Wien (OTS) – Wien baut das Angebot für frauengerechtes Wohnen im
kommenden Jahr
weiter aus: Mit dem Projekt „Frauen-Werk-Stadt – Neu gedacht “
startet im kommenden Jahr ein frauenpolitisches Leuchtturmprojekt:
ein Bauträgerwettbewerb für sicheres, leistbares, frauengerechtes und
alltagsorientiertes Wohnen. Ausgeschrieben wird im ersten Halbjahr
ein Bauplatz mit mehr als 2.500m² in der Seestadt Aspern, auf dem ein
innovatives Wohnprojekt mit rund 80 Wohnungen entstehen soll, das
insbesondere die Bedürfnisse von Frauen berücksichtigt.
„Wohnen ist mehr als die eigenen vier Wände – Wohnen ist ein
Grundbedürfnis. Es geht darum, wie wir unseren privaten Alltag
organisieren, wie wir füreinander sorgen und wie wir uns in unserem
Wohnumfeld als Rückzugsort wohl fühlen,“ betont Wohnbau- und
Frauenstadträtin Elke Hanel-Torsch. „Im Rahmen der „Frauen-Werk-Stadt
– Neu gedacht “ sollen Frauen ihre Erfahrungen und Perspektiven aktiv
in die Planung eines geförderten Wohnprojekts einbringen, um Räume zu
schaffen, die ganz besonders alltagsnah sind.“
Leuchtturmprojekt für geschlechtergerechte Stadtplanung
Konkret wird das Projekt „Frauen-Werk-Stadt – Neu gedacht “ im
Rahmen eines einstufigen Bauträgerwettbewerbs in der 22., Aspern Nord
– aspern Seestadt ausgeschrieben. Eigentümer des Bauplatzes ist der
wohnfonds_wien und die Fläche wird an das Sieger-Projektteam im
Baurecht vergeben.
Gregor Puscher, Geschäftsführer des wohnfonds_wien:
„Bauträgerwettbewerbe sind seit jeher auch Innovationslabore. Umso
mehr freut es mich, dass dieses Instrument der Qualitätssicherung für
geförderten Wohnbau erneut ein wichtiges aktuelles und zukünftiges
Thema bearbeitet. Mit der Frauen-Werk-Stadt – Neu gedacht suchen wir
innovative Ansätze, die auf Frauen zugeschnitten sind und ihren
Alltag erleichtern.“
Der Bauträgerwettbewerb soll vor allem Projektteams mit möglichst
hohem Frauenanteil zur Teilnahme motivieren, um die weibliche
Expertise aus dem Alltag frühzeitig in die Planung einfließen zu
lassen – von der Entwicklung der Wohnkonzepte über die Gestaltung der
Gebäude und Freiräume bis hin zur Organisation des gemeinschaftlichen
Zusammenlebens. Darüber hinaus wird der Fokus für Planung und
Ausführung des Projekts klar auf Mieterinnen und deren Bedürfnissen
liegen – beispielsweise Alltagstauglichkeit, Mitbestimmung, sichere
Wohnumgebungen und gemeinschaftliche Nutzung. Männliche Partner sind
natürlich ebenfalls herzlich willkommen. Die Details und weitere
Ankündigungen zur Ausschreibung werden durch den wohnfonds_wien
Anfang 2027 bekannt gegeben.
Vorreiterrolle und Tradition: Wohnprojekte von Frauen für Frauen
Bereits 1995–1997 wurde mit der Frauen-Werk-Stadt I in der
Donaufelder Straße 95-97 im 21. Bezirk ein Modellprojekt für
frauengerechtes und alltagsorientiertes Wohnen errichtet. Bei der
Planung wurden besonders Sicherheit, Familienarbeit, kurze Wege,
Gemeinschaft und die Bedürfnisse verschiedener Bewohnergruppen
berücksichtigt. Die Anlage umfasst 359 Wohnungen sowie Einrichtungen
wie Kindergarten, Geschäfte, Arztpraxis und Apotheke. Das Projekt
entstand unter maßgeblicher Beteiligung von Architektinnen und
Landschaftsplanerinnen und sollte Frauen stärker in die Stadt- und
Wohnbauplanung einbeziehen.
Die positiven Erfahrungen führten später zur Frauen-Werk-Stadt II
in der Troststraße 73-75 im 10. Bezirk, die im Herbst 2004 mit 140
Wohnungen fertiggestellt wurde. Begründet durch die demografische
Entwicklung war in diesem Projekt die Schaffung von Bedingungen für
nachbarschaftliches und betreutes Wohnen im Alter eines der
wichtigsten Ziele im vom wohnfonds_wien abgewickelten
Bauträgerwettbewerb.
In den darauffolgenden Jahren folgten weitere solidarische Frauen
-Wohn-Projekte: Das Projekt [ro*sa] KalYpso in der Oswaldgasse 35,
1120 Wien (Bezug: 2009, 43 Wohnungen), [ro*sa] Donaustadt in der
Anton-Sattler-Gasse 100, 1220 Wien (Bezug: 2009, 40 Wohnungen) und [
ro*sa] im Elften in der Mautner-Markhof-Gasse 28/2, 1110 Wien (Bezug:
2015, 49 Wohnungen). Im März 2026 wurde das Frauenwohnprojekt [ro*sa]
Vielfalt in der Donaufelder Straße 200, 1220 Wien (Bezug: 2026, 44
Wohnungen) im Stadtentwicklungsgebiet Attemsgasse eröffnet.
Die Ideen dieser Projekte sind auch heute noch aktuell, da sie
zeigen, wie Wohnen und Stadtplanung bedürfnisgerecht, sicher und
sozial gestaltet werden können. Mit der „Frauen-Werk-Stadt – Neu
gedacht “ setzt somit Wien – zum 30-jährigen Jubiläum der ersten
Frauen-Werk-Stadt – erneut einen Impuls für eine Wohnbaupolitik, die
Geschlechtergerechtigkeit, Alltagstauglichkeit, Sicherheit und
Mitbestimmung von Frauen konsequent zusammendenkt.
Über den wohnfonds_wien
Der wohnfonds_wien, fonds für wohnbau und stadterneuerung, wurde
1984 gegründet, um im Auftrag des Landes Wien die geförderten
Sanierungen zu begleiten und abzuwickeln sowie den geförderten
Wohnungsneubau durch den Kauf, die Verwaltung und Bevorratung von
Grundstücken voranzutreiben. Seit 1995 werden Verfahren der
Qualitätssicherung (Grundstücksbeirat und Bauträgerwettbewerbe) für
den geförderten Wohnungsneubau durchgeführt. Alle Wohnprojekte, die
Neubauförderung des Landes Wien beanspruchen wollen, müssen diese
Verfahren durchlaufen. Weitere Infos zu Bauträgerwettbewerben finden
Sie unter https://www.wohnfonds.wien.at/btw