AK Stilling: „Höheres gesetzliches Pensionsantrittsalter ist der falsche Weg“

Wien (OTS) – „ Eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters
wäre für
viele Beschäftigte nichts anderes als eine Pensionskürzung. Was
stattdessen nötig ist, sind faire Chancen am Arbeitsmarkt und
alternsgerechte Arbeitsbedingungen. Hier haben viele Unternehmen ihre
Hausaufgaben nicht gemacht “, sagt Ines Stilling, AK Bereichsleiterin
Soziales.

Die Arbeiterkammer lehnt Forderungen nach einer Anhebung des
gesetzlichen Pensionsantrittsalters entschieden ab. Für viele
Beschäftigte – insbesondere in körperlich oder psychisch belastenden
Berufen – würde ein höheres Antrittsalter bedeuten, länger arbeiten
zu müssen, obwohl sie das gesundheitlich oft gar nicht schaffen.

„ Statt über ein höheres Pensionsantrittsalter zu diskutieren,
braucht es Maßnahmen gegen Altersdiskriminierung, mehr Weiterbildung
sowie Arbeitsplätze, auf denen Menschen bis zur Pension gesund
arbeiten können “, sagt Ines Stilling. Alternsgerechte Arbeitsplätze,
Gesundheitsförderung und ein Ende der Altersdiskriminierung sind die
Voraussetzungen dafür, dass Menschen bis zur Pension gesund im
Erwerbsleben bleiben können.

„ Fast ein Drittel aller Unternehmen mit mehr als 20
Beschäftigten hat keine einzige Arbeitnehmerin und keinen einzigen
Arbeitnehmer über 60. Hier braucht es ein wirksames Bonus-Malus-
System “, so Stilling. Unternehmen, die ältere Beschäftigte
einstellen und halten, sollen finanziell belohnt werden. Betriebe,
die ältere Arbeitnehmer:innen systematisch ausgrenzen, sollen einen
finanziellen Beitrag leisten.

„ Nicht das gesetzliche Pensionsalter ist das Problem, sondern
die mangelnden Chancen älterer Menschen am Arbeitsmarkt. Statt das
gesetzliche Antrittsalter zu erhöhen, gilt es, die Betriebe bei der
Beschäftigung Älterer in die Pflicht zu nehmen “, so Ines Stilling
abschließend.