Wien (OTS) – Die Inflation zieht wieder an: Laut aktueller
Schnellschätzung der
Statistik Austria lag die Inflationsrate im Mai bei 3,7 Prozent.
Befeuert wird dieser Anstieg maßgeblich durch den Irankrieg und die
dadurch explodierenden Energiepreise. „Ausgerechnet jetzt
wirkungsvolle Preiseingriffe wie die Begrenzung der Gewinnmargen von
Ölkonzernen beim Sprit aufzugeben, ist wirtschaftspolitisch
fahrlässig“, kritisiert AK Chefökonom Matthias Schnetzer den jüngsten
Schritt der Bundesregierung.
Dabei belegen die Zahlen klar, dass staatliche Eingriffe wie die
Mietenbremse, der gesetzlich geregelte Sozialtarif bei Strom, die
Spritpreisbremse oder die Mehrwertsteuer-Senkung auf
Grundnahrungsmittel ab Juli wirken. Ohne diese Maßnahmen –
vollständig umgesetzt und inklusive der Mehrwertsteuersenkung ab Juli
– läge die Teuerung um fast 0,8 Prozentpunkte höher: Schnetzer warnt
davor, die Preisbremsen frühzeitig zu lösen und die Inflation
durchrauschen zu lassen, und verweist auf den Mechanismus der
Teuerung in drei Phasen: Zuerst treiben die Energiepreise den
Verbraucherpreisindex direkt nach oben. In einer zweiten Runde
verteuern sich dadurch die Produktion und Bereitstellung aller
anderen Güter und Dienstleistungen. Erst in der dritten Runde müssen
die Löhne nachziehen, um die Kaufkraft und ein leistbares Leben zu
sichern.
„Die Löhne sind nicht der Treiber der Inflation, sondern
reagieren lediglich im dritten Schritt auf die explodierenden Kosten
bei Energie und Gütern“, erklärt Schnetzer. „Aktuell geht es im Kampf
gegen die Teuerung um jeden Zehntel-Prozentpunkt. Wer Preiseingriffe
stoppt, befeuert diese Spirale auf Kosten der Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer.“
Um die Inflation effektiv zu dämpfen und das Leben leistbar zu
halten, fordert die AK gezielte Eingriffe:
– Rückkehr der Margenbegrenzung beim Sprit, um die Übergewinne der
Mineralölkonzerne auf Kosten der Konsument:innen zu stoppen.
– Ausweitung der Preisbremse auf Heizöl, da viele Haushalte im Sommer
für die Heizsaison einkaufen und die Preise hier immens gestiegen
sind.
– Ein Ende des ungerechtfertigten Österreich-Aufschlags bei
Lebensmitteln auf EU-Ebene.
– Strenge Überwachung der Mehrwertsteuersenkung im Lebensmittel-
Einzelhandel ab Juli, damit die Ersparnis tatsächlich bei den
Konsumentinnen und Konsumenten ankommt.
– Kritische Prüfung und Abschaffung von automatischen
Preisanpassungen durch Indexierungen, die die Inflation weiter
anheizen.