Wien (OTS) – Der Disability Pride Month steht für Selbstbewusstsein,
Sichtbarkeit
und Vielfalt. Er erinnert daran, dass Behinderung kein Makel ist,
sondern ein selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft. Menschen
mit Behinderung bereichern das Zusammenleben ebenso wie unsere
Arbeitswelt mit ihren Erfahrungen, Kompetenzen und Perspektiven.
„Menschen mit Behinderung werden noch immer viel zu oft auf ihre
Beeinträchtigung reduziert oder aus dem öffentlichen Leben
ausgegrenzt. Dabei machen sie unsere Gesellschaft vielfältiger und
stärker. Ich bin als Rollstuhlfahrer stolz darauf, mich für die
Rechte von Menschen mit Behinderung einzusetzen. Genau darum geht es
beim Disability Pride Month: Behinderung sichtbar zu machen und allen
mit Stolz, statt mit Vorurteilen zu begegnen“, sagt Patrick Berger,
Leiter des Chancen Nutzen Büros im ÖGB.
Barrierefreiheit ist die Voraussetzung für gleichberechtigte
Teilhabe von Menschen mit Behinderung
Damit alle Menschen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben
teilnehmen können, braucht es Barrierefreiheit. Dabei geht es um weit
mehr als stufenfreie Zugänge oder barrierefreie Kommunikation.
„Die größten Hindernisse sind oft die Barrieren in den Köpfen.
Vorurteile schließen Menschen mit Behinderung häufig stärker aus als
eine Treppe ohne Lift. Wer Teilhabe ernst meint, muss deshalb
bauliche, digitale, kommunikative und gesellschaftliche Barrieren
abbauen“, betont Berger.
Arbeit schafft Teilhabe: Menschen mit Behinderung sind Fachkräfte
und stärken Betriebe
Arbeit ist einer der wichtigsten Schlüssel für ein
selbstbestimmtes Leben. Sie ermöglicht finanzielle Unabhängigkeit,
soziale Kontakte, Anerkennung und Sicherheit – und damit echte
Teilhabe.
„Menschen mit Behinderung sind qualifizierte Fachkräfte. Sie
bringen Fähigkeiten, Erfahrungen und neue Perspektiven in Betriebe
ein und stärken dadurch die Vielfalt in den Teams. Davon profitieren
nicht nur die Beschäftigten, sondern auch die Unternehmen“, so
Berger.
ÖGB fordert Beschäftigung von Menschen mit Behinderung statt
niedriger Ausgleichstaxe
Dennoch erfüllen nach wie vor mehr als 76 Prozent der
beschäftigungspflichtigen Unternehmen ihre Pflichtquote nicht und
zahlen stattdessen die Ausgleichstaxe.
„Wenn Unternehmen lieber die Ausgleichstaxe bezahlen, als
Menschen mit Behinderung einzustellen, läuft etwas falsch. Die
Ausgleichstaxe muss daher auf ein betriebswirtschaftlich wirksames
Niveau angehoben werden. Wer Inklusion ernst meint, muss hier
nachschärfen“, fordert Berger.
Der ÖGB fordert:
– Mehr Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen und in der
Arbeitswelt , damit Menschen mit Behinderung gleichberechtigt
teilhaben können.
– Den Abbau baulicher, digitaler, kommunikativer und
gesellschaftlicher Barrieren sowie mehr Bewusstsein für Inklusion und
gegen Vorurteile.
– Mehr Beschäftigung von Menschen mit Behinderung statt
Ausgleichszahlungen – die Ausgleichstaxe muss auf ein Niveau
angehoben werden, das Unternehmen zur tatsächlichen Einstellung
motiviert.
Über uns:
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2
Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen
sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche
Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und
Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
www.oegb.at