Wien (OTS) – „Die Blockade der geplanten Zustellförderung ist ein
fatales Signal
für die österreichische Medienlandschaft. Wer Medienvielfalt ernst
nimmt, darf notwendige Unterstützungsmaßnahmen nicht aus
parteipolitischem Kalkül verzögern“, kritisiert die Mediensprecherin
der Grünen, Sigi Maurer.
Besonders unverständlich sei die Debatte darüber, ob kostenlose
Medien grundsätzlich von einer Zustellförderung ausgeschlossen werden
sollen. „Minister Babler hat heute im Budgetausschuss einmal mehr
alle kostenlosen Zeitungen in einen Topf geworfen. Die entscheidende
Frage ist aber nicht, ob eine Zeitung etwas kostet oder sich
ausschließlich über Werbung finanziert. Entscheidend ist, ob sie
tatsächlich zugestellt wird und damit einen flächendeckenden Beitrag
zur Information der Bevölkerung leistet – oder ob sie lediglich in
Entnahmeboxen aufliegt.“
Gerade regionale Gratiszeitungen würden Woche für Woche Haushalte
bis in die entlegensten Regionen Österreichs erreichen und seien für
viele Menschen eine wichtige Informationsquelle über das kommunale
und regionale Geschehen. „Diese Medien leisten einen wesentlichen
Beitrag zur regionalen Berichterstattung und damit zur
Medienvielfalt. Wer sie pauschal ausschließen will, verkennt ihre
Bedeutung für die demokratische Öffentlichkeit.“
Maurer fordert die Bundesregierung auf, die Blockade rasch zu
beenden und ein sachgerechtes Modell vorzulegen: „Gerade in Zeiten
wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen brauchen die heimischen
Medien endlich Gewissheit, ob und was diese Regierung medienpolitisch
umsetzen will. Bisher ist in eineinhalb Jahren nichts gelungen. Die
Regierung ist gefordert, rasch eine Lösung vorzulegen, die die
Medienvielfalt stärkt und regionale Qualitätsberichterstattung
absichert.“