IV-Sparringprogramm Netzwerk Aufsichtsrat startet wieder

Wien (OTS) – Der Aufsichtsrat spielt gerade in der Industrie für die
strategische
Ausrichtung und Stabilität von Unternehmen eine zentrale Rolle. Etwas
mehr als zwei Drittel der aufsichtsratspflichtigen Unternehmen in
Österreich sind Mitglieder der Industriellenvereinigung (IV). Die
vorhandene Expertise, Erfahrung und Perspektive ist daher von großer
Relevanz für die heimische Industrie. Das IV-Sparringprogramm
Netzwerk Aufsichtsrat verfolgt bereits im vierten Durchgang das Ziel,
den Frauenanteil in Österreichs Aufsichtsräten nachhaltig zu erhöhen
und damit die Diversität in Entscheidungsgremien zu stärken. „Studien
und Erfahrungen belegen nicht erst seit heute: Diversität führt zu
besseren Entscheidungen und damit Ergebnissen. Qualifizierte Frauen
für Aufsichtsratsfunktionen gibt es genügend – sie bringen Erfahrung,
Expertise und die Bereitschaft zur Verantwortung mit. Aktuell sind
knapp ein Drittel der Aufsichtsratsmandate in Österreich weiblich“,
betont IV-Vizepräsidentin und Programminitiatorin Sabine Herlitschka.
„Mit dem Sparringprogramm schaffen wir gezielt Sichtbarkeit und
stärken Vernetzung.“

Das Programm ist bewusst praxisorientiert angelegt und begleitet
qualifizierte Kandidatinnen gezielt beim Einstieg in ihre künftige
Rolle. Erfahrene Aufsichtsrätinnen und Aufsichtsräte bilden Tandems
mit potenziellen Mandatarinnen und unterstützen sie durch
persönlichen Austausch. Parallel zu den zunehmenden rechtlichen
Anforderungen ist auch in der Aufsichtsratslandschaft selbst eine
klare Entwicklung in Richtung Professionalisierung zu beobachten: Die
Community ist klein, gut vernetzt und der intensive Austausch nimmt
zu. Vernetzung, Weiterbildung sowie Diskussionen zu Verantwortung,
Haftung, neuen regulatorischen Vorgaben und guter Governance gewinnen
zunehmend an Bedeutung.

Bereits drei Durchgänge des Programms wurden erfolgreich
umgesetzt. Seit dem Start vor rund fünf Jahren haben Absolventinnen
des Programms mehr als 25 Aufsichtsrats- und Beiratsmandate
übernommen.

Professioneller Aufsichtsrat als Erfolgsfaktor

Das Netzwerk Aufsichtsrat ist kein Ausbildungsprogramm, sondern
ein Format für gezielten Austausch auf Augenhöhe. Die teilnehmenden
Kandidatinnen verfügen bereits über die notwendige fachliche
Qualifikation, im Mittelpunkt steht die Verbindung von Erfahrung und
neuer Perspektive. In 1:1-Sparringtandems begleiten erfahrene
Aufsichtsrätinnen und Aufsichtsräte potenzielle Mandatarinnen in
einem kontinuierlichen, persönlichen Dialog. Beide Seiten
profitieren: Die Kandidatinnen vom Erfahrungswissen etablierter
Aufsichtsrätinnen und Aufsichtsräte und diese wiederum von neuen
Sichtweisen und aktuellen Fragestellungen. So entsteht ein
belastbares Netzwerk, das die Qualität von Aufsichtsratsarbeit stärkt
und einen nachhaltigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit von
Unternehmen und zum Wirtschaftsstandort leistet.

Dieser Ansatz trägt der gewachsenen Bedeutung von Aufsichtsräten
Rechnung, die sich insbesondere in den vergangenen Krisenjahren
deutlich gezeigt hat. Industrieunternehmen sind in besonderem Maße
mit langfristigen Investitionen, konjunkturellen Schwankungen und
globalen Risiken konfrontiert. Aktuell sind 166 der insgesamt 523
Aufsichtsratsmandate mit Frauen besetzt – das entspricht einem Anteil
von 31,7 Prozent. Gleichzeitig zeigen Studien, dass
Geschlechterparität einen positiven Einfluss auf die Gremienarbeit
hat. Leistungsfähige Aufsichtsräte tragen wesentlich dazu bei,
Stabilität und Handlungsfähigkeit zu sichern, Risiken realistisch
einzuschätzen und das Management bei strategisch komplexen
Entscheidungen zu unterstützen. Das IV-Sparringprogramm schafft somit
ein konkretes Angebot.

Der vierte Durchgang des IV-Sparringprogramms Netzwerk
Aufsichtsrat ist im April 2026 mit insgesamt 15 Tandem-Paaren
gestartet und läuft bis Februar 2027. Die Idee zum Programm stammt
von IV-Vizepräsidentin Sabine Herlitschka, die auch als Schirmherrin
fungiert. Eine Übersicht über alle Absolventinnen des Programms
findet sich in der Datenbank unter: https://sparringprogramm.at/

Fotos der Veranstaltung (Copyright: Katharina Schiffl) finden Sie
HIER .