Wien (OTS) – Die heute im Rat der EU erfolgte Annahme einer
„partiellen
allgemeinen Ausrichtung“ zum Horizon Europe-Paket ist ein starkes
politisches Signal und wichtige Weichenstellung auf dem Weg zum neuen
EU-Forschungsrahmenprogramm „Horizon Europe 2028-34“.
Forschung, Technologie und Innovation sind wesentliche Pfeiler
einer echten Wettbewerbsfähigkeit Europas. Angesichts des rasanten
globalen Wettrennens und hohen Wettbewerbs um Technologievorsprünge
forderte die Industriellenvereinigung (IV) konsequent ein
ambitioniertes, eigenständiges Horizon Europe mit einem abgegrenzten
Budget. Daher ist es sehr erfreulich, dass sich Wissenschafts- und
Forschungsministerin Eva-Maria Holzleitner, der seitens Österreich
die Federführung für das EU-Forschungsrahmenprogramm obliegt, dafür
stark eingesetzt hat.
Ambitioniertes abgegrenztes Budget und Stärkung der
kollaborativen Forschung & Innovation gefordert
Der zypriotische Ratsvorsitz hat vor Kurzem im Rahmen der
Veröffentlichung einer ersten „Verhandlungsbox“ zum nächsten
Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR 2028-2034) rund 168 Milliarden Euro
für das nächste Horizon Europe vorgeschlagen und liegt damit unter
dem Vorschlag der EU-Kommission von 175 Milliarden Euro. „Ziel sollte
weiterhin, insbesondere in Anlehnung an die Empfehlungen von Mario
Draghi, der Expertengruppe rund um Manuel Heitor und dem EU-
Parlament, ein klar abgegrenztes Budget in der Höhe von 220
Milliarden Euro für das neue Horizon Europe 2028-34 bleiben, um den
FTI-Standort Europa entscheidend nach vorne zu bringen“, so IV-
Generalsekretär Christoph Neumayer.
Die österreichische Bundesregierung müsse sich bei den
Verhandlungen zum Mehrjährigen Finanzrahmen klar für jene Programme,
die Europas Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit stärken, einsetzen.
Dabei ist insbesondere ein noch ambitionierteres Budget für Horizon
Europe und eine Stärkung der kollaborativen Forschung in Säule 2
essenziell. Österreich ist im EU-Forschungsrahmenprogramm
Nettoempfänger und mit bisher 1,7 Milliarden Euro an Rückflüssen im
seit 2021 laufenden Programm insgesamt sehr erfolgreich. Dabei fallen
rund 60 Prozent der zurückgeholten Forschungsmittel auf die
kollaborative Forschung in der 2. Programmsäule. Europa braucht
solche kollaborativen Innovationsökosysteme – bestehend aus einer
exzellenten wissenschaftlichen Basis, hoch-innovativen Start-ups und
Scale-ups, angewandter Forschung durch RTOs und durch eine starke und
zukunftsfitte Industrie, die weiterhin maßgeblich in FTI investiert,
F&E-Ergebnisse umsetzt und auf den Markt bringt. „Für das nächste
Horizon Europe ist es insbesondere erforderlich, den budgetären
Anteil für die kollaborative Forschung von den vorgeschlagenen 43
Prozent auf zumindest das bisherige Niveau von 56 Prozent zu
erhöhen“, betont Neumayer.
Zentrale Rolle von Forschung, Technologie und Innovation bei
Verbindung zum EU Competitiveness Fonds (ECF) notwendig
Künftig ist eine starke Verbindung insbesondere der
kollaborativen Forschung in Säule 2 von Horizon Europe mit dem EU
Competitiveness Fonds (ECF) vorgesehen, um FTI und industrielle
Umsetzung effektiver entlang eines durchgängigen Investitionsweges zu
gestalten. Wesentlich ist jedoch dabei, dass Horizon Europe als
Forschungsprogramm eine mittel- bis langfristige Perspektive verfolgt
und daher die Erkenntnisse aus der Forschung zentrale Impulsgeber der
inhaltlichen Programmierung für den ECF sein müssen. Vor diesem
Hintergrund ist es ein wichtiger erster Schritt, dass nach intensiven
Diskussionen im Rat und darüber hinaus, nun immerhin eine gemeinsame
Adressierung kollaborativer Forschungs- und Innovationsprioritäten
nicht nur durch den ECF, sondern auch durch Horizon Europe vorgesehen
ist. „Wichtig ist, im Programmierungsprozess auch die
forschungsaktive Industrie miteinzubeziehen, um sowohl die
Einschätzung des Potenzials von Forschung und Innovation zu neuen
Technologien als auch die Beurteilung der Märkte und Faktoren zur
Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen“, so der IV-Generalsekretär.
Ebenso müssten EU-FTI-Partnerschaften mit ihrer umfassenden Expertise
in den Prozess integriert werden und sowohl finanzielle als auch
Sachleistungen als Beteiligungsform in diesen Partnerschaften
anerkannt werden, um Unternehmen eine aktive und direkte Teilnahme
und damit direkten Know-how Transfer zu ermöglichen.