Haarentfernung

Caritas fordert armutsfeste Sozialhilfe und Aktionsplan für leistbares Wohnen

Wien (OTS) – Die anhaltende Teuerung, die massiv gestiegenen
Lebensmittelpreise,
Wohn- und Energiekosten bringen immer mehr Menschen an ihre
finanziellen Grenzen. Nora Tödtling-Musenbichler, Präsidentin Caritas
Österreich: „Wir messen die Inflation nicht in Prozenten, sondern in
meterlangen Warteschlangen vor unseren Lebensmittelausgabestellen.
Und diese Schlangen sind in den vergangenen Jahren länger geworden.
Für viele Menschen ist unser Sozialstaat nicht mehr armutsfest. Armut
hat sich nach Jahren der Krise auf hohem Niveau verfestigt.“ Die
Caritas verweist auf die offiziellen Daten der Statistik Austria:
Demnach leben 261.000 Menschen in Österreich in absoluter Armut. Fast
jede*r Fünfte ist von Armut oder Ausgrenzung bedroht. Besonders
betroffen: Mindestpensionist*innen, Alleinerziehende und Kinder.

Klaus Schwertner, Caritasdirektor der Erzdiözese Wien: „Die
Bundesregierung hat einen Herbst der Ergebnisse angekündigt. Wir sind
überzeugt: Diese Ergebnisse müssen den Wirtschaftsstandort stärken,
Armut und Einsamkeit verringern und Österreich in herausfordernden
Zeiten zukunftsfit machen. Wir können uns einen funktionierenden
Sozialstaat leisten. Was wir uns nicht leisten können, ist, wenn
dieser Sozialstaat in Zeiten der Krise geschwächt wird. Teurer als
beim sozialen Zusammenhalt können Bund und Länder nicht sparen!“

Zwtl.: 44.000 Menschen wandten sich hilfesuchend an die
Sozialberatung der Caritas

Um die Dringlichkeit zu unterstreichen, präsentierte die Caritas
Details aus ihrer Sozialberatungsstatistik. An 68 Orten in ganz
Österreich erhalten Menschen Beratung und finanzielle
Überbrückungshilfen – Hilfen, die überwiegend aus Spendenmitteln
stammen. Doris Anzengruber, Leiterin der Sozialberatungsstellen in
Wien: „Im Vorjahr haben sich österreichweit rund 44.000 Menschen
hilfesuchend an uns gewandt. Rechnet man ihre Familien und Angehörige
mit, waren es rund 92.000 Menschen, die wir in ganz Österreich
unterstützen konnten.“ Bei 85 Prozent der Hilfesuchenden ging es um
die Themen Wohnen und Energie. Anzengruber: „Das ist kein Zufall.
Wohn- und Energiekosten sind für zu viele Menschen zur Existenzfrage
geworden. Was die Lage verschärft: Während die Kosten steigen, drohen
soziale Unterstützungsleistungen gekürzt zu werden. Diese Rechnung
kann sich nicht ausgehen. Bei vielen Menschen sind bereits sämtliche
finanziellen Reserven aufgebraucht.“

Zwtl.: „Herbst der Ergebnisse“: Forderung nach einer armutsfesten
Sozialhilfe

Aus Sicht der Caritas sollte der von der Bundesregierung
angekündigte „Herbst der Ergebnisse“ für eine armutsfeste Reform der
Sozialhilfe genutzt werden. Tödtling-Musenbichler: „Die Sozialhilfe
als letztes soziales Netz trägt schon jetzt nicht mehr und droht nun
zu reißen. Der Winter steht vor der Tür – eine Zeit, in der
Heizkosten viele Menschen zusätzlich unter Druck setzen. Unser Appell
an die Bundesregierung ist daher klar: Übernehmen sie jetzt
Verantwortung und schließen Sie Lücken, statt neue aufzureißen.
Stärken Sie das soziale Netz, statt es zu schwächen.“

„Die Regierung hat es sich zum Ziel gesetzt, die Kinderarmut in
Österreich zu halbieren. Die Reform der Sozialhilfe ist die größte
Chance, um dieses Ziel zu erreichen. Kinder sind die größte
Personengruppe in der Sozialhilfe. Kommt das Gesetz jedoch wie
geplant, wird das Ziel verfehlt“, so Tödtling-Musenbichler weiter.
Statt Lücken zu schließen und politische Antworten auf finanzielle
Nöte zu finden, sind Kürzungen von bis zu 400 Euro pro Person
angedacht. Auch für Kinder drohen massive Verschlechterungen.
Diskutierte niedrige Kinderrichtsätze oder gar die Kürzung von
Familienleistungen für Sozialhilfebeziehende würden Kinderarmut
verschärfen, statt sie – wie von der Regierung eigentlich geplant –
zu halbieren.

Zwtl.: Aktionsplan Leistbares Wohnen: Leistbares Wohnen ist
wesentliche Gerechtigkeitsfrage unserer Zeit

Handlungsbedarf ortet die Caritas auch beim Thema Wohnen.
Schwertner: „Leistbares Wohnen ist zu einer der wesentlichen
Gerechtigkeitsfragen unserer Zeit geworden. Die Bundesregierung hat
mit dem Mietenpaket, dem Sozialtarif bei Strom und der Verlängerung
des Wohnschirms wichtige Schritte gesetzt.“ Diesen Weg gelte es nun,
entschlossen weiterzugehen. „Österreich braucht einen nationalen
Aktionsplan für leistbares Wohnen! Es geht um eine Zweckwidmung der
Wohnbauförderung, um transparente Zugangskriterien zum sozialen
Wohnbau, um einen effektiveren Mietpreisdeckel und ähnlich wie beim
Strom-Sozialtarif würden wir uns eine Lösung für Wärme wünschen –
jedenfalls solange die Preise weiter steigen. Die Wohnkrise ist kein
Naturgesetz. Sie kann politisch gelöst werden“, so Schwertner
abschließend.

Zwtl.: Die Caritas bittet um Spenden

Die Caritas hilft Menschen nach Schicksalsschlägen, in
finanziellen Notlagen, unterstützt bei Wohn- und Energieproblemen und
bietet mit Wärmestuben, warmen Mahlzeiten und Notschlafstellen Schutz
vor Kälte und Wohnungslosigkeit. Tödtling-Musenbichler: „Wir helfen
vielfach dort, wo Menschen von staatlichen Unterstützungssystemen im
Stich gelassen werden. Wir können dies jedoch nur deshalb, weil uns
sehr viele Menschen unterstützen – mit ihrer Zeit oder mit einer
Spende. Danke dafür, dass Sie mit uns gemeinsam Hilfe möglich
machen.“

– Mit 50 Euro schenken Sie Menschen in Not einen vollen Einkaufskorb.

– Mit 150 Euro unterstützen Sie Familien bei schweren
Schicksalsschlägen . Wenn plötzlich das Einkommen wegfällt oder
Krankheit finanziell belastet.

Zwtl.: Die Caritas hilft konkret in

– 68 Sozialberatungsstellen österreichweit

– unserer Online-Sozialberatung für Menschen in sozialen und
finanziellen Notlagen www.caritas.at/online-sozialberatung

– Unser Wegweiser hilft, bei all unseren Angeboten, das richtige zu
finden: www.caritas-wegweiser.at

– 46 Familienberatungsstellen österreichweit

– 75 Lerncafés für über 2.400 Kinder und Jugendliche

– 79 Wohnungsloseneinrichtungen davon 21 Notschlafstellen

– 12 Mutter-Kind-Häusern

– In vielen weiteren Caritas-Einrichtungen wie zum Beispiel
Sozialmärkten, Lebensmittelausgabestellen und
Beschäftigungsprojekten.

–

Caritas-Spendenkonto

Erste Bank: IBAN AT23 2011 1000 0123 4560, BIC GIBAATWWXXX

Kennwort: Not im Inland

Online-Spenden: www.caritas.at/helfen

Oder im wirhelfen.shop

Zwtl.: Caritas dankt

Wir bedanken uns herzlich bei Erste Bank und Sparkassen für die
langjährige Unterstützung der Caritas-Inlandskampagne!

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at