Wien (OTS) – Anlässlich des Tags der Inklusion am 5. Mai und der
heute startenden
Initiative chancenreich.at fordert dabei-austria , der Dachverband
berufliche Inklusion – Austria, in den anstehenden
Budgetverhandlungen klare politische Entscheidungen zugunsten
beruflicher Inklusion. Andreas Jesse , Vorstand im Dachverband und
Geschäftsführer der autArK Soziale Dienstleistungs-GmbH in Kärnten,
spricht heute bei der Auftakt-Pressekonferenz des neuen Bündnisses
Chancenreich im Wiener Café Museum.
„Ein inklusiver Arbeitsmarkt ist kein Sozialprojekt, sondern Teil
moderner Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik. Er ist eine Frage von
Gerechtigkeit – und von Vernunft“, so Jesse. „Wenn Menschen mit
Behinderungen arbeiten wollen, aber keinen Platz am Arbeitsmarkt
finden, bleiben Fähigkeiten ungenutzt, werden Menschen systematisch
benachteiligt – und wir verzichten als Gesellschaft auf Kompetenzen
und Arbeitskraft, die wir dringend brauchen.“
Jesse verweist auf die konkrete Wirkung professioneller
Begleitstrukturen: Eine junge Frau mit Lernbeeinträchtigung, für die
nach der Schule der Weg in eine Werkstätte vorgezeichnet schien,
arbeitet heute in einem Unternehmen, ist Teil eines Teams und
verdient ihr eigenes Geld. Ermöglicht wurde das durch das
Zusammenspiel von Jugendcoaching, Ausbildungsvorbereitung und
Berufsausbildungsassistenz. „Das ist keine Ausnahmegeschichte. Das
ist möglich, wenn verlässliche Unterstützung da ist.“
Zwtl.: Kürzungen erschweren Weg in den Arbeitsmarkt
Genau diese Unterstützung steht jedoch unter Druck. „Wenn hier
gekürzt wird, geht es nicht um ein bisschen weniger Unterstützung,
sondern um den Wegfall tragender Strukturen. Dann verliert man genau
das, was solche Lebenswege möglich macht“, warnt Jesse. Die Folgen
seien konkret: Menschen verlieren ihren Job oder bekommen erst gar
keine Chance auf den Einstieg in den Arbeitsmarkt.
Eva Skergeth-Lopič , Vorstandsvorsitzende von dabei-austria ,
betont die Bedeutung der laufenden Budgetverhandlungen: „Wir stehen
vor entscheidenden Wochen. Berufliche Inklusion ist kein Posten, an
dem sich kurzfristig sparen lässt – jede Kürzung verursacht mittel-
und langfristig höhere soziale und wirtschaftliche Kosten. Wir
fordern eine stabile Finanzierung, die Sicherung des
Ausgleichstaxfonds und verlässliche Rahmenbedingungen für die
Strukturen, die berufliche Teilhabe erst möglich machen.“
Skergeth-Lopič fasst zusammen: „Berufliche Inklusion ist keine
Zusatzleistung, sondern unverzichtbarer Teil einer zukunftsfähigen
Arbeitsmarktpolitik. Das ist im Interesse von Wirtschaft und
Gesellschaft und braucht daher jetzt politische Verlässlichkeit.“
Zwtl.: dabei-austria zeigt, wie berufliche Inklusion gelingt
Wie berufliche Inklusion im Alltag aussieht, zeigt dabei-austria
auch in der neuen Videoserie „Mein Job, mein Alltag – Menschen mit
Behinderungen im Arbeitsleben“. Die erste Folge porträtiert Mohamed
Adzhiakhmayev, einen Koch im Hotel Indigo Vienna – Naschmarkt. Das
Video ist auf dabei-austria.at , dem YouTube-Kanal von dabei-austria
, sowie auf chancenreich.at abrufbar.
Hinweis für die Redaktion: Das Video „Mein Job, mein Alltag“ kann
unter Nennung der Quelle dabei-austria zur redaktionellen Verwendung
honorarfrei eingebettet oder verlinkt werden. Bei Bedarf an weiterem
Bildmaterial oder Interviewmöglichkeiten wenden Sie sich bitte an die
unten angegebene Pressestelle.
Über dabei-austria : Der Dachverband Berufliche Inklusion –
Austria vertritt 97 Mitgliedsorganisationen. Ihr Ziel ist die
Förderung von Inklusion und beruflicher Teilhabe von Menschen mit
Behinderungen und ausgrenzungsgefährdeten Jugendlichen.
Unsere Mitglieder setzen unter anderem im Netzwerk berufliche
Assistenz (NEBA) österreichweit mehr als 200 Projekte zur beruflichen
Inklusion und ergänzende Maßnahmen um. Als Dachverband bündeln wir
die Stimmen unserer Mitglieder, vernetzen sie untereinander und
bieten gezielte Fortbildung.