Wien (OTS) – Die Seilbahnen gelten als Motor des Wintertourismus in
Österreich und
sind für rund 80 % der Nächtigungen in alpinen Regionen
verantwortlich. Die Leading Sights – ein Zusammenschluss der
bedeutendsten Sehenswürdigkeiten des Landes – generieren etwa 80 %
der Übernachtungen in Städten. Trotz unterschiedlicher Schwerpunkte
zeigen sich deutliche Überschneidungen: sowohl bei den Zielgruppen,
insbesondere im Sommer, als auch bei Herausforderungen und Strategien
in der Marktbearbeitung.
„Wir wollten bewusst über den Tellerrand schauen. Da wir ohnehin
in Wien getagt haben, war der Schulterschluss mit wichtigen Akteuren
der Freizeit- und Tourismuswirtschaft für uns naheliegend“, erläutert
Erik Wolf, Geschäftsführer des Fachverbands Seilbahnen in der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), im Rahmen der österreichischen
Seilbahntagung in der Orangerie Schönbrunn – einer der schönsten
Eventlocations in Wien.
Schließlich haben die beiden Branchen gemeinsame Interessen,
darunter die Herausforderung, zu Aktivitäten außer Haus zu animieren
und der Faszination von Smartphone, Computer- und Videospielen ein
attraktives Angebot entgegenzusetzen. „Unser Ziel war es daher, uns
intensiv über optimale Gästeerlebnisse und den Umgang mit
Nachfragespitzen auszutauschen“, ergänzt Patrick Quatember,
Generalsekretär und Geschäftsführer von Leading Sights. Gemeinsam
verantworten beide Bereiche rund zwei Drittel des gesamten Tourismus
in Österreich – ein Erfolg, der maßgeblich auf konsequente
Qualitätsarbeit aller Anbieter zurückzuführen ist und im Rahmen der
Tagung weiter geschärft wurde. Ein zentrales Thema der Tagung war
dabei der Anspruch, Gästen nicht nur hochwertige, sondern echte „Wow-
Erlebnisse“ zu bieten.
Fundierte Analysen von manova, eines auf Business Intelligence-
Lösungen vor allem für den Tourismus spezialisierten Anbieters,
lieferten dazu wertvolle Impulse. Ein zentrales Ergebnis: Die
atmosphärische Gestaltung von Angeboten und Erlebnisräumen spielt
eine größere Rolle als vielfach angenommen. „Sie ist wichtiger, als
viele denken – und im Vergleich zum Kernangebot wahrscheinlich oft
nicht der kostenintensivste Faktor“, betont Klaus Grabler,
Geschäftsführer der manova GmbH. Denn natürlich müssen Investitionen
auch verdient werden. Folglich wurde das Spannungsfeld zwischen
Produktivität, Qualität und wirtschaftlichem Ertrag intensiv
diskutiert.
Besonderes Augenmerk galt dem Umgang mit Spitzenzeiten. Alle
Teilnehmer:innen berichteten von der Herausforderung mit
Nachfragespitzen. Die Auswertung umfangreicher Daten aus der
Seilbahnbranche zeigt jedoch ein klares Bild: Die Branche kann recht
gut mit den Spitzen umgehen. Obwohl bei Wartezeiten oder starkem
Andrang auf den Pisten die Zufriedenheit natürlich sinkt, bleibt das
Gesamterlebnis für die Gäste auf einem sehr positiven Niveau.
„Auch wenn diese Ergebnisse erfreulich sind, bleibt unser
Anspruch, allen Gästen ein qualitativ hochwertiges Erlebnis zu
bieten“, so Fabrice Girardoni , Geschäftsführer der Bergbahnen
Stuhleck. Voraussetzung dafür sei eine möglichst genaue Kenntnis des
Gästeverhaltens.
Hier setzt manova mit detaillierten Bewegungsanalysen in
Skigebieten an: Diese helfen, Besucher:innenströme sichtbar zu
machen, Schwachstellen zu identifizieren und Maßnahmen zur Entzerrung
zu evaluieren – etwa durch gezielte Nutzung gastronomischer Angebote.
„Wir setzen konkrete Maßnahmen und messen deren Wirkung konsequent“,
erklärt Girardoni.
Einigkeit herrschte darüber, dass eine reine Steuerung über den
Preis nicht ausreicht, um Nachfrage effektiv zu lenken. Vielmehr
braucht es ein Zusammenspiel aus datenbasierter Analyse, gezielten
Maßnahmen und einem ganzheitlichen Qualitätsverständnis.
Erik Wolf fühlt sich in seiner letzten Seilbahntagung vor seinem
Pensionsantritt bestärkt: „Die frühzeitig etablierte Datenstrategie
in der Seilbahnbranche erweist sich als entscheidender Erfolgsfaktor,
um künftige Herausforderungen souverän zu bewältigen und Wow-
Erlebnisse zu schaffen.“ (PWK185/DFS)
Über Leading Sights:
Mit mittlerweile 57 Mitgliedsbetrieben, die jährlich über 30
Millionen Besucher:innen begrüßen, repräsentiert der Verein die
führenden Sehenswürdigkeiten Österreichs – von historischen
Kulturinstitutionen bis hin zu modernen Naturerlebnissen. Die
Bedeutung des Vereins spiegelt sich nicht nur in der hohen
Besucherfrequenz wider, sondern auch in der wirtschaftlichen
Schlagkraft: Mit einem direkten Jahresumsatz von rund 295 Millionen
Euro fungieren die Mitglieder als ökonomische Ankerpunkte. „Unsere
Sehenswürdigkeiten sind weit mehr als nur Bewahrer des kulturellen
Erbes; sie sind aktive internationale Markenbotschafter Österreichs“
betont der Geschäftsführer des Vereins Patrick Quatember. Mit dem
Ziel, Österreichs Sehenswürdigkeiten als nachhaltige
Wirtschaftsbetriebe und internationale Visitenkarten zu
positionieren, verbindet der Verein interne Vernetzung mit starker
Interessenvertretung. Dazu gehört auch der essenzielle
branchenübergreifende Austausch mit Partnern wie den Seilbahnen, um
gemeinsam die langfristige Stabilität des Wirtschaftsstandorts zu
sichern.
Über den Fachverband Seilbahnen:
Der Fachverband Seilbahnen ist die gesamtösterreichische
gesetzliche Interessenvertretung der Unternehmen der heimischen
Seilbahnbranche. Der Fachverband ist eine Körperschaft öffentlichen
Rechtes und selbständige Fachorganisation mit eigenem Wirkungsbereich
im Rahmen der Wirtschaftskammer. Er arbeitet eng mit verschiedenen
Teilorganisationen der Kammer zusammen, nutzt vorhandene Ressourcen
effizient und schöpft alle Möglichkeiten für Synergien aus.
Kernaufgabe ist die branchenspezifische Interessenvertretung der
Mitglieder. Das ist zum einen die Begutachtung von Gesetzestexten und
zum anderen die Interessenwahrnehmung auf nationaler und europäischer
Ebene. Zudem werden die Aus- und Weiterbildung, Öffentlichkeitsarbeit
und die Servicierung der Mitgliedsbetriebe durch die
Mitarbeiter:innen der Fachorganisation koordiniert.