Krems (OTS) – Mit der bereits weltweit realisierten Rauminstallation
„Written Room“
von Parastou Forouhar und der Ausstellung „Greta Schödl. Spuren
meines Lebens“ präsentiert die Landesgalerie Niederösterreich zwei
herausragende Künstlerinnen, die sich auf unterschiedliche Weise mit
Schrift, Sprache und Erinnerung auseinandersetzen. Beide
Ausstellungen eröffnen vielschichtige Perspektiven auf die visuelle,
poetische und politische Dimension von Schrift in der
Gegenwartskunst.
Zwtl.: Lebenswerk von Greta Schödl
Greta Schödl zählt zu den bemerkenswerten Vertreterinnen der
„Visuellen Poesie“, einer Kunstform zwischen Literatur und bildender
Kunst. Die 1929 in Hollabrunn (NÖ) geborene Künstlerin lebt seit den
1950er-Jahren in Bologna. Lange blieb ihr Werk in Österreich wenig
beachtet, erfährt jedoch seit der Biennale von Venedig 2024
verstärkte Aufmerksamkeit. Die Landesgalerie Niederösterreich zeigt
nun ihre erste Museumsausstellung im Heimatland und gibt mit rund 200
Werken, unter anderem Zeichnungen, Malereien, Skulpturen, Objekten
und Performancefotografien, einen umfassenden Einblick in ihr über
Jahrzehnte gewachsenes OEuvre.
„Greta Schödl zählt zu den stillen, zugleich außergewöhnlich
eigenständigen Positionen der europäischen Nachkriegskunst. Über
Jahrzehnte hinweg hat sie eine künstlerische Sprache entwickelt, die
sich jeder schnellen Einordnung entzieht und gerade dadurch eine
große zeitlose Präsenz entfaltet: präzise, poetisch und von
bemerkenswerter innerer Dichte“ , betont Gerda Ridler , künstlerische
Direktorin der Landesgalerie Niederösterreich und Kuratorin der
Ausstellung.
„Schödls Arbeiten bewegen sich konsequent zwischen Lesen und
Sehen. Indem sie Sprache in ein visuelles System überführt, öffnet
sie einen Raum, in dem Bedeutung nicht festgelegt ist, sondern erst
im Wahrnehmen entsteht“ , so Kurator Berthold Ecker .
Zwtl.: Die poetische Komposition von Schrift und Bild
In akribischer Wiederholung schreibt Greta Schödl Wörter auf
unterschiedliche Träger: von Papier, Pergament und Leinwand bis hin
zu Alltagsgegenständen oder Stein. Die Wörter verdichten sich zu
rhythmischen, nahezu meditativen Bildstrukturen. Ergänzt wird dieses
Prinzip durch den Einsatz von Blattgold, das die Oberflächen
durchzieht und ihnen eine vibrierende Leuchtkraft verleiht.
Neben den Schriftbildern zeigt die Ausstellung zentrale
Werkgruppen wie die „Traumbilder“ und die „Fantasmi“, in denen Schödl
innere Erfahrungswerte in visuelle Formen übersetzt. In den
sogenannten asemischen Schriften löst sich die Künstlerin von
lesbarer Sprache und entwickelt Zeichen, die zwischen Schreiben und
Zeichnen oszillieren. Auch Arbeiten, die den Körper als Spur
begreifen, sowie performative und feministische Positionen der 1960er
– und 1970er-Jahre werden erstmals in diesem Umfang präsentiert.
Zwtl.: „Written Room“ erstmals in Österreich
Mit „Written Room“ präsentiert die Landesgalerie Niederösterreich
erstmals in Österreich eine zentrale Arbeit der iranisch-deutschen
Künstlerin Parastou Forouhar (*1962, Teheran). Forouhar zählt zu den
wichtigen Stimmen der internationalen Gegenwartskunst.
„Written Room eröffnet einen eindrucksvollen Erfahrungsraum, in
dem Sprache ihre gewohnte Funktion verliert und sich in ein
ornamentales Gefüge verwandelt. Parastou Forouhar gelingt es, Fragen
von Erinnerung, Identität und Zugehörigkeit mit großer ästhetischer
Kraft zu verhandeln und zugleich eine unmittelbare, körperliche
Erfahrung von Fremdheit und Nähe zu schaffen“ , betont GerdaRidler ,
künstlerische Direktorin der Landesgalerie Niederösterreich und
Kuratorin der Ausstellung.
In der raumgreifenden Installation überzieht Forouhar den
gesamten Ausstellungsraum mit persischen Schriftzeichen, die über
Boden und Wände fließen. Die aneinandergereihten Schriftzeichen
ergeben keine lesbaren Worte, denn die kalligrafisch anmutenden
Buchstaben werden beliebig aneinandergereiht, gedehnt oder gestaucht,
so dass sich Schwingungen und Rhythmen ergeben, die an die Stelle
sprachlicher Information treten. Gerade darin entfaltet die Arbeit
ihre Wirkung: Die Schrift bewegt sich zwischen Fremdheit und
Verführung, besetzt den Raum und schafft zugleich Offenheit für
Begegnung. Fremdheit wird nicht ausgeblendet, sondern ästhetisch
transformiert und verliert damit ihre Bedrohlichkeit.
In „Written Room“ spiegeln sich persönliche Erfahrungen der
Künstlerin wider: Die fragmentierten Schriftzeichen werden zu einem
tiefgründigen Sinnbild für Migration, Sprachverlust und kulturelle
Entfremdung. Parastou Forouhar erschafft einen Ort, der über
sprachliche Grenzen hinaus neue Formen der Wahrnehmung eröffnet und
eine Einladung zur übersprachlichen Verständigung darstellt.
GRETA SCHÖDL. SPUREN MEINES LEBENS
23.05. – 08.11.2026
Pressebilder: https://celum.noeku.at/pinaccess/showpin.do?pinCode=
GretaSchoedl
PARASTOU FOROUHAR. WRITTEN ROOM
23.05.2026 – 10.01.2027
Pressebilder: https://celum.noeku.at/pinaccess/showpin.do?pinCode=
ParastouForouhar
Eröffnung
SA, 23.05.2026, 11.00 Uhr
Pressebereich mit detaillierten Pressemappen zu den
Ausstellungen:
www.kunstmeile.at/de/presse/landesgalerie
Fotos zur Eröffnung (online am SA, 23.05.2026 ab 15 Uhr)
https://www.apa-fotoservice.at/galerie/39687