Wien (OTS) – Clarissa Stadler präsentiert den „kulturMONTAG“ am 27.
April 2026 um
22.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON, der sich u. a. mit der notwendigen
Reform der Medienförderung in Österreich und zwei kürzlich dazu
herausgebrachten Studien beschäftigt. Die Sendung blickt außerdem auf
die Ausstellung „Gutes Sammeln – Böses Sammeln“ des Naturhistorischen
Museums, die sich anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums der Institution
kritisch mit deren eigener Geschichte befasst, sowie u. a. weiters
auf das neue Album von Popstar Josh., der damit derzeit auf
„Reparatour“ durch Österreich ist. Anschließend an das Magazin steht
die Dokumentation „Freud – der Außenseiter“ (23.15 Uhr) auf dem
Programm.
Medien und die Politik – Wie kann die neue Medienförderung
aussehen?
Im Herbst vergangenen Jahres ließ Medienminister und Vizekanzler
Andreas Babler mit der Ankündigung einer dringend notwendigen
Medienreform aufhorchen, bei der kein Stein auf dem anderen bleiben
soll. Die Medienbranche stehe nicht nur mit dem Rücken zur Wand,
sondern bereits am Abgrund, sagen Expertinnen und Experten. Waren
laut Journalistenreport vor 20 Jahren noch mehr als 7.000
Journalistinnen und Journalisten beschäftigt, sind es heute nur noch
rund 4.500. Österreichs Werbegeldabfluss zu Meta, TikTok und Co wird
sich drastisch verstärken. Gleichzeitig verlieren journalistische
Medien durch die KI-Nachrichten-Aggregatoren von Tech-Giganten, etwa
Google, zunehmend ihre Leserschaft. Kürzlich hat Babler die
Ergebnisse einer zum Thema in Auftrag gegebenen Studie präsentiert,
die als Grundlage für politische Verhandlungen mit den
Koalitionspartnern ÖVP und NEOS dienen soll. Darin hat Medienforscher
Andy Kaltenbrunner mit einem Expertenteam die strukturelle Krise
analysiert, und macht deutlich, was diese Erosion demokratiepolitisch
bedeutet. Tags darauf legte die ÖVP-Akademie ihr eigenes Modell des
Medienmanagers Reinhold Gmeinbauer vor. Qualitätsvolle Medien, eine
freie, vielfältige und vor allem unabhängige Medienlandschaft sind
für beide Studienverfasser das Fundament einer funktionierenden und
stabilen Demokratie. Nicht zuletzt der Blick auf den Nachbarn Ungarn,
dessen Medienlandschaft unter Viktor Orbán auf Parteilinie gebracht
wurde, hat deutlich gemacht, wie fragil dieses System ist. Wie kann
Qualitätsjournalismus gefördert werden und nicht willfährige
Berichterstattung? Wie kann es in den Redaktionen weitergehen, wie
können Qualität und Innovation gelingen? Der „kulturMONTAG“
beleuchtet beide Studien und hat sich in der Medienbranche umgehört.
Entdecken und Erforschen – 150 Jahre Naturhistorisches Museum
1876 gründete Kaiser Franz Joseph I. das Naturhistorische Museum
Wien und berief den Geologen Ferdinand von Hochstetter als dessen
ersten Direktor. Heute beherbergt das Haus mit mehr als 30 Millionen
Objekten eine der bedeutendsten naturwissenschaftlichen Sammlungen
der Welt. Ein einzigartiges Archiv für die Entstehung und Entwicklung
der Erde und des Lebens, das die Geschichte und den Aufbau unseres
Planeten dokumentiert und die Vielfalt des Lebens auf der Erde
beleuchtet. Bis heute treibt Wissenschafter:innen die Lust am Sammeln
und die Entdeckungs- wie Forscherfreude an. Zum 150-Jahr-Jubiläum
will Direktorin Katrin Vohland aber auch die Schattenseiten
beleuchten und hält eine kritische Rückschau auf die eigene
Geschichte. In der Ausstellung „Gutes Sammeln – Böses Sammeln“ werden
u. a. die Provenienzforschung oder der Umgang mit dem kolonialen Erbe
ins Zentrum gerückt. Österreich war zwar selbst nie Kolonialmacht,
hat aber durch Kooperationen und Förderprogramme sehr wohl vom
Kolonialismus profitiert – und dem NHM wurden im 19. Jahrhundert so
manche Sammlungen unter fragwürdigen Bedingungen „geschenkt“. Auch in
der NS-Zeit hat das Museum einige Objekte von jüdischen Sammlern, die
enteignet, vertrieben oder gar ermordet wurden, in seinen Bestand
aufgenommen. Wie geht man zeitgemäß mit einer solchen Sammlung, zu
der u. a auch human remains (menschliche Überreste) gehören, um und
wie hat sich die Wahrnehmung des „Exotischen“ im Laufe der Zeit
verändert?
Mit Schmäh und Charme – Josh. und sein neues Album
Mit Hits wie „Cordula Grün“ oder „Expresso & Tschianti“ füllt er
ganze Stadien. Vor 100.000 Menschen zu spielen, das war schon immer
ein Traum von Johannes Sumpich, der hierzulande besser bekannt ist
als Josh. Nach knapp drei Jahren veröffentlicht der sympathische
Wiener mit „Wer singt dann Lieder für dich“ sein viertes Album und
will auf seiner gleichnamigen Tour wieder zurück zu seinen Wurzeln
finden. Nach dem Nummer-1-Erfolg von „Reparatur“ und unzähligen
„Reparatour“-Konzerten, etwa am Donauinselfest, will er mit seinem
neuen Oeuvre wieder ganz nah ran an die Fans und in kleinen Clubs
spielen. 13 neue Songs hat der bald 40-Jährige auf seinem neuen Album
veröffentlicht. Mit Witz, Charme und ein wenig Melancholie
beschäftigt er sich darin mit der Liebe, der Leidenschaft und dem
Leben. Nach seinem diagnostizierten und auf dem „Reparatur“-Album
verarbeiteten Burn-out sind seine Lieder wieder fröhlicher geworden.
Sich mit der Liebe zu beschäftigen, bei der man Höhen und Tiefen
erlebt, betrifft nicht nur Josh., sondern wohl alle Menschen. Der
„kulturMONTAG“ hat den Künstler auf seiner Tournee in Linz zum
Interview gebeten und sich bei seinen Fans umgehört.
„Freud – der Außenseiter“ (23.25 Uhr)
Sigmund Freud gilt als einer der einflussreichsten Denker des 20.
Jahrhunderts. Er hinterließ nicht nur ein umfassendes
wissenschaftliches Werk, das bis heute als Grundlage der modernen
Psychotherapie gilt, sondern auch mehr als 20.000 Briefe und zig
Tagebücher. Regisseur Yair Qedar schildert in seinem Film die
privaten und beruflichen Herausforderungen im Leben Freuds, etwa die
antisemitischen Anfeindungen oder den Tod seiner Tochter, und wie der
Begründer der Psychoanalyse persönlich mit ihnen umgegangen ist. Der
Film lässt Sigmund Freud anhand seiner privaten Texte selbst zu Wort
kommen. Er verbindet Animation, dokumentarische und fiktionale
Elemente um das Leben, die Brüche und Erfolge dieses faszinierenden
Menschen zu skizzieren.