Wien (OTS) – 48 Stunden, 25 Talente: In Kooperation mit der TU
Austria brachte das
Bundeskanzleramt am 4. und 5. Mai Nachwuchstalente sowie Expertinnen
und Experten zusammen, um funktionsfähige KI-Prototypen für zentrale
Herausforderungen der öffentlichen Verwaltung zu entwickeln.
Von der Challenge zum Prototyp
Aus mehr als 200 Bewerbungen wurden 25 Teilnehmende ausgewählt,
die in interdisziplinären Teams an fünf konkreten Challenges
gearbeitet haben. Drei Aufgabenstellungen kamen aus dem
Bundeskanzleramt, eine aus dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst,
Kultur, Medien und Sport sowie eine aus der Parlamentsdirektion. Das
Bundesrechenzentrum begleitete den Hackathon als technischer Partner
und unterstützte dabei, die Umsetzbarkeit der Prototypen in der
Verwaltungspraxis mitzudenken.
Die Challenges griffen zentrale Fragen einer modernen,
zukunftsfitten Verwaltung auf: die bessere Nutzung von Daten auf
data.gv.at, die automatisierte Überführung von Förderbeschreibungen
und allgemeinen Regelwerken in auswertbare Strukturen, die sichere
Erstellung barrierefreier Dokumente sowie eine verbesserte
Berichterstattung und Auswertung von Förderprojekten.
„Wir wollen Digitalisierung mit Mehrwert schaffen. Für
Unternehmen, Bürgerinnen und Bürger sowie die Verwaltung. Österreich
hat exzellente Talente – genau deshalb haben wir das Kanzleramt für
Studierende geöffnet und setzen auf die Innovationskraft der nächsten
Generation. Der Public AI Hackathon ist die ideale Plattform, um
gemeinsam an der Modernisierung der Verwaltung zu arbeiten und einen
nachhaltigen Beitrag in Österreich zu leisten“, so
Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll .
„Bei diesem Hackathon haben wir die Innovationskraft der
Studierenden der TU Austria genutzt, um völlig neue Möglichkeiten für
Public AI Services aufzuzeigen. Ich bin fest davon überzeugt, dass
diese Initiative des Bundeskanzleramts die Zusammenarbeit zwischen
Verwaltung und Wissenschaft zu umsetzbaren und zukunftweisenden
Lösungsansätzen führt“ , betont Horst Bischof , Rektor der
Technischen Universität Graz und Vorsitzender des KI-Beirats.
Die Ergebnisse im Überblick
Die beim Hackathon entwickelten Prototypen zeigen konkrete
Anwendungsmöglichkeiten von künstlicher Intelligenz für die
Verwaltungspraxis:
Mehr Wert aus offenen Daten:
Ein Team entwickelte einen Prototyp, der die Suche nach offenen
Verwaltungsdaten auf data.gv.at intelligenter und nutzerfreundlicher
macht. Statt nur nach einzelnen Schlagworten zu suchen, erkennt die
Lösung den inhaltlichen Kontext von Suchanfragen und liefert dadurch
passendere Ergebnisse. Zusätzlich können beim Hochladen von
Datensätzen Beschreibungen und Schlagworte automatisiert
vorgeschlagen werden. Das erleichtert die Datenbereitstellung für
öffentliche Stellen und verbessert den Zugang zu staatlichen
Informationen für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Wissenschaft
und Verwaltung.
Förder-Cockpit für Integrationsdaten:
Ein weiterer Prototyp unterstützt die strukturierte Auswertung von
Förderinformationen. Ziel ist es, Förderbeschreibungen und
Projektdaten automatisiert aufzubereiten, vergleichbar und für
Berichte besser nutzbar zu machen. Damit werden
Verwaltungsmitarbeitende bei Monitoring, Auswertung und
Berichterstattung entlastet.
Barrierefrei von Anfang an:
Ein Team beschäftigte sich mit der KI-gestützten Erstellung und
Prüfung barrierefreier PDF-Dokumente. Der Prototyp soll dabei helfen,
Dokumente bereits bei der Erstellung auf Barrierefreiheit zu prüfen
und Verbesserungen vorzuschlagen. Damit wird ein wichtiger Beitrag
geleistet, um digitale Verwaltungsinformationen für alle Menschen
zugänglich zu machen.
„Bundesscribe“:
Für den Bund und die Parlamentsdirektion wurde ein Prototyp zur
Unterstützung der Transkription von Sitzungen entwickelt. Die Lösung
erkennt typische Ausbesserungspotenziale mithilfe linguistischer
Regeln und KI-gestützter Klassifizierung. Dadurch können
Arbeitsschritte beschleunigt und die Veröffentlichung von
Sitzungsprotokollen effizienter unterstützt werden.
Förderkompass für Unternehmen:
Der Prototyp „Law to Code“ zeigt, wie Förderprogramme in automatisch
auswertbare Regeln übersetzt werden können. Auf Basis von mehr als
1.700 Förderprogrammen soll Unternehmen künftig rasch angezeigt
werden können, ob sie für bestimmte Förderungen grundsätzlich in
Frage kommen – und warum. Was heute oft mit erheblichem manuellem
Aufwand verbunden ist, könnte damit deutlich schneller,
nachvollziehbarer und nutzerfreundlicher erfolgen.
Konkreter Nutzen für Mitarbeitende sowie Bürgerinnen und Bürger
Die entwickelten Lösungen zeigen, wie künstliche Intelligenz
Routineaufgaben beschleunigt, komplexe Inhalte verständlicher
aufbereitet und Entscheidungsgrundlagen verbessert. Davon profitieren
nicht nur Verwaltungsmitarbeitende, sondern auch Bürgerinnen und
Bürger sowie Unternehmen – etwa durch schnellere Verfahren, klare
Informationen oder einen niederschwelligen Zugang zu staatlichen
Leistungen.
Nächste Schritte: Weiterentwicklung und Einsatz
Den Abschluss des Hackathons bildete eine Pitch-Session, bei der
alle Teams ihre Prototypen vor einer hochkarätigen Jury
präsentierten. Die Jury bewertete die Lösungen nach Innovationsgrad,
Anschlussfähigkeit und Umsetzungspotential. Ausgewählte Prototypen
werden nun weiterentwickelt und auf eine mögliche Überführung in den
Echtbetrieb geprüft.
Der Hackathon ist Teil der Public AI Initiative des
Bundeskanzleramts, die den gezielten und verantwortungsvollen Einsatz
von künstlicher Intelligenz in der österreichischen Verwaltung
vorantreibt.
Bilder vom Hackathon sind über das Fotoservice des
Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.