Gewerkschaft GPA: Pressefreiheit gibt es nicht zum Nulltarif!

Wien (OTS) – Anlässlich des morgigen Tages der Pressefreiheit fordern
die
Journalist:innengewerkschaft sowie der Wirtschaftsbereich ORF und
Töchter in der Gewerkschaft GPA ein klares Bekenntnis zur
Pressefreiheit und freien Medien als Grundstein für die Demokratie.
„Ohne Presse keine Freiheit“, benennen Ute Groß, Vorsitzende der
Journalist:innengewerkschaft und Najda Igler, Vorsitzende des
Wirtschaftsbereichs ORF und Töchter in der Gewerkschaft GPA „die
schlichte Wahrheit“.

Es sei aber auch eine Wahrheit, dass Freiheit als höchstes Gut
nicht zum Nulltarif zu haben ist, unterstreicht Groß. „Zusagen helfen
uns nicht weiter, wir brauchen endlich die Mittel aus der längst
zugesagten Zustellförderung und eine nachhaltige Förderung für
Journalismus, der sich Qualitätskriterien verpflichtet fühlt. Wir
brauchen keinen Wettstreit um Gutachten, wir brauchen Lösungen“,
appelliert Groß.

Es sei nicht das Bestreben unabhängiger Medien, sich von der
öffentlichen Hand alimentieren zu lassen, es sei aber unmöglich,
ausschließlich durch Eigenerlöse zu überleben. „Der Werbemarkt hat
sich dramatisch verändert, das Geld landet längst bei den Tech-
Giganten und nicht in den heimischen Medienhäusern. Wenn uns
Demokratie etwas wert ist, gibt es keine Alternative zur Kompensation
dieses Wegfalls als durch öffentliche Mittel“, betont Groß weiter.

Genauso sind der ORF und seine Redaktionen den Prinzipien
Freiheit und Unabhängigkeit verpflichtet. Die jüngsten Ereignisse
zeigen deutlich, wohin politische Besetzungen führen können. Mit
seiner kritischen Berichterstattung auch sich selbst gegenüber
untermauert der ORF jedoch, dass er allein dem Publikum
verantwortlich ist, sagt Igler.

Umso mehr sei dringend davor zu warnen, bei etwaigen Reformen im
ORF überschießend zu handeln, betont Igler. „Viele Bereiche im ORF,
nicht nur redaktionell, sind stark ausgedünnt, das laufende Sparpaket
belastet zusätzlich. Weitere Maßnahmen könnten im wahrsten Sinne des
Wortes sendungsgefährdend sein“. Im Sinne einer sinnvollen
Ressourcenaufteilung sollte genug Geld in Programm und Mitarbeitende
investiert werden, denn ein weiter ausgedünnter ORF kann seine
Aufgaben nur schwer wahrnehmen. Abseits davon sollten alle handelnden
und relevanten Gremien des Hauses entpolitisiert werden, um die
Unabhängigkeit auf allen Ebenen abzusichern.

Groß und Igler appellieren auch an die eigene Branche und die
Journalistinnen und Journalisten: „Hinschauen, nachfragen, wach,
unbequem, unerschrocken und deutlich sein – das sind unsere Aufgaben,
wir müssen uns jeden Tag selbst daran erinnern, dass wir kein Produkt
liefern, sondern Fakten und Information für mündige Bürgerinnen und
Bürger.“ Auch die Zivilgesellschaft rütteln Groß und Igler auf:
„Jeder und jede ist aufgerufen, unermüdlich auf den Wert von
unabhängigem Journalismus für den Erhalt unserer Demokratie
hinzuweisen und sich dafür einzusetzen.“