Wien (OTS) – Die Mietervereinigung Wien präsentiert bereits zum 18.
Mal Zahlen zum
Preisgefüge von Betriebskosten in privaten Wiener Mietshäusern.
Grundlage für die Erhebung sind die Betriebskostenabrechnungen, die
Mitglieder der Mietervereinigung zur Überprüfung einreichen. Aus
diesen Daten ermittelt die Organisation repräsentative
Durchschnittswerte für Wien. Die aktuellen Zahlen beziehen sich auf
das Abrechnungsjahr 2024.
Zwtl.: Betriebskosten 2024 im Detail
Im Abrechnungsjahr 2024 beliefen sich die durchschnittlichen
monatlichen Nettobetriebskosten pro Quadratmeter Nutzfläche auf rund
2,57 Euro (2023: 2,52 Euro). Die Betriebskosten sind im
Jahresvergleich somit um 1,8 Prozent gestiegen. Eine 70-Quadratmeter-
Wohnung in Wien war im Jahr 2024 mit monatlich rund 180 Euro (2023:
176 Euro) an Nettobetriebskosten belastet.
Die stärksten Zuwächse verzeichneten 2024 Kosten für Reinigung (+
2,9 %) sowie Verwaltung und Aufzüge (jeweils +2,8 %). Die Kosten für
Müllentsorgung dagegen sanken aufgrund einer temporären
Gebührenbremse.
Die wichtigsten Betriebskostenpositionen 2024 im Überblick (
jeweils pro Quadratmeter und Jahr):
– Versicherungsprämien: 7,11 Ꞓ/m² (+2,4 %; 2023: 6,94 Ꞓ/m²)
– Reinigungskosten: 6,76 Ꞓ/m² (+2,9 %; 2023: 6,57 Ꞓ/m²)
– Wasser/Abwasser: 5,06 Ꞓ/m² (+0,8 %; 2023: 5,02 Ꞓ/m²);
verbrauchsabhängig
– Verwaltungshonorar: 4,47 Ꞓ/m² (+2,8 %; 2023: 4,35 Ꞓ/m²); gesetzlich
gedeckelt – Höchstbetrag = 4,47 Ꞓ/m²
– Müllentsorgung: 3,11 Ꞓ/m² (-6,3 %; 2023: 3,32 Ꞓ/m²);
verbrauchsabhängig, 2024 durch Gebührenbremse temporär gesenkt
– Liftkosten (nur in Häusern mit Aufzügen): 3,63 Ꞓ/m² (+2,8 %; 2023:
3,53 Ꞓ/m²)
Zwtl.: Reform der Betriebskosten nötig
Mehr als ein Drittel der gesamten Betriebskosten entfällt auf die
Positionen Versicherungsprämien, Verwaltungshonorar und Grundsteuer.
„Mieterinnen und Mieter zahlen für Kosten, die eigentlich die
Vermietenden tragen müssten – das ist schlicht unfair“, sagt Georg
Niedermühlbichler, Präsident der Mietervereinigung Österreichs, und
erneuert die Forderung nach einer Reform des gesetzlichen
Betriebskostenkatalogs. „Streichen wir Grundsteuer, Versicherungen
und Verwaltungskosten aus dem Betriebskostenkatalog; das würde einer
Million Haushalte viel Geld ersparen.“
Allein Versicherung und Verwaltung verschlingen im Schnitt 11,58
Euro pro Quadratmeter und Jahr – für eine 70-Quadratmeter-Wohnung
sind das inklusive Umsatzsteuer fast 900 Euro jährlich. Die
Grundsteuer kommt noch obendrauf – das Sparpotenzial einer Reform
fiele also noch höher aus.
Zwtl.: Kontrolle der Abrechnungen kann sich lohnen
Die Betriebskostenabrechnungen für das Jahr 2025 sind bis
spätestens 30. Juni 2026 zu legen. Einer Umfrage unter Mitgliedern
der Mietervereinigung zufolge erhalten nicht alle Privatmieterinnen
bzw. -mieter überhaupt eine Betriebskostenabrechnung, auch wenn diese
gesetzlich vorgeschrieben ist. Jede/jeder vierte Befragte gab an, gar
keine Abrechnung erhalten zu haben. „Mieterinnen und Mieter sollten
ihr gesetzliches Recht nutzen und die Abrechnung von der
Hausverwaltung anfordern“, erklärt Niedermühlbichler.
Er empfiehlt, vorliegende Abrechnungen genau zu kontrollieren –
denn der Großteil aller von der Mietervereinigung überprüften
Abrechnungen sei in vielerlei Punkten zu beanstanden. „Es lohnt sich,
die Abrechnung von unseren Expertinnen und Experten prüfen zu
lassen“, sagt Niedermühlbichler. In vielen Fällen hole man für die
Mieterinnen und Mieter Jahr für Jahr Geld zurück.