorge von Patienten mit
chronischer Herzinsuffizienz deutlich verbessern. Die spezifische
Krankheitskompetenz beziehungsweise die Befähigung der Patienten im
Umgang mit der eigenen Erkrankung wird gestärkt und damit auch die
Lebensqualität der Patienten“, so NÖGUS Geschäftsführer Volker
Knestel.
„HerzMobil zeigt, wie eine moderne Versorgung in Niederösterreich
nach dem Prinzip ,digital vor ambulant vor stationär‘ gelingt: Nicht
als Entweder-oder, sondern als Zusammenspiel. Mit dem Projekt
HerzMobil können wir niedergelassene Ärztinnen und Ärzte für
Allgemeinmedizin, für Allgemein- und Familienmedizin sowie Innere
Medizin mit Spitalsärztinnen und -ärzten zum Wohle der Patientinnen
und Patienten verbinden. Damit schaffen wir ein verlässliches und
engmaschiges Behandlungsnetz für herzinsuffiziente Menschen“, betont
der Präsident der Ärztinnen- und Ärztekammer für NÖ, Dr. Harald
Schlögel.
„Mit dem Projekt HerzMobil NÖ setzen wir auch ein starkes Zeichen
in der Vorsorge, denn Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den
größten Gesundheitsrisiken – und genau hier setzen die kostenlosen
Programme der ÖGK an“, betonte Robert Leitner, Vorsitzender des
Landesstellenausschusses der ÖGK in NÖ.
„Für uns als Österreichische Gesundheitskasse steht im
Mittelpunkt, dass Menschen mit chronischen Erkrankungen auch nach
einem Krankenhausaufenthalt gut betreut sind. Mit HerzMobil NÖ wollen
wir die Versorgung näher an den Alltag der Betroffenen bringen und
sie dabei unterstützen, ihre Erkrankung besser zu verstehen und aktiv
an der Behandlung mitzuwirken. Digitale Angebote sollen dabei die
persönliche Betreuung sinnvoll ergänzen“, so Florian Hengl,
Vorsitzender Landesstellenausschuss für die Österreichische
Gesundheitskasse.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung für Innere
Medizin I am Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf arbeiten für das
Projekt HerzMobil sowohl ärztlich als auch pflegerisch Hand in Hand
und betreuen interprofessionell bereits erfolgreich die ersten sieben
Patientinnen und Patienten.
Weitere Informationen: NÖ LGA – Gesundheitsregion Weinviertel
GmbH, Barbara Schindler-Pfabigan, Mobil: 0676/8587038420, E-Mail:
[email protected]