Wien (OTS) – Dem schnellen Alltag für einen Moment entkommen – ab 15.
Juni 2026
auf ORF ON: Das neue Slow-TV-Format „Schau-Fenster“ arbeitet mit
ruhigen Bildern und langsamen Bewegungen, vertraute Szenen schaffen
Raum zum Schauen, Beobachten und Erinnern. Es sind Spaziergänge durch
die Natur, Tiere in ihrer gewohnten Umgebung oder stille
Alltagsmomente, die „Schau-Fenster“ mit einfachen und klaren
Inhalten, ohne schnelle Schnitte oder Reizüberflutung anbietet. So
entsteht ein beruhigendes Fernseherlebnis, das besonders Menschen mit
Demenz anspricht, emotionale Erinnerungen weckt und positive Gefühle
vermittelt. Das Programm kann zur Entschleunigung, zum Entspannen und
sogar zum Einschlafen helfen – für jene, die nach einem langen Tag
Ruhe suchen und Stress abbauen wollen. ORF ON stellt die ca.
zweistündigen Folgen – u. a. mit einem Schönbrunn-Spaziergang,
Bildern vom 360-Grad-Hai-Becken im Haus des Meeres oder von
Bartgeiern – ab 15. Juni als Videos-on-Demand zur Verfügung.
Thomas Matzek, Leiter ORF Wissen: „Mensch und Gesundheit sind
seit jeher wesentliche Aufgabengebiete von ORF Wissen. Ich freue
mich, dass wir gemeinsam mit dem Team rund um Franz-Joseph Huainigg
und Robert Waleczka mit ‚Schau-Fenster‘ ein innovatives Angebot für
eine neue Publikumsschicht schaffen können – für Menschen, die ein
beruhigendes Schauerlebnis als wohltuend und positiv empfinden, zum
Beispiel Menschen mit Demenz.“
Franz-Joseph Huainigg, Beauftragter für Barrierefreiheit im ORF:
„In unserer hektischen und schnelllebigen Zeit, die einhergeht mit
einer Bilderflut, sind ruhige Filme wichtiger denn je. Entwickelt
wurde das Programm für Menschen mit Demenzerkrankungen. Aber durch
den ‚Curb-Cut-Effekt‘ entsteht ein neues Angebot für viele Menschen.
Die langsamen und ruhigen Bilder laden ein zum Entdecken der kleinen
Dinge, die sonst gerne übersehen werden.“
Langsame, deutliche und einfache TV-Formate für Menschen mit
Demenz
In Österreich leben mehr als 170.000 Menschen mit Demenz und die
Zahl steigt stetig. Die Wahrnehmung von Menschen mit Demenz braucht
langsamere, deutlichere und einfachere Formate, als es das Fernsehen
oder das Internet derzeit bereitstellen. Sie haben zunehmend
Schwierigkeiten, den herkömmlichen Fernsehprogrammen und Spielfilmen
zu folgen. Je weiter die Erkrankung fortschreitet, desto eher sind
sie von hohem Tempo, zu vielen Informationen, schnellen Schnitten,
langen Dialogen und einer komplizierten Handlung überfordert. Das
Slow-TV-Format „Schau-Fenster“ bietet einfache Handlungen, niedriges
Erzähltempo, keine schnellen Bildwechsel, keine akustischen oder
visuellen Reizüberflutungen, ruhige Bilder sowie vertraute Orte und
Motive. In ruhigen, klaren Bildern werden bekannte Szenen gezeigt,
die die Sinne ansprechen, aber nicht reizüberflutend sind. Die
Handlung folgt dabei keiner klassischen Dramaturgie, sie bietet dem
Publikum einen Wiedererkennungswert und hinterlässt positive Gefühle.
Das Angebot richtet sich auch insbesondere an Menschen mit einer
weiter fortgeschrittenen Demenz.
Entstehung des Formats „Schau-Fenster“
„Schau-Fenster“ entstand im Rahmen eines partizipativen
Entwicklungsworkshops unter der Leitung von Raphael Schönborn,
Geschäftsführer des Vereins Promenz, gemeinsam mit Menschen mit
Demenz, Angehörigen, Vertreterinnen und Vertretern der
Österreichischen Demenzstrategie sowie Medienvertreterinnen und –
vertretern des ORF. Ziel war die Entwicklung eines demenzsensiblen
Medienformats, das sich an den Bedürfnissen und
Wahrnehmungsmöglichkeiten von Menschen mit demenziellen
Beeinträchtigungen orientiert. Im Mittelpunkt standen Fragen nach
geeigneten Bildwelten, Geschwindigkeiten, Sprache, Orientierung und
emotionaler Zugänglichkeit. Die Erkenntnisse aus dem Workshop flossen
direkt in die Entwicklung des neuen Formats „Schau-Fenster“ ein.