Wien (OTS) – Im Rahmen der 48. Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees in
Busan (
Südkorea) wird in den kommenden Tagen erneut beraten, ob die Wiener
Innenstadt ihren Status als UNESCO-Welterbe behält. Das historische
Zentrum von Wien steht seit 2017 auf der Liste des gefährdeten
Welterbes. Die UNESCO nahm die Wiener Innenstadt aufgrund von
städtebaulichen Entwicklungen und Hochhausprojekten auf diese Liste.
Laut der Entscheidungsvorlage für die Sitzung soll Wien – wie bereits
in den vergangenen Jahren – weiterhin auf der Liste des gefährdeten
Welterbes („Rote Liste“) verbleiben. Die österreichische Delegation
wird sich natürlich bemühen, eine Streichung Wiens von dieser Liste
zu erreichen. Für die Grünen Wien ist jedoch klar: Der Welterbe-
Status lässt sich nicht durch diplomatische Überzeugungsarbeit
sichern, sondern nur durch die konsequente Umsetzung der Empfehlungen
des UNESCO-Welterbekomitees. „Wer den Welterbe-Status der Wiener
Innenstadt erhalten will, muss die offenen Aufgaben ernsthaft
angehen. Es braucht konkrete Maßnahmen statt Symbolpolitik”, betonen
Jennifer Kickert, Grüne Gemeinderätin, und Alexander Hirschenhauser,
Klubobmann Grüne Innere Stadt.
Dabei geht es nicht nur um das Projekt „Heumarkt Neu”. Ebenso wichtig
sind die Umsetzung eines Dachkatasters für die historische
Innenstadt, der Schutz des Ensembles Belvedere/Schwarzenberg, der
Erhalt historischer Gärten in Privatbesitz sowie der Nachweis, dass
der Managementplan für das Welterbe in den vergangenen fünf Jahren
tatsächlich wirksam umgesetzt wurde.
Die Konferenz in Busan ist die weltweit größte UNESCO-
Veranstaltung des Jahres. Rund 3.000 Delegierte aus 196
Mitgliedstaaten sowie Vertreter:innen der UNESCO-Generaldirektion
nehmen daran teil. Das Welterbekomitee entscheidet über neue Welterbe
-Nominierungen und bewertet gleichzeitig den Erhaltungszustand
bestehender Welterbestätten.