Graz (OTS) – „Ohne Park & Ride, S-Bahn und funktionierende
Umstiegsknoten wird
Graz seine Verkehrsprobleme nicht lösen“, so Pendlerobmann Walter
Semlitsch.
Die Pendlerinitiative Steiermark übt deutliche Kritik am im
Gemeinderat vorgelegten „Masterplan Öffentlicher Verkehr – Graz 2040“
der Grazer Stadtkoalition. Aus Sicht der Pendlerinitiative bleibt
eines der größten Verkehrsprobleme der gesamten Region ungelöst: der
tägliche Pendlerverkehr aus dem Grazer Umland.
Für Pendlerinitiative-Obmann Walter Semlitsch zeigt der
Masterplan Öffentlicher Verkehr – Graz 2040 vor allem eines: Graz
denkt den öffentlichen Verkehr weiterhin zu stark innerhalb der
eigenen Stadtgrenzen – und zu wenig als gemeinsames Verkehrssystem
mit dem Umland.
„Jeden Tag pendeln zehntausende Menschen nach Graz. Diese
Menschen arbeiten hier, sichern Betriebe, kaufen ein und halten den
Wirtschaftsstandort mit am Laufen. Trotzdem findet das Umland im
vorliegenden Masterplan Öffentlicher Verkehr – Graz 2040 praktisch
wenig statt“, kritisiert Walter Semlitsch.
Besonders problematisch sei dabei, dass das Konzept kaum konkrete
Maßnahmen für den Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Verkehr
enthalte. „Wer ernsthaft möchte, dass Pendlerinnen und Pendler
umsteigen, muss zuerst attraktive Angebote schaffen. Genau dafür
braucht es eine konsequente Verbindung aus Park & Ride, S-Bahn und
Straßenbahn. Aber genau diese Verknüpfung fehlt im Konzept
weitgehend“, so Walter Semlitsch.
Die Pendlerinitiative Steiermark verweist darauf, dass
funktionierende Umsteigesysteme nicht nur dem Umland helfen würden,
sondern vor allem Graz selbst massiv entlasten könnten.
„Diese Kurzsichtigkeit schadet am Ende vor allem Graz selbst.
Wenn Pendler keine vernünftigen Alternativen haben, bleiben die
Straßen weiter verstopft. Der Ausweichverkehr fährt weiterhin durch
Wohnviertel, Staus nehmen zu und die Belastung für die Bevölkerung
steigt weiter“, erklärt Semlitsch.
Gerade deshalb sei es unverständlich, dass zentrale Themen wie
der Ausbau und die Anbindung von Park-&-Ride-Anlagen oder die bessere
Anbindung von Nahverkehrsknoten mit der Straßenbahn im Masterplan
Öffentlicher Verkehr – Graz 2040 kaum Priorität hätten.
„Moderne Verkehrspolitik bedeutet nicht, das Auto einfach
schlechtzureden. Moderne Verkehrspolitik bedeutet, funktionierende
Gesamtsysteme zu schaffen. Menschen steigen nur dann um, wenn der
öffentliche Verkehr bequem, schnell und alltagstauglich ist“, betont
Semlitsch.
Aus Sicht der Pendlerinitiative brauche es deshalb einen klaren
Strategiewechsel: mehr Park-&-Ride-Anlagen an den Stadteinfahrten,
eine stärkere Verknüpfung mit der S-Bahn, raschere Straßenbahn-
Anbindungen an zentrale Knotenpunkte und insbesondere an die Park and
Ride Anlagen und eine Verkehrspolitik, die Stadt und Umland gemeinsam
denkt.
„Die Zukunft liegt in intelligenten Umstiegssystemen. Genau dort
müsste Graz endlich ansetzen. Der vorliegende Masterplan Öffentlicher
Verkehr – Graz 2040 bleibt auf diese entscheidende Frage leider die
Antwort schuldig“, so Walter Semlitsch abschließend.