Warnungen ignoriert – Höhere Spirituosensteuer verschärft Lage von Wirten und Bars

Wien (OTS) – Die Bundesregierung hat im Rahmen des präsentierten
Budgetbegleitgesetzes die Erhöhung der Steuer auf Spirituosen
beschlossen. Der Fachverband Gastronomie in der Wirtschaftskammer
Österreich (WKÖ) hat sich gemeinsam mit Vertretern der
Lebensmittelindustrie im Vorfeld nachdrücklich gegen diese Maßnahme
ausgesprochen und seine Bedenken in zahlreichen Gesprächen sowie
einem gemeinsamen Positionspapier dargelegt.

„Wir haben uns mit Nachdruck gegen diese Steuererhöhung
eingesetzt und die negativen Folgen für Gastronomie, Hotellerie und
den gesamten Tourismusstandort Österreich klar aufgezeigt. Leider
wurden unsere Argumente nicht berücksichtigt“, erklärt Alois Rainer,
Obmann des Fachverbandes Gastronomie.

Der Fachverband verwies im Zuge der Diskussion insbesondere auf
die angespannte wirtschaftliche Lage vieler Betriebe. Seit dem Ende
der Pandemie sind Kosten für Energie, Personal, Wareneinsatz und
Finanzierung deutlich gestiegen. Gleichzeitig können diese Mehrkosten
vielfach nicht an die Gäste weitergegeben werden. Die Folge sind
stagnierende beziehungsweise rückläufige Betriebsergebnisse in weiten
Teilen der Branche.

Besonders kritisch bewertet der Fachverband die zusätzlichen
Belastungen für die Nachtgastronomie. Bars, Nachtklubs und
Diskotheken stehen bereits seit Jahren unter erheblichem
wirtschaftlichem Druck. Höhere Steuern auf Spirituosen und
spirituosenhaltige Getränke verschärfen diese Situation zusätzlich
und könnten weitere Betriebsschließungen nach sich ziehen.

„Die Branche kämpft seit Jahren mit stark steigenden Kosten,
einer gedämpften Konsumstimmung und rückläufigen Erträgen. Eine
zusätzliche steuerliche Belastung kommt genau zum falschen Zeitpunkt.
Viele Betriebe verfügen schlicht nicht über die wirtschaftlichen
Spielräume, um diese Mehrkosten aufzufangen“, so Rainer.

Der Fachverband hat zudem darauf hingewiesen, dass die erwarteten
Steuermehreinnahmen keineswegs gesichert seien. Höhere Preise könnten
zu einem Rückgang der Nachfrage sowie zu Ausweichbewegungen auf
andere Produkte führen. Darüber hinaus würde Österreich nach der
Steuererhöhung im Vergleich zu mehreren Nachbarländern deutlich
höhere Steuersätze auf Spirituosen aufweisen.

Ungeachtet der nunmehr beschlossenen Maßnahme wird sich der
Fachverband weiterhin für wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen
für Gastronomie und Hotellerie einsetzen. „Unsere Betriebe sind ein
wesentlicher Teil des österreichischen Tourismus und schaffen
Arbeitsplätze in allen Regionen des Landes. Gerade deshalb werden wir
uns auch künftig mit Nachdruck dafür einsetzen, zusätzliche
Belastungen für die Branche zu verhindern und die
Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe zu stärken“, betont Rainer
abschließend. (PWK302/EL)