Wien (OTS) – Scharfe Kritik am Rechnungsabschluss der Geschäftsgruppe
Bildung übte
FPÖ-Fraktionsführer im Bildungsausschuss, GR Armin Blind: „Dieser
Rechnungsabschluss zeigt einmal mehr: Mehr Geld führt nicht
automatisch zu besseren Ergebnissen. Die Ausgaben steigen Jahr für
Jahr, messbar bessere Resultate bleiben aber aus.“ Besonders deutlich
wird das Problem bei den Deutschkenntnissen von Schulanfängern.
Obwohl ein Gutteil der Kinder bereits zwei Jahre den Wiener
Kindergarten besucht hat, verstehen rund 50 Prozent der Volksschüler
nicht ausreichend Deutsch, um dem Unterricht folgen zu können. „Es
ist ein Armutszeugnis, wenn Kinder nach mehreren Jahren im
Kindergarten in die Volksschule kommen und dem Unterricht sprachlich
nicht folgen können. Übrig bleiben jene Österreicher, die durch das
schlechte Sprachniveau ihrer Mitschüler automatisch ausgebremst
werden. Das ist ein Zukunftsraub an unseren Kindern“, erklärte Blind.
Die FPÖ fordert daher seit Jahren eine verpflichtende
Sprachstandfeststellung ab dem dritten Lebensjahr sowie verbindliche
Deutschfördermaßnahmen, denn bloß ein zusätzliches verpflichtendes
Kindergartenjahr allein wird das Problem nicht lösen. An den Pranger
stellte Blind auch die Personalsituation in den Wiener
Bildungseinrichtungen. „715 Pädagogen haben allein im vergangenen
Jahr das System verlassen, gleichzeitig gibt es hunderte offene
Stellen. Es reicht nicht, zusätzliche Planstellen zu schaffen, wenn
man die bestehenden nicht besetzen kann“, so der FPÖ-Gemeinderat.
Auch bei der Finanzierung der Kindergärten ortet Blind
Ungleichgewichte zwischen öffentlichen und privaten Einrichtungen.
„Ein Kostenunterschied von mehreren tausend Euro pro Platz ist durch
die unterschiedlichen Leistungen nicht erklärbar. Wer derart
unterschiedliche Förderungen vergibt, kann nicht von
Chancengerechtigkeit sprechen“, monierte der Freiheitliche.
Kritik übte Blind zudem an der aus seiner Sicht eingeschränkten
Wahlfreiheit bei der Schulform. Während ganztägige Schulen Vorteile
wie kostenfreies Mittagessen bieten, entstehen bei anderen
Schulformen zusätzliche finanzielle Belastungen für Familien, wenn
Kinder den Hort besuchen.
„Wahlfreiheit haben nur jene, die es sich leisten können: Wir
haben längst ein Zwei-Klassen-System im Bildungsbereich“, so Blind.
Abschließend forderte der FPÖ-Gemeinderat einen grundlegenden
Kurswechsel in der Wiener Bildungs- und Kindergartenpolitik: „Wir
brauchen konsequente Deutschförderung, echte Wahlfreiheit und ein
Bildungssystem, das Leistung ermöglicht statt Probleme zu verwalten.“