Wien (OTS) – Der Nationale Aktionsplan über die Nachhaltige
Verwendung von
Pflanzenschutzmitteln (NAP) wird ab 2027 neu gefasst. Er soll der
zentrale Plan für Maßnahmen sein, um die Risiken und Auswirkungen der
Anwendung von Pestiziden zu verringern. Olga Voglauer,
Landwirtschaftssprecherin der Grünen: „Der vorliegende Entwurf des
Landwirtschaftsministers für den neuen Pestizid-Aktionsplan ist in
seiner jetzigen Form völlig unzureichend. Die Belastung durch die
Ewigkeitschemikalie TFA in unserem Grundwasser steigt, doch der Plan
ignoriert diese große Gefahr für unser Trinkwasser. Minister
Totschnig muss endlich handeln, statt die Probleme unter den Teppich
zu kehren: Wir brauchen einen verbindlichen Ausstiegsplan für PFAS-
Pestizide. Unser Wasser und unsere Gesundheit dürfen nicht länger den
Interessen der Pestizidindustrie untergeordnet werden. Der NAP-
Entwurf des Landwirtschaftsministeriums darf keinesfalls so nach
Brüssel geschickt werden.“
Im aktuellen Entwurf des NAP finden Pestizide, welche die
EwigkeitschemikalieTFA produzieren und damit unser Grundwasser
verunreinigen, nicht einmal Erwähnung. Dabei hatte eine Auswertung
behördlicher Daten durch Global2000 kürzlich gezeigt, dass die
Gehalte am fortpflanzungsgefährdenden TFA im Grundwasser sich binnen
fünf Jahren verdoppelt hatten.
„Auch weitere Bereiche sind völlig unzureichend: So gibt es kein
allgemeines Pestizidreduktionsziel, und bei den besonders
bedenklichen Pestiziden, die ja möglichst ersetzt werden sollen, ist
das Ziel nur die Beibehaltung des aktuellen Verwendungsniveaus. Das
grenzt an einen Skandal“, meint Voglauer und weiter:
„Ich fordere Minister Totschnig auf, Bäuerinnen und Bauern dabei
zu unterstützen, auf vorbeugenden und biologischen Pflanzenschutz
umzustellen. Die Bio-Landwirtschaft zeigt vor, dass es möglich ist,
ohne chemisch-synthetische Pestizide zu wirtschaften. Die Umstellung
braucht jedoch Unterstützung auch in der Gemeinsamen Agrarpolitik,
etwa in einer eigenen Maßnahme zum Verzicht auf die bedenklichsten
Ackergifte wie PFAS-Pestizide und Substitutionskandidaten.“
Zum Schluss weist Voglauer auf die weiterhin lückenhafte
Datenlage hin: „Nur Verkaufsdaten werden vollständig erhoben – und
auch erst durch parlamentarische Anfragen vollständig veröffentlicht.
Anwendungsdaten werden zwar von allen Betrieben aufgezeichnet, aber
nicht von den Behörden erhoben. Dabei gehören diese Daten genutzt, um
Risiken sichtbar zu machen und den Ausstieg aus gefährlichen chemisch
-synthetischen Pestiziden gezielt zu planen. Diese wertvollen Daten
dürfen nicht weiter im Mistkübel landen.“