Wien (OTS) – Die Lebenserwartung der Menschen steigt und die
österreichische
Bevölkerung altert. Gleichzeitig gerät das staatliche Pensionssystem
unter Druck. Wie kann ein nachhaltiges Pensionssystem auch für
künftige Generationen gesichert werden? Welche volkswirtschaftlichen
Vorteile bietet ein Pensionssystem, das aus einem Umlageverfahren und
einer kapitalgedeckten Altersvorsorge gemeinsam besteht? Dieser Frage
ging eine Studie des WIFO im Auftrag des VVO nach.
Die WIFO-Studie kommt zum Ergebnis, dass ein ausgewogenes Drei-
Säulen-Pensionssystem aus staatlicher, betrieblicher und privater
Vorsorge wesentlich zur Stabilität und Nachhaltigkeit der
Altersvorsorge beiträgt. Durch die Verteilung auf mehrere
Finanzierungsquellen werden Risiken des demografischen Wandels,
wirtschaftlicher Schwankungen und der steigenden Lebenserwartung
besser abgefedert. Gleichzeitig fördert ein ausgewogenes Drei-Säulen-
System langfristige Kapitalbildung, Investitionen und
Wirtschaftswachstum und stärkt damit sowohl die finanzielle
Absicherung der Bevölkerung als auch die Volkswirtschaft.
Zwtl.: Die Stärke eines Pensionssystems liegt in der Kombination aus
Umlage und Anlage
„Kein Finanzierungsverfahren kann für sich allein alle Ziele
eines Pensionssystems erreichen, ohne auf Güter-, Arbeits- oder
Kapitalmärkten unerwünschte Nebenwirkungen auszulösen. Die Stärke
liegt daher in einer ausgewogenen Mischung aus Umlage- und
Kapitaldeckungsverfahren“, so WIFO-Direktor Univ.-Prof. MMag. Dr.
Gabriel Felbermayr, PhD .
Ein Blick auf den internationalen Vergleich zeigt dabei, dass
Österreich bei der kapitalgedeckten Vorsorge noch erhebliches
Entwicklungspotenzial besitzt.
„Österreichs Umlagesystem bietet im europäischen Vergleich hohe
Einkommensersatzraten. Bei der kapitalgedeckten Vorsorge liegen wir
mit 7,2 Prozent des BIP aber im untersten Drittel, während Länder wie
Dänemark oder die Schweiz mehr als ihre gesamte jährliche
Wirtschaftsleistung angespart haben“, so Felbermayr .
Zwtl.: Altersvorsorge als wichtiger Faktor für Österreichs
wirtschaftliche Zukunft
Die Studienergebnisse legen daher nahe, neben der starken ersten
Säule insbesondere die kapitalgedeckten Elemente der Altersvorsorge
weiter auszubauen.
„Ein starkes Kapitaldeckungsverfahren stärkt die Kapitalmärkte
und damit das langfristige Wachstum, und es erweitert die
Finanzierungsbasis über Österreichs Grenzen hinaus. Ganz darauf zu
verzichten, wäre deshalb nicht optimal“, so Felbermayr .
„Die WIFO-Studie zeigt: Altersvorsorge ist auch eine
volkswirtschaftliche Zukunftsfrage. Unsere staatlichen Pensionen
finanzieren wir wesentlich auf Basis der heimischen Wirtschaftskraft.
Mit kapitalgedeckter Vorsorge können wir zusätzlich ausländische
Wertschöpfung ins Inland bringen und die Altersvorsorge damit auf
eine breitere wirtschaftliche Basis stellen“, erklärt Mag. Christian
Eltner, Generalsekretär des Verbandes der Versicherungsunternehmen
Österreichs VVO . Versicherungen veranlagen bereits jetzt über 100
Mrd. Euro, über 50 Prozent davon in Österreich.
Zwtl.: VVO fordert konsequente Stärkung der betrieblichen und
privaten Altersvorsorge
„Die aktuelle Diskussion über die Weiterentwicklung der
Altersvorsorge zeigt, dass sich viele Menschen zusätzliche
Möglichkeiten für den langfristigen Vermögensaufbau wünschen. Wer für
das Alter vorsorgen möchte, braucht dafür attraktive, verlässliche
und verständliche Rahmenbedingungen. Unser Ziel sollte es sein,
möglichst vielen Menschen einen frühzeitigen Einstieg in die private
und betriebliche Vorsorge zu ermöglichen und ihnen mehr
Gestaltungsspielraum für ihre finanzielle Zukunft zu geben“, betont
Mag. Gregor Pilgram, Präsident des Verbandes der
Versicherungsunternehmen Österreichs VVO . „Die
Versicherungswirtschaft ist mit ihren lebenslangen Vorsorgelösungen
sowohl in der betrieblichen als auch in der privaten Altersvorsorge
ein verlässlicher Partner des Staates, wenn es um die Umsetzung
weiterer Reformschritte geht“.
Zwtl.: Zukunftsdepot: Frühzeitigen Vermögensaufbau und Wahlfreiheit
ermöglichen
Ein konkreter Ansatzpunkt ist der frühzeitige Vermögensaufbau.
Die Versicherungswirtschaft begrüßt daher grundsätzlich die
Überlegungen zu einem „Zukunftsdepot“, das Kindern bereits in jungen
Jahren den Einstieg in die langfristige Vorsorge ermöglichen soll.
Zentral ist, eine möglichst breite Durchdringung in Österreich zu
erreichen und den Familien die größtmögliche Wahlfreiheit zu bieten.
Das kann durch die Einbeziehung von Lebensversicherungen
gewährleistet werden.
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