St. Pölten (OTS) – Im tschechischen Kostelní Lhota sind am gestrigen
Freitagabend im
Rahmen eines Festaktes die European Village Renewal Awards 2026 (
EV!RA) verliehen worden. 25 Dörfer, Gemeinden und
Gemeindekooperationen aus ebenso vielen europäischen Regionen und
insgesamt elf Staaten nahmen am diesjährigen Wettbewerb der
Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung teil. Als
Gesamtsieger wurde Valposchiavo im Schweizer Kanton Graubünden
ausgezeichnet. Die niederösterreichische Gemeinde Bad Traunstein
wurde mit dem „European Village Renewal Award in Gold“ prämiert.
„Der European Village Renewal Award zeichnet herausragende
Leistungen aus. Aber für mich ist er weit mehr als ein Wettbewerb. Er
ist eine europäische Ideenbörse für die Zukunft unserer ländlichen
Räume“, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Vorsitzende der
Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, im Rahmen des
Festaktes. Alle teilnehmenden Gemeinden hätten gezeigt, „mit wie viel
Kreativität, Mut und Engagement ländliche Zukunft gestaltet werden
kann.“
Dabei gebe es beim EV!RA ausschließlich Gewinner, betonte Mikl-
Leitner: „Jeder teilnehmende Ort bringt Erfahrungen, Ideen und
Lösungen in unser europäisches Netzwerk ein. Damit kann ein Projekt,
das in einem Dorf erfolgreich ist, zum Denkanstoß für viele andere
werden.“ Nicht jede Lösung lasse sich eins zu eins übertragen, „aber
wir müssen in Europa nicht überall bei null beginnen und das Rad
immer wieder neu erfinden. Wenn eine Gemeinde eine gute Lösung
gefunden hat, sollen andere von dieser Erfahrung profitieren können.“
Der EV!RA wurde heuer bereits zum 19. Mal durchgeführt. Seit 1990
haben rund 450 Dörfer, Gemeinden und interkommunale Kooperationen aus
20 europäischen Staaten daran teilgenommen. Den European Village
Renewal Award 2026 sicherte sich Valposchiavo im Schweizer Kanton
Graubünden. Die Region überzeugte insbesondere mit ihrem Leitprojekt
„100% Valposchiavo“, das auf regionale Wertschöpfung, nachhaltige
Landwirtschaft und starke lokale Kreisläufe setzt und dabei Tradition
mit Innovation verbindet.
Auch Niederösterreich war unter den ausgezeichneten Regionen
vertreten: Bad Traunstein wurde mit Gold ausgezeichnet. Gewürdigt
wurde der seit Jahrzehnten konsequent verfolgte
Dorferneuerungsprozess mit einem besonderen Schwerpunkt auf sozialer
Dorfentwicklung. Als beispielgebend hervorgehoben wurden insbesondere
das gemeindeübergreifende Modell für flexible Kinderbetreuung sowie
die enge Verbindung von Gesundheit, Tourismus, Nahversorgung, Kultur
und dörflichem Gemeinschaftsleben.
„Wissen zu sammeln, weiterzugeben und für andere nutzbar zu
machen, ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer ARGE“, unterstrich
Mikl-Leitner. „Denn ländliche Räume sind keine Problemzonen, sie sind
Zukunftsräume.“ Dörfer und Gemeinden seien vielfach Vorreiter, wenn
es darum gehe, neue Antworten auf die großen Fragen der Zeit zu
finden. „Umso wichtiger ist die Bereitschaft, voneinander zu lernen
und gemeinsam besser zu werden – ganz im Sinne unseres heurigen
Mottos: ,All different. All together.‘“
Im Rahmen des Festaktes wurde erstmals auch der neue Titel „EViRA
Laureate“ vergeben. Erste Preisträgerin ist Theres Friewald-Hofbauer,
die über Jahrzehnte eine zentrale Rolle in der Europäischen ARGE
Landentwicklung und Dorferneuerung einnahm und alle 19
Wettbewerbsrunden entscheidend mitprägte. „Gute Ideen brauchen
Menschen, die sie vorantreiben, andere zusammenbringen, Wissen
weitergeben und Netzwerke knüpfen“, würdigte Mikl-Leitner die erste
Laureatin. Friewald-Hofbauer habe „Menschen verbunden, Vertrauen
geschaffen und Entwicklungen angestoßen, deren Früchte heute in
vielen Dörfern und Gemeinden Europas sichtbar sind.“