Weniger Mist: Irrtümer rund ums Mindesthaltbarkeitsdatum kommen teuer

Wien (OTS) – Ein Joghurt mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum?
In vielen
Haushalten landet es automatisch im Mistkübel. Dabei ist das
Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) kein Wegwerfdatum, sondern lediglich
eine Qualitätsgarantie der Hersteller*innen. Trotzdem sorgen Irrtümer
rund um das kleine Datum auf der Verpackung für massive
Lebensmittelverschwendung und damit auch für hohe Kosten – die
Website www.wenigermist.at räumt damit auf.

Studien zeigen: Rund 10 % der Lebensmittelabfälle in Österreich
gehen auf das Mindesthaltbarkeitsdatum zurück, oft weil es einfach
falsch verstanden wird. „Wir werfen Lebensmittel weg, die noch völlig
in Ordnung sind – nur weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten
ist. Das ist nicht nur teuer für Haushalte, sondern auch eine enorme
Belastung für das Klima und Ressourcenverschwendung“, so der Wiener
Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky .

Zwtl.: MHD ist nicht gleich „zu verbrauchen bis“

Ein zentraler Irrtum: Das MHD wird häufig mit dem Verbrauchsdatum
verwechselt.
Der Unterschied:

„Mindestens haltbar bis“ heißt: Das Produkt kann auch danach noch
gut sein.

„Zu verbrauchen bis“ bedeutet: Dieses Datum sollte strikt
eingehalten werden, weil es sich um leicht verderbliche Lebensmittel
wie frischen Fisch oder Fleisch handelt.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) zeigt den Tag, bis zu dem die
Hersteller*innen die optimale Qualität garantieren. Viele
Lebensmittel sind weit über dieses Datum hinaus genießbar – besonders
trockene Produkte wie Nudeln, Reis oder lang haltbare Konserven,
sofern sie ungeöffnet und richtig gelagert wurden. Selbst Honig trägt
ein Mindesthaltbarkeitsdatum, obwohl er praktisch unbegrenzt haltbar
ist – dies ist gesetzlich vorgeschrieben.

Wichtig ist, Lebensmittel vor Verunreinigungen zu schützen, sie
in gut verschlossenen Behältern aufzubewahren und so zu verhindern,
dass Schädlinge eindringen können. Ebenso sollte die Kühlkette bei
verderblichen Produkten möglichst nicht unterbrochen werden, dafür
zum Einkauf am besten eine Kühltasche mitnehmen.

Zwtl.: Alle Sinne einsetzen

Beim MHD sind unsere Sinne die beste Entscheidungshilfe.
Anschauen, riechen, kosten – und erst dann entscheiden, ob das
Lebensmittel in den Magen oder in den Mistkübel kommen soll. Genau
das spart Lebensmittelabfall und Geld.

Gerade bei lang haltbaren Produkten lohnt sich diese Prüfung
besonders, da sie oft noch lange nach Ablauf des MHDs einwandfrei
sind.

Zwtl.: Erschreckende Zahlen

Über zwei Drittel der Österreicher*innen glauben, dass
Lebensmittel nach Ablauf des MHD nicht mehr bedenkenlos genießbar
sind – obwohl sie es in vielen Fällen sehr wohl sind.

In Österreich landen pro Jahr rund 415.000 Tonnen Lebensmittel im
Müll, die vermeidbar gewesen wären.

Pro Haushalt und Jahr werden Lebensmittel im Wert von bis zu 800
Ꞓ weggeworfen, das entspricht rund zwei Monatseinkäufen.

Diese Zahlen zeigen, dass es gute Informationen zum Umgang mit
dem Mindesthaltbarkeitsdatum braucht, um Abfälle zu vermeiden. Die
Website wenigermist.at trägt mit Tipps zum MHD und zur Lagerung von
Lebensmitteln dazu bei.

Weitere Informationen zur Haltbarkeit von Lebensmitteln sind in
der Broschüre „Ist das noch gut“ von der Tafel Österreich zu finden.

Zwtl.: Informationen

Viele Informationen und praktische Tipps zur Abfallvermeidung
bietet die Website weniger Mist auf www.wenigermist.at/mindestens-
haltbar-bis-oder-doch-viel-laenger .

Die Initiative „natürlich weniger Mist“ der Stadt Wien führt
richtungsweisende und beispielhafte Projekte und Aktivitäten im
Bereich der Abfallvermeidung durch, die zur Schonung wertvoller
Ressourcen oder zu einer nachhaltigen Lebens- und Verhaltensweise
beitragen.